Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ionen, die brillieren

18.07.2005


Die EU kam zum Schluss, dass hochbrilliante Ionenstrahlforschung förderungswürdig ist, und hat das Projekt zur Finanzierung mit bis zu 4,8 Millionen Euro für vier Jahre vorgeschlagen. Österreich, darunter auch die Technische Universität (TU) Wien, ist mit dabei.



Wien (TU) Life is live, "ITS LEIF" mittlerweile auch. Der im März 2005 unter anderem von zwei Physik-Instituten der TU Wien, einem der Uni Innsbruck und der Firma IMS - Ionen Mikrofabrikations Systeme GmbH - bei der EU eingereichte Projekt-Antrag "Ion Technology and Spectroscopy at Low Energy Ion Beam Facilities" - eben "ITS LEIF" - wurde als sechstbester von insgesamt 20 positiv gereihten Vorhaben im Rahmen des standardisierten Begutachtungsverfahren von der EU-Kommission evaluiert. Das erfreuliche Ergebnis: Ionenstrahlforschung muss gefördert werden: mit bis zu 4,8 Millionen Euro für 4 Jahre. Die Gründe dafür sind, dass hochbrilliante Ionenstrahlen neue Dimensionen für die Biotechnologie, Sensorik, Mikroelektronik und Nanotechnologie eröffnen. Das neue Netzwerk mit österreichischer Beteiligung soll die schon vorhandene europäische Spitzenstellung in der Ionenstrahlenforschung noch weiter ausbauen.

... mehr zu:
»Atom »Ion »LEIF


"ITS LEIF" verwendet Ionen - elektrisch geladene Atome oder Moleküle - in Form von Strahlen für experimentelle Untersuchungen. Hochbrilliante Ionenstrahlen, im speziellen von großen Biomolekül-Ionen und langsamen hoch geladenen Ionen, sollen erzeugt und für zahlreiche Experimente bereitgestellt werden. Solche Experimente betreffen beispielsweise das Beschießen von Atomen, Molekülen und Festkörperoberflächen mit Ionenstrahlen. Dabei können die auftretenden Reaktionen mit verschiedensten Methoden der Atom- und Oberflächenphysik eingehend analysiert und studiert werden.

Das wiederum ermöglicht die Strukturierung, Beladung und Dotierung von Festkörperoberflächen und dünnen Schichten mit einfach- und mehrfach geladenen langsamen Ionen in höchster Auflösung - bis hin zu einzelnen Atomen. Typische Strukturen dabei sind Nanometer, d.h. Millionstel Millimeter. Zur Erklärung: Strukturierung heißt, dass kleinen Strukturen wie z.B. Gräben, Muster oder Ähnliches erzeugt wird. Unter Beladung versteht man das Aufbringen von anderen Atomen oder Molekülen auf die Oberfläche und Dotierung bedeutet das Einschießen von anderen Atomen oder Molekülen unterhalb der Oberfläche, wie es z.B. für Halbleiterbauelemente gebraucht wird.

Hannspeter Winter, Vorstand des Institutes für Allgemeine Physik der TU Wien, ist stellvertretender Koordinator des EU-Projektes. "Bei diesem neuen Netzwerk haben unsere Doktorandinnen und Doktoranden die Möglichkeit, in vielen europäischen Top-Laboratorien mitzuarbeiten, und wir können die besten jungen Leute aus den anderen Ländern zu Forschungsarbeiten zu uns nach Wien einladen. Die Arbeitsgebiete, um die es hier geht, haben allerbeste Zukunftschancen."

Das Netzwerk wird von Frankreich (Caen) aus koordiniert. 32 Forschungsgruppen aus 18 Ländern werden in den Genuss von fünf Ionenstrahl-Anlagen in Caen, Heidelberg, Groningen, Aarhus und Belfast für Untersuchungen mit niederenergetischen Ionenstrahlen kommen. Aus Österreich sind drei Physikinstitute - zwei von der Technischen Universität Wien, eines von der Uni Innsbruck - und die Wiener Firma IMS - Ionen Mikrofabrikations Systeme GmbH - beteiligt.

Rückfragehinweis:
Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Hannspeter Winter
Institut für Allgemeine Physik
Technische Universität Wien
Wiedner Hauptstraße 8-10, 1040 Wien
Tel.: +43-1-58801-13410, -13400, -13401,-53410
Fax: +43-1-58801-13499
E-Mail winter@iap.tuwien.ac.at

| idw
Weitere Informationen:
http://www.iap.tuwien.ac.at/
http://www.tuwien.ac.at

Weitere Berichte zu: Atom Ion LEIF

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?
16.07.2018 | Forschungsverbund Berlin e.V.

nachricht Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen
13.07.2018 | Technische Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

„Wir haben jetzt ein klares Bild davon, wie das heiße Atomgitter und die kalten magnetischen Spins eines ferrimagnetischen Nichtleiters miteinander ins Gleichgewicht gelangen“, sagt Ilie Radu, Wissenschaftler am Max-Born-Institut in Berlin. Das internationale Forscherteam fand heraus, dass eine Energieübertragung sehr schnell stattfindet und zu einem neuartigen Zustand der Materie führt, in dem die Spins zwar heiß sind, aber noch nicht ihr gesamtes magnetisches Moment verringert haben. Dieser „Spinüberdruck“ wird durch wesentlich langsamere Prozesse abgebaut, die eine Abgabe von Drehimpuls an das Gitter ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in "Science Advances" erschienen.

Magnete faszinieren die Menschheit bereits seit mehreren tausend Jahren und sind im Zeitalter der digitalen Datenspeicherung von großer praktischer Bedeutung....

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Im Focus: First evidence on the source of extragalactic particles

For the first time ever, scientists have determined the cosmic origin of highest-energy neutrinos. A research group led by IceCube scientist Elisa Resconi, spokesperson of the Collaborative Research Center SFB1258 at the Technical University of Munich (TUM), provides an important piece of evidence that the particles detected by the IceCube neutrino telescope at the South Pole originate from a galaxy four billion light-years away from Earth.

To rule out other origins with certainty, the team led by neutrino physicist Elisa Resconi from the Technical University of Munich and multi-wavelength...

Im Focus: Magnetische Wirbel: Erstmals zwei magnetische Skyrmionenphasen in einem Material entdeckt

Erstmals entdeckte ein Forscherteam in einem Material zwei unabhängige Phasen mit magnetischen Wirbeln, sogenannten Skyrmionen. Die Physiker der Technischen Universitäten München und Dresden sowie von der Universität zu Köln können damit die Eigenschaften dieser für Grundlagenforschung und Anwendungen gleichermaßen interessanten Magnetstrukturen noch eingehender erforschen.

Strudel kennt jeder aus der Badewanne: Wenn das Wasser abgelassen wird, bilden sie sich kreisförmig um den Abfluss. Solche Wirbel sind im Allgemeinen sehr...

Im Focus: Neue Steuerung der Zellteilung entdeckt

Wenn eine Zelle sich teilt, werden sämtliche ihrer Bestandteile gleichmässig auf die Tochterzellen verteilt. UZH-Forschende haben nun ein Enzym identifiziert, das sicherstellt, dass auch Zellbestandteile ohne Membran korrekt aufgeteilt werden. Ihre Entdeckung eröffnet neue Möglichkeiten für die Behandlung von Krebs, neurodegenerative Krankheiten, Alterungsprozessen und Virusinfektionen.

Man kennt es aus der Küche: Werden Aceto balsamico und Olivenöl miteinander vermischt, trennen sich die beiden Flüssigkeiten. Runde Essigtropfen formen sich,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Interdisziplinäre Konferenz: Diabetesforscher und Bioingenieure diskutieren Forschungskonzepte

13.07.2018 | Veranstaltungen

Conference on Laser Polishing – LaP: Feintuning für Oberflächen

12.07.2018 | Veranstaltungen

Materialien für eine Nachhaltige Wasserwirtschaft – MachWas-Konferenz in Frankfurt am Main

11.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Mister Raney bekommt Konkurrenz - Ein neuer Katalysator auf Nickel-Basis nutzt Nano-Strukturen

16.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

16.07.2018 | Physik Astronomie

Rostocker Forscher testen neue Generation von Offshore-Windenergie-Anlagen

16.07.2018 | Energie und Elektrotechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics