Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gefahr durch Killer-Asteroiden? Frühwarnsystem aus mehreren Weitwinkel-Teleskopen auf Hawaii

31.03.2005


SCHOTT erhält Auftrag für Zerodur-Spiegelträger

Wie groß ist die Gefahr, dass ein Asteroid auf der Erde einschlägt und dort großen Schaden anrichtet? Mit dieser Frage beschäftigen sich nicht nur Hollywood-Filmregisseure, sondern auch ernsthafte Astronomen. Ein spezielles Asteroiden-Observatorium namens "PanStarrs" (Panoramic Survey Telescope and Rapid Response System) wird derzeit am astronomischen Institut der Universität Hawaii aufgebaut. Es soll innerhalb unseres Sonnensystems möglichst alle Himmelskörper ab einem Durchmesser von 300 Metern aufspüren und vermessen. Ein Asteroid dieser Größenordnung könnte beim Einschlag auf die Erde bereits eine Naturkatastrophe auslösen.

PanStarrs wird aus vier zusammengeschalteten Weitwinkel-Teleskopen bestehen, die gleichzeitig dieselbe Himmelsregion beobachten. Das ist wichtig, um Bildfehler und Unsicherheiten zu eliminieren. Asteroiden sind bewegte Objekte, die nicht selbst leuchten und deshalb sehr schwer zu finden sind. Erst wenn man sie in mehreren Teleskopen sieht, kann man sicher sein, dass sie wirklich da sind. Bei PanStarrs hat jedes Weitwinkelteleskop ein Bildfeld von 3 x 3 Grad (zum Vergleich: der Vollmond hat eine Ausdehnung von etwa einem halben Grad am Nachthimmel) und wird mit einer CCD-Kamera mit 1 Milliarde Pixeln betrieben. Mit Belichtungszeiten von 30 bis 60 Sekunden je Bild kann so der gesamte, von Hawaii aus beobachtbare Himmel mehrmals pro Monat abgescannt werden. Mit Hilfe der Bilddaten wollen die Astronomen Asteroiden und Kometen identifizieren, ihre Flugbahnen berechnen und ihre Gefährlichkeit beurteilen. Bis zu 50 Jahre im Voraus soll PanStarrs ihre Positionen vorhersagen können und so als zuverlässiges Frühwarnsystem fungieren.

Bis 2006 wird zunächst ein baugleiches Teleskop als PanStarrs-Prototyp aufgebaut. Mit ihm sollen die Technologie und Bildauswertung getestet werden. Die SCHOTT AG hat den Auftrag bekommen, aus der Glaskeramik "Zerodur" einen Spiegelträger für den Hauptspiegel des Prototypen zu bauen. Er hat einen Durchmesser von 1,84 Metern mit einem 0,9 Meter großen Mittelloch. Dieser ungewöhnliche Teleskopspiegel ermöglicht ein sehr kompaktes Optikdesign, bei dem das einfallende Licht nach mehrmaliger Reflexion durch das Mittelloch hindurch auf die CCD-Kamera gelenkt wird. Der Spiegelträger wird derzeit bei SCHOTT in Mainz gefertigt und soll im April dieses Jahres ausgeliefert werden.

Matthias M. Reinig | presseportal
Weitere Informationen:
http://pan-starrs.ifa.hawaii.edu/public/index.html
http://www.schott.com

Weitere Berichte zu: Asteroid Frühwarnsystem PanStarrs Weitwinkel-Teleskop

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Neue Anwendungen für Mikrolaser in der Quanten-Nanophotonik
20.07.2018 | Technische Universität Berlin

nachricht Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT
18.07.2018 | ESO Science Outreach Network - Haus der Astronomie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Future electronic components to be printed like newspapers

A new manufacturing technique uses a process similar to newspaper printing to form smoother and more flexible metals for making ultrafast electronic devices.

The low-cost process, developed by Purdue University researchers, combines tools already used in industry for manufacturing metals on a large scale, but uses...

Im Focus: Rostocker Forscher entwickeln autonom fahrende Kräne

Industriepartner kommen aus sechs Ländern

Autonom fahrende, intelligente Kräne und Hebezeuge – dieser Ingenieurs-Traum könnte in den nächsten drei Jahren zur Wirklichkeit werden. Forscher aus dem...

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neue Anwendungen für Mikrolaser in der Quanten-Nanophotonik

20.07.2018 | Physik Astronomie

Need for speed: Warum Malaria-Parasiten schneller sind als die menschlichen Abwehrzellen

20.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Die Gene sind nicht schuld

20.07.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics