Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Pionierarbeit mit Laserlicht

06.01.2005


Das Max-Born-Institut organisiert eine Konferenz über Attosekundenphysik

... mehr zu:
»Laserlicht »MBI »Max-Born-Institut »Optik

Wenn es um die Elektronenbewegung in Atomen ging, dann war man bis vor Kurzem auf Berechnungen, Modelle oder indirekte Beobachtungen angewiesen. Denn was in den kleinsten Dimensionen geschieht, hat sich bisher jeglicher direkten Beobachtung entzogen. Doch Physiker blicken mittlerweile auf Vorgänge, die auf atomarer Ebene in weniger als einer millionstel Milliardstelsekunde passieren. Diese unvorstellbar kleine Zeiteinheit heißt Femtosekunde ("10 hoch minus 15 Sekunden"). Das Maß spielt im praktischen Leben keine Rolle, bei der Erforschung von physikalischen Veränderungen und chemischen Reaktionen jedoch sehr wohl.

Schon seit einigen Jahren erlaubt die Kurzpuls-Physik "Schnappschüsse" von chemischen Reaktionen auf der molekularen Ebene. Vor fünf Jahren wurde der Chemie-Nobelpreis dafür vergeben (1999 an Ahmed Zewail für Arbeiten in der Femtosekundenspektroskopie). Fortschritte in der Lasertechnik haben es derweil mit sich gebracht, dass Lichtblitze von ungeheurer Intensität und einer Dauer von weniger als einer Femtosekunde erzeugt werden können; man spricht nach der Femtosekundenphysik jetzt von der Attosekundenphysik. Eine Attosekunde ist der milliardste Teil einer Milliardstelsekunde. Damit wird der Schritt von molekularen zu atomaren Prozessen möglich, die sich auf dieser Zeitskala abspielen.


Um führende Experten auf diesem Gebiet zusammenzubringen, organisiert das Berliner Max-Born-Institut für Nichtlineare Optik und Kurzzeitspektroskopie (MBI) zusammen mit internationalen Partnern eine Konferenz zur Physik mit Attosekunden-Lichtpulsen und hohen Intensitäten. Tagungsort ist das Universitätszentrum Obergurgl im österreichischen Ötztal, finanziert wird das einwöchige Seminar zum großen Teil von der Wilhelm-und- Else-Heraeus-Stiftung. Wichtig ist den Veranstaltern vom MBI, dass auch Nachwuchswissenschaftler teilnehmen können. "Vor allem auf Grund der Unterstützung durch die österreichischen Partner konnten die Tagungskosten für Studenten sehr gering gehalten werden", berichtet Dr. Wilhelm Becker vom MBI.

Das "340. Wilhelm-und-Else-Heraeus-Seminar" trägt den Titel "High-field Attosecond Physics" und findet vom 9. bis 15. Januar statt. Spitzenforscher aus Europa, den USA und Kanada haben ihr Kommen zugesagt. Zusätzliche finanzielle und organisatorische Unterstützung kommt von der Technischen Universität Wien (Spezialforschungsbereich ADLIS), vom Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur der Republik Österreich, von der Universität Innsbruck sowie von der University of Ottawa (Kanada).

Ansprechpartner: Dr. Wilhelm Becker Max-Born-Institut für Nichtlineare Optik und Kurzzeitspektroskopie Tel.: 030 / 6392-1372 Mail: wbecker@mbi-berlin.de

Hintergrund

Das MBI betreibt Grundlagenforschung auf dem Gebiet der nichtlinearen Optik und Kurzzeitdynamik bei Wechselwirkung von Materie mit Laserlicht und verfolgt daraus resultierende Anwendungsaspekte. Schwerpunkte des Forschungsprogramms sind die Realisierung neuer Quellen für ultrakurze und ultraintensive Lichtimpulse und deren Einsatz in Physik, chemischer Physik und Materialforschung. Das MBI ist in zahlreiche nationale und internationale Kooperationen eingebunden und wird von der Europäischen Union als Large Scale Laser Facility gefördert. Es gehört zum Forschungsverbund Berlin e.V. (FVB).

Der Forschungsverbund Berlin ist Träger von acht natur-, lebens- und umweltwissenschaftlichen Forschungsinstituten in Berlin, die alle wissenschaftlich eigenständig sind, aber im Rahmen einer einheitlichen Rechtspersönlichkeit gemeinsame Interessen wahrnehmen. Alle Institute des FVB gehören zur Leibniz- Gemeinschaft.

Josef Zens | idw
Weitere Informationen:
http://www.mbi-berlin.de/heraeus340

Weitere Berichte zu: Laserlicht MBI Max-Born-Institut Optik

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Neue Anwendungen für Mikrolaser in der Quanten-Nanophotonik
20.07.2018 | Technische Universität Berlin

nachricht Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT
18.07.2018 | ESO Science Outreach Network - Haus der Astronomie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Future electronic components to be printed like newspapers

A new manufacturing technique uses a process similar to newspaper printing to form smoother and more flexible metals for making ultrafast electronic devices.

The low-cost process, developed by Purdue University researchers, combines tools already used in industry for manufacturing metals on a large scale, but uses...

Im Focus: Rostocker Forscher entwickeln autonom fahrende Kräne

Industriepartner kommen aus sechs Ländern

Autonom fahrende, intelligente Kräne und Hebezeuge – dieser Ingenieurs-Traum könnte in den nächsten drei Jahren zur Wirklichkeit werden. Forscher aus dem...

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neue Anwendungen für Mikrolaser in der Quanten-Nanophotonik

20.07.2018 | Physik Astronomie

Need for speed: Warum Malaria-Parasiten schneller sind als die menschlichen Abwehrzellen

20.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Die Gene sind nicht schuld

20.07.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics