Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Nanotech-Monorail transportiert Goldnugget

14.04.2008
Wissenschaftlern gelingt wichtiger Schritt in der Nanotechnologieforschung

Eine Art Monorail auf Nanoskala hat ein Forscherteam unter Leitung von Adrian Bachtold vom Catalan Institute of Nanotechnology und Centro Nacional Microelectrónica entwickelt.

Mit dem System, bei dem sich eine kurze Kohlenstoff-Nanoröhre entlang einer zweiten, längeren Nanoröhre bewegt, wurde ein winziges Goldpartikel transportiert. Die Technologie dieses Nano-Güterzuges erlaubt beinahe reibungsfreie Bewegung. Diese wird bei der Nano-Monorail durch einen thermischen Gradienten ausgelöst. Auch Wissenschaftler aus der Schweiz und Österreich waren beteiligt.

Die längere Kohlenstoff-Nanoröhre ist nur einen Mikrometer lang und dient praktisch als Schiene für die äußere, kürze Nanoröhre. Letztere kann sich nicht nur wie eine Monorail entlang der Schiene bewegen, sondern auch darum rotieren. Der aktuelle Erfolg des Forscherteams ist der Lastentransport. Den Wissenschaftlern ist es gelungen, mit ihrem System ein winziges Goldteilchen zu bewegen und damit zu zeigen, dass mit Kohlenstoff-Nanoröhren eine Art Güterzug auf der Nanoskala realisierbar ist. Das bringt einen praktischen Vorteil mit sich. "Das Schöne an diesem Gerät ist, dass die Reibung zwischen den beiden Nanoröhren sehr gering ist", erklärt Bachtold gegenüber NewScientist. Die Oberflächen seien beinahe glatt auf atomarer Ebene.

Als Antrieb für die Nano-Monorail dient ein thermischer Gradient, der durch Stromfluss in der inneren der beiden Nanoröhren ensteht - also eine Wärmeentwicklung in dieser Nanoröhre. "Es ist eine sehr kleine Wärmemenge", meint der am Projekt beteiligte László Forró vom Institut de Physique de la Matière Complexe des Ecole Polytechnique Federale de Lausanne http://ipmc.epfl.ch gegenüber pressetext. Allerdings werden dabei Temperaturen von über 1.000 Grad Celsius erreicht, warnt Bachtold im Gespräch mit pressetext. "Die große Hitze ist ein Problem beim Transport von Molekülen", erklärt der Wissenschaftler. Viele Verbindungen zerfallen bei dieser Temperatur. Daher ist ein Forschungsziel, die Wärmeentwicklung weiter zu senken, so Bachtold.

Die Miniaturisierung von mechanischen Geräten ist ein wesentliches Forschungsziel in der Nanotechnologie und etwa für die Entwicklung von Nanorobotern von Bedeutung. Das jetzige Ergebnis ist dabei ein wichtiger Schritt im Bereich der Transportsysteme, um Materialien auf der Nanoebene zielgenau bewegen zu können. Allerdings stehe die Entwicklung noch am Anfang, betonen die Wissenschaftler. Die Forschungsergebnisse wurden am Donnerstag vom Journal Science online veröffentlicht.

Thomas Pichler | pressetext.schweiz
Weitere Informationen:
http://www.nanocat.org
http://www.sciencemag.org

Weitere Berichte zu: Kohlenstoff-Nanoröhre Nanoröhre

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Oberflächen mit flexiblen und handlichen Plasmaquellen aktivieren
17.10.2018 | Forschungsverbund Berlin e.V.

nachricht Reise zum Merkur mit Berner Beteiligung
17.10.2018 | Universität Bern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Auf Wiedersehen, Silizium? Auf dem Weg zu neuen Materalien für die Elektronik

Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Polymerforschung (MPI-P) in Mainz haben zusammen mit Wissenschaftlern aus Dresden, Leipzig, Sofia (Bulgarien) und Madrid (Spanien) ein neues, metall-organisches Material entwickelt, welches ähnliche Eigenschaften wie kristallines Silizium aufweist. Das mit einfachen Mitteln bei Raumtemperatur herstellbare Material könnte in Zukunft als Ersatz für konventionelle nicht-organische Materialien dienen, die in der Optoelektronik genutzt werden.

Bei der Herstellung von elektronischen Komponenten wie Solarzellen, LEDs oder Computerchips wird heutzutage vorrangig Silizium eingesetzt. Für diese...

Im Focus: Goodbye, silicon? On the way to new electronic materials with metal-organic networks

Scientists at the Max Planck Institute for Polymer Research (MPI-P) in Mainz (Germany) together with scientists from Dresden, Leipzig, Sofia (Bulgaria) and Madrid (Spain) have now developed and characterized a novel, metal-organic material which displays electrical properties mimicking those of highly crystalline silicon. The material which can easily be fabricated at room temperature could serve as a replacement for expensive conventional inorganic materials used in optoelectronics.

Silicon, a so called semiconductor, is currently widely employed for the development of components such as solar cells, LEDs or computer chips. High purity...

Im Focus: Blauer Phosphor – jetzt erstmals vermessen und kartiert

Die Existenz von „Blauem“ Phosphor war bis vor kurzem reine Theorie: Nun konnte ein HZB-Team erstmals Proben aus blauem Phosphor an BESSY II untersuchen und über ihre elektronische Bandstruktur bestätigen, dass es sich dabei tatsächlich um diese exotische Phosphor-Modifikation handelt. Blauer Phosphor ist ein interessanter Kandidat für neue optoelektronische Bauelemente.

Das Element Phosphor tritt in vielerlei Gestalt auf und wechselt mit jeder neuen Modifikation auch den Katalog seiner Eigenschaften. Bisher bekannt waren...

Im Focus: Chemiker der Universitäten Rostock und Yale zeigen erstmals Dreierkette aus gleichgeladenen Ionen

Die Forschungskooperation zwischen der Universität Yale und der Universität Rostock hat neue wissenschaftliche Ergebnisse hervorgebracht. In der renommierten Zeitschrift „Angewandte Chemie“ berichten die Wissenschaftler über eine Dreierkette aus Ionen gleicher Ladung, die durch sogenannte Wasserstoffbrücken zusammengehalten werden. Damit zeigen die Forscher zum ersten Mal eine Dreierkette aus gleichgeladenen Ionen, die sich im Grunde abstoßen.

Die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen den Professoren Mark Johnson, einem weltbekannten Cluster-Forscher, und Ralf Ludwig aus der Physikalischen Chemie der...

Im Focus: Storage & Transport of highly volatile Gases made safer & cheaper by the use of “Kinetic Trapping"

Augsburg chemists present a new technology for compressing, storing and transporting highly volatile gases in porous frameworks/New prospects for gas-powered vehicles

Storage of highly volatile gases has always been a major technological challenge, not least for use in the automotive sector, for, for example, methane or...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

11. Jenaer Lasertagung

16.10.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2018

16.10.2018 | Veranstaltungen

Künstliche Intelligenz in der Medizin

16.10.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Sinneswahrnehmung ist keine Einbahnstraße

17.10.2018 | Biowissenschaften Chemie

Space Farming dank Pflanzenhormon Strigolacton

17.10.2018 | Agrar- Forstwissenschaften

Oberflächen mit flexiblen und handlichen Plasmaquellen aktivieren

17.10.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics