Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Astronomie: Rußwolken im himmlischen Ofen

22.08.2012
Ein internationales Forschungsteam rund um die Astronomin Claudia Paladini von der Universität Wien hat eine interessante Entdeckung gemacht
Der Rote Riesenstern "R Fornacis" ist von einzelnen Wolken aus rußähnlichem Material umgeben. Ob dahinter ein neuer Riesenplanet steckt, will die Astronomin durch weitere Beobachtungen durch Teleskope der Europäischen Südsternwarte ESO herausfinden. Die Forschungsergebnisse erscheinen aktuell in der Fachzeitschrift "Astronomy and Astrophysics".

Rote Riesen sind sonnenähnliche Sterne in einem späten Stadium der Entwicklung. Ihre kühlen Atmosphären sind häufig mit Kohlenstoff angereichert, woraus komplexe Kohlenwasserstoffe und rußähnlicher Staub entstehen können. Sternwinde tragen dieses Material durch den interstellaren Raum, wo es einen wichtigen Ausgangsstoff für die Entstehung von Planeten und neuem Leben darstellt. Sternwinde können gleichförmig oder "wolkig" sein – ein Unterschied, der für das Verständnis dieser Entwicklungsprozesse von entscheidender Bedeutung ist.

Riesenplanet als Erklärung?
Demensprechend wichtig ist die Entdeckung der Astronomin und Astrophysikerin der Universität Wien, Claudia Paladini: Zusammen mit ihren MitarbeiterInnen und mit Hilfe von Teleskopen der Europäischen Südsternwarte ESO konnte sie bestätigen, dass der kohlenstoffreiche Rote Riese – der Stern 'R Fornacis' in der Konstellation des Ofens – von einzelnen Wolken aus rußähnlichem Material umgeben ist. "Eine Erklärung für unsere Messergebnisse könnte ein Riesenplanet sein", meint Claudia Paladini. Um ihre Hypothese zu bestätigen plant sie weitere Beobachtungen an der ESO.

Direkte Beobachtung durch "Riesenteleskop"
Für ihre Messungen haben die AstronomInnen um Claudia Paladini die Technik der Interferometrie herangezogen: Dabei werden mehrere Teleskope phasengleich zusammengeschaltet. Auf diese Weise erhalten sie die Bildschärfe eines viel größeren Teleskops. "Nur so können wir Wolken oder nahe Planeten um Sterne direkt beobachten", erklärt Claudia Paladini. Ihre Forschungsarbeit wurde vom Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF) unterstützt und erscheint als Letter in der Fachzeitschrift "Astronomy and Astrophysics".

Publikation:
"Detection of an asymmetry in the envelope of the carbon Mira R Fornacis using VLTI/MIDI": C. Paladini, S. Sacuto, D. Klotz, K. Ohnaka, M. Wittkowski, W. Nowotny, A. Jorissen, and J. Hron (Astronomy and Astrophysics 2012)
Wissenschaftliche Kontakte:
Mag. Dr. Claudia Paladini
Institut für Astronomie
Universität Wien
1180 Wien, Türkenschanzstraße 17
T +43-1-4277-538 53
claudia.paladini@univie.ac.at
Mag. DDr. Thomas Posch
Institut für Astrophysik
Universität Wien
1180 Wien, Türkenschanzstraße 17
T +43-1-4277-53800
M +43-664-60277-53800
thomas.posch@univie.ac.at
Rückfragehinweis:
Mag. Petra Schiefer
Pressebüro der Universität Wien
Forschung und Lehre
1010 Wien, Universitätsring 1
T +43-1-4277-175 33
petra.schiefer@univie.ac.at

Alexandra Frey | Universität Wien
Weitere Informationen:
http://www.univie.ac.at

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Neuartige Lasertechnik für chemische Sensoren in Mikrochip-Größe
11.12.2018 | Technische Universität Wien

nachricht Neue Methode verpasst Mikroskop einen Auflösungsschub
10.12.2018 | Rudolf-Virchow-Zentrum für Experimentelle Biomedizin der Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neuartige Lasertechnik für chemische Sensoren in Mikrochip-Größe

Von „Frequenzkämmen“ spricht man bei speziellem Laserlicht, das sich optimal für chemische Sensoren eignet. Eine revolutionäre Technik der TU Wien erzeugt dieses Licht nun viel einfacher und robuster als bisher.

Ein gewöhnlicher Laser hat genau eine Farbe. Alle Photonen, die er abstrahlt, haben genau dieselbe Wellenlänge. Es gibt allerdings auch Laser, deren Licht...

Im Focus: Neue Methode verpasst Mikroskop einen Auflösungsschub

Verspiegelte Objektträger ermöglichen jetzt deutlich schärfere Bilder / 20fach bessere Auflösung als ein gewöhnliches Lichtmikroskop - Zwei Forschungsteams der Universität Würzburg haben dem Hochleistungs-Lichtmikroskop einen Auflösungsschub verpasst. Dazu bedampften sie den Glasträger, auf dem das beobachtete Objekt liegt, mit maßgeschneiderten biokompatiblen Nanoschichten, die einen „Spiegeleffekt“ bewirken. Mit dieser einfachen Methode konnten sie die Bildauflösung signifikant erhöhen und einzelne Molekülkomplexe auflösen, die sich mit einem normalen Lichtmikroskop nicht abbilden lassen. Die Studie wurde in der NATURE Zeitschrift „Light: Science and Applications“ veröffentlicht.

Die Schärfe von Lichtmikroskopen ist aus physikalischen Gründen begrenzt: Strukturen, die näher beieinander liegen als 0,2 tausendstel Millimeter, verschwimmen...

Im Focus: Supercomputer ohne Abwärme

Konstanzer Physiker eröffnen die Möglichkeit, Supraleiter zur Informationsübertragung einzusetzen

Konventionell betrachtet sind Magnetismus und der widerstandsfreie Fluss elektrischen Stroms („Supraleitung“) konkurrierende Phänomene, die nicht zusammen in...

Im Focus: Drei Nervenzellen reichen, um eine Fliege zu steuern

Uns wirft so schnell nichts um. Eine Fruchtfliege kann dagegen schon ein kleiner Windstoß vom Kurs abbringen. Drei große Nervenzellen in jeder Hälfte des Fliegenhirns reichen jedoch aus, um die Fliege mit Hilfe visueller Signale wieder auf Kurs zu bringen.

Bewegen wir uns vorwärts, zieht die Umwelt in die entgegengesetzte Richtung an unseren Augen vorbei. Drehen wir uns, verschiebt sich das Bild der Umwelt im...

Im Focus: Researchers develop method to transfer entire 2D circuits to any smooth surface

What if a sensor sensing a thing could be part of the thing itself? Rice University engineers believe they have a two-dimensional solution to do just that.

Rice engineers led by materials scientists Pulickel Ajayan and Jun Lou have developed a method to make atom-flat sensors that seamlessly integrate with devices...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Eine Norm für die Reinheitsbestimmung aller Medizinprodukte

10.12.2018 | Veranstaltungen

Fachforum über intelligente Datenanalyse

10.12.2018 | Veranstaltungen

Plastics Economy Investor Forum: Treffpunkt für Innovationen

10.12.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Magische kolloidale Cluster

11.12.2018 | Biowissenschaften Chemie

Kupferverbindung als Recheneinheit in Quantencomputern

11.12.2018 | Biowissenschaften Chemie

Kraftwerke erzeugen mehr Ultrafeinstaub als Verkehr

11.12.2018 | Geowissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics