Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Astronaut und Roboter proben gemeinsamen Weltraumeinsatz in der spanischen Wüste und im Mittelmeer

15.04.2016

Wie die Zusammenarbeit von Astronaut und Roboter unter Weltraumbedingungen gelingen kann, untersucht das Robotics Innovation Center des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) gemeinsam mit internationalen Partnern im Projekt MOONWALK. Um den unwirtlichen Bedingungen auf anderen Planeten möglichst nahe zu kommen, testen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die im Projekt entwickelten Technologien in zwei analogen Simulationskampagnen: vom 15. bis 30. April 2016 in der Wüstenlandschaft von Río Tinto und vom 28. Mai bis 12. Juni 2016 in der Mittelmeerbucht von Marseille.

Ziel des MOONWALK-Projektes, das seit 2013 innerhalb des 7. Rahmenprogramms der Europäischen Union im Bereich „Space Research“ gefördert wird, ist die Entwicklung und Erprobung von Zukunftstechnologien für Explorationsmissionen zu Mond und Mars.


Copyright: COMEX 2016

Unter der Koordination des DFKI Robotics Innovation Center erforschen die Projektpartner COMEX, EADS, LIQUIFER Systems Group (LSG), Space Application Services (SAS), NTNU Centre for Interdisciplinary Research in Space und Instituto Nacional de Técnica Aeroespacial (INTA), wie Astronauten von Robotern bei der Erkundung planetarer Oberflächen unterstützt werden können.

Der Fokus liegt dabei auf der Interaktion zwischen Astronaut und Roboter, die – u.a. aufgrund des dicken Raumanzugs und der fehlenden bzw. reduzierten Schwerkraft, die den Astronauten relativ unbeweglich machen – eine große Herausforderung darstellt.

Das Robotics Innovation Center hat in MOONWALK die robotische Plattform YEMO für den Einsatz in Weltraumsimulationen sowie ein Interface, über das der Astronaut mit dem Roboter kommunizieren kann, entwickelt.

Die Steuerung erfolgt über Gesten des Astronauten, welche bestimmte Kommandos erzeugen, die an den Roboter übertragen werden können. YEMO ist als Mikro-Rover konzipiert, der sowohl an Land als auch unter Wasser in schwierigem Gelände einsetzbar ist. Ausgestattet mit einer 360°-Kamera kann der Roboter seine Umgebung umfassend explorieren.

Um die Funktionalität der Technologien zu testen, führen die Projektpartner zwei analoge Simulationskampagnen an unterschiedlichen Orten durch. Bei der ersten Kampagne vom 15. bis 30. April testen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Zusammenarbeit von Astronaut und Roboter in einem ehemaligen Übertagebergbaugebiet von Río Tinto, Spanien, das aufgrund seiner geochemischen Eigenschaften der Marsoberfläche ähnelt.

Astronaut und YEMO erkunden gemeinsam das Gelände, führen Messungen durch und nehmen Proben – wobei der Roboter auch in für den Menschen potentiell gefährliches Terrain vordringen soll, zum Beispiel in Höhlen, oder steile Abhänge überwinden. In diesem Zusammenhang interessiert die Forscherinnen und Forscher außerdem, welche Vorteile, aber auch Nachteile die Astronaut-Roboter-Kollaboration gegenüber der Zusammenarbeit zweier Astronauten hat. Ausgangspunkt der verschiedenen Testszenarien ist ein Weltraumsimulationshabitat, ein Wohn- und Arbeitsraum für Astronauten auf fremden Planeten.

Bei einer zweiten Simulationskampagne vom 28. Mai bis 12. Juni tauchen Astronaut und Roboter in der Mittelmeerbucht der französischen Stadt Marseille ab, deren Meeresgrund der Beschaffenheit einer Mondlandschaft ähnelt. Die Unterwassertests sollen die Effekte der geringen Schwerkraft von Mondmissionen simulieren, welche die Interaktion zwischen Mensch und Maschine zusätzlich erschweren könnten.

Im Rahmen beider Kampagnen finden Veranstaltungen speziell für Presse und Öffentlichkeit statt. Nähere Informationen und Anmeldung unter http://www.projectmoonwalk.net/moonwalk/?page_id=21

Bildmaterial
Unter http://uk.dfki.de/extern/20160414_PM_MOONWALK stehen Bilder zum Download bereit. Diese können Sie mit Nennung der Quelle gerne verwenden.

DFKI-Ansprechpartner
Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) GmbH
Robotics Innovation Center
Dr. Thomas Vögele
Projektleiter MOONWALK
Telefon: +49 30 23895 1860
E-Mail: thomas.voegele@dfki.de

Pressekontakt
Team Unternehmenskommunikation Bremen
Telefon: +49 421 17845 4180
E-Mail: uk-hb@dfki.de

LIQUIFER SYSTEMS GROUP
Dr. Barbara Imhof
Telefon: +43 1 21885 05
E-Mail: bimhof@liquifer.com

Andrea Fink | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.dfki.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Mit Gravitationswellen die Dunkle Materie ausleuchten
22.10.2018 | Universität Zürich

nachricht Magnetische Sensoren ermöglichen richtungsabhängige Temperaturmessung
19.10.2018 | Universität Greifswald

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit Gravitationswellen die Dunkle Materie ausleuchten

Schwarze Löcher stossen zusammen, Gravitationswellen breiten sich durch die Raumzeit aus - und ein riesiges Messgerät ermöglicht es, die Struktur des Universums zu erkunden. Dies könnte bald Realität werden, wenn die Raumantenne LISA ihren Betrieb aufnimmt. UZH-Forschende zeigen nun, dass LISA auch Aufschluss über die schwer fassbaren Partikel der Dunklen Materie geben könnte.

Dank der Laserinterferometer-Raumantenne (LISA) können Astrophysiker Gravitationswellen beobachten, die von Schwarzen Löchern ausgesendet werden. Diese...

Im Focus: Auf dem Weg zu maßgeschneiderten Naturstoffen

Biotechnologen entschlüsseln Struktur und Funktion von Docking Domänen bei der Biosynthese von Peptid-Wirkstoffen

Mikroorganismen bauen Naturstoffe oft wie am Fließband zusammen. Dabei spielen bestimmte Enzyme, die nicht-ribosomalen Peptid Synthetasen (NRPS), eine...

Im Focus: Größter Galaxien-Proto-Superhaufen entdeckt

Astronomen enttarnen mit dem ESO Very Large Telescope einen kosmischen Titanen, der im frühen Universum lauert

Ein Team von Astronomen unter der Leitung von Olga Cucciati vom Istituto Nazionale di Astrofisica (INAF) Bologna hat mit dem VIMOS-Instrument am Very Large...

Im Focus: Auf Wiedersehen, Silizium? Auf dem Weg zu neuen Materalien für die Elektronik

Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Polymerforschung (MPI-P) in Mainz haben zusammen mit Wissenschaftlern aus Dresden, Leipzig, Sofia (Bulgarien) und Madrid (Spanien) ein neues, metall-organisches Material entwickelt, welches ähnliche Eigenschaften wie kristallines Silizium aufweist. Das mit einfachen Mitteln bei Raumtemperatur herstellbare Material könnte in Zukunft als Ersatz für konventionelle nicht-organische Materialien dienen, die in der Optoelektronik genutzt werden.

Bei der Herstellung von elektronischen Komponenten wie Solarzellen, LEDs oder Computerchips wird heutzutage vorrangig Silizium eingesetzt. Für diese...

Im Focus: Goodbye, silicon? On the way to new electronic materials with metal-organic networks

Scientists at the Max Planck Institute for Polymer Research (MPI-P) in Mainz (Germany) together with scientists from Dresden, Leipzig, Sofia (Bulgaria) and Madrid (Spain) have now developed and characterized a novel, metal-organic material which displays electrical properties mimicking those of highly crystalline silicon. The material which can easily be fabricated at room temperature could serve as a replacement for expensive conventional inorganic materials used in optoelectronics.

Silicon, a so called semiconductor, is currently widely employed for the development of components such as solar cells, LEDs or computer chips. High purity...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Lehren und Lernen mit digitalen Medien im Fokus

22.10.2018 | Veranstaltungen

Natürlich intelligent

19.10.2018 | Veranstaltungen

Rettungsdienst und Feuerwehr - Beschaffung von Rettungsdienstfahrzeugen, -Geräten und -Material

18.10.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Chemie aus der Luft: atmosphärischem Stickstoff als Alternative

22.10.2018 | Biowissenschaften Chemie

Gebirge bereiten Boden für Artenreichtum

22.10.2018 | Geowissenschaften

Neuer Wirkstoff gegen Anthrax

22.10.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics