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Uni-Veranstaltung auf der Weltausstellung EXPO in Shanghai - Technik und Ästhetik der Superlative

21.04.2010
Die voraussichtlich 70 Millionen Besucher der Weltausstellung "Expo" in Shanghai, die am 1. Mai ihre Pforten eröffnet, werden in mehrfacher Weise auch mit der Universität Stuttgart in Berührung kommen: Das weltweit größte Membrandach über der Eingangsachse der Expo entwickelten Absolventen der Fakultät Architektur und Stadtplanung der Uni.

Und in der Energiezentrale des Deutschen Pavillons schwingt ein Pendel, dessen Regelungs- und Antriebskonzept unter der Federführung des Instituts für Technische und Numerische Mechanik entwickelt wurde. Mit einer Veranstaltung am 3. Juni im Deutschen Pavillon zeigt die Uni Stuttgart als in dieser Dimension einzige deutsche Universität in Shanghai auch direkt Flagge.

Zeit: Donnerstag, 3. Juni 2010, 14.00 Uhr
Ort: Deutscher Pavillon, Shanghai Expo Park, Pudong Zone C Plot 9 DEU
Vertreter der Medien sind herzlich eingeladen. Anmeldung erbeten unter presse@uni-stuttgart.de.

Im Beisein von Wissenschaftsminister Prof. Peter Frankenberg werden Uni-Rektor Prof. Wolfram Ressel sowie Vertreter der beteiligten Institute das Membrandach und das Pendel bei einem festlichen Event im Deutschen Pavillon persönlich präsentieren. Zudem stehen Führungen durch den Pavillon sowie eine interaktive Show des Pendels in der Energiezentrale auf dem Programm. Erwartet werden rund 100 hochrangige Gäste aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft, darunter zahlreiche Rektoren der Partner-Universitäten im asiatischen Raum. "Es ist eine besondere Anerkennung, dass an der Universität Stuttgart tätige Ingenieure und Architekten ihre Ideen und Visionen auf der Expo 2010 präsentieren und damit die baden-württembergische Ingenieur- und Baukunst auf der bedeutenden Weltausstellung vertreten", freut sich Uni-Rektor Prof. Wolfram Ressel. "Gleichzeitig ist unser Engagement dort ein weiterer wichtiger Schritt, um die Uni zu einer international sichtbaren Forschungsuniversität zu machen."

Das Membrandach mit einer Fläche von 65.000 Quadratmetern und einer freien Spannweite von fast 100 Metern beschirmt den zentralen Eingangsbereich der Expo, die Expo Axis. Mit einer Nutzfläche von 350.000 Quadratmetern ist sie neben dem Pavillon des Gastgeberlandes China das bedeutendste und größte Bauwerk auf dem Gelände. Schon aufgrund dieser gewaltigen Dimensionen lotet das Membrandach die Grenzen des technisch Machbaren aus. Es wird von Masten und sechs Stahl-Glas Trichtern mit einer Höhe von 35 Metern und einer freien Auskragung von 70 Metern gehalten. Diese so genannten Sun Valleys lenken das Tageslicht in die Untergeschosse.

Das Dachtragwerk knüpft an die weltweit beachtete Tradition des Stuttgarter Leichtbaus an, die vor allem auf Frei Otto und Jörg Schlaich, beide ehemalige Professoren an der Universität Stuttgart, zurück geht. Der Entwurf für die Gesamtanlage stammt von Li Hong und Bianca Nitsch. Beide haben im Jahr 2002 an der Fakultät für Architektur und Stadtplanung der Universität Stuttgart diplomiert und leiten heute gemeinsam das Architekturbüro SBA in Stuttgart und Shanghai. Entworfen und konstruiert wurde das Dachtragwerk von Knippers Helbig Advanced Engineering, Stuttgart. Prof. Jan Knippers leitet das Institut für Tragkonstruktionen und Konstruktives Entwerfen der Uni.

Das zweite Stuttgarter Projekt in Shanghai, ein rund sechs Meter langes Pendel für die Energiezentrale des Deutschen Pavillons, sorgte bereits bei seiner Vorstellung im Herbst in Stuttgart für Furore. Sein Regelungs- und Antriebskonzept wurde in Zusammenarbeit mit der Stuttgarter Agentur Milla und Partner im Auftrag der Koelnmesse International unter der Federführung von Prof. Peter Eberhard vom Institut für Technische und Numerische Mechanik (ITM) der Uni entwickelt. Das ITM arbeitete dabei eng mit dem Institut für Steuerungstechnik der Werkzeugmaschinen und Fertigungseinrichtungen (ISW, Prof. Alexander Verl) zusammen. Weitere Partner waren Juniorprofessor Dr. Robert Seifried vom Exzellencluster Simulation Technology (SimTech) sowie Mitarbeiter des Instituts für Maschinenelemente (IMA, Prof. Bernd Bertsche). Inzwischen wurde das Hightech-Pendel mit dem Gewicht eines Kleinwagens, in Einzelteile zerlegt, nach China verschifft und vor Ort wieder aufgebaut. Im März war ISW-Mitarbeiter Peter Sekler in Shanghai, um die Inbetriebnahme zu betreuen.

Uni-Bilder auf Zuruf
Gehalten von einer filigran wirkenden Stange endet das Pendel in einer Kugel mit drei Metern Durchmesser und scheint zu schweben. Wenn es auf Rufe der Zuschauer in Schwingung gerät, liefern 400.000 LED-Lämpchen auf der Kugel faszinierende Lichtspiele - Filme zum Leitthema der Expo sowie Bilder aus Deutschland. Eigens für die Veranstaltung auf der Expo konzipierte Prof. Seifried eine Sondershow, in der die technischen Raffinessen des Pendels und seiner Bewegungen gezeigt werden. "Die Zuschauer sollen sehen, wie schnell das Pendel gesteuert und gedreht werden kann und so ein Gefühl dafür bekommen, was im Bereich der Antriebs- und Regelungstechnik machbar ist und was die Uni Stuttgart dabei leisten kann", so Seifried.

Weitere Informationen bei Heidi-Maria Götz, Stabsstelle Marketing, Tel. 0711/685-82172, e-mail: heidi-maria.goetz@marketing.uni-stuttgart.de

Andrea Mayer-Grenu | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-stuttgart.de

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