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Siemens präsentiert Schutztechnik und Netzüberwachungs-Tools auf der Cigré

06.08.2012
Im Ausstellungsbereich des diesjährigen Hochspannungskongresses Cigré (International Council on Large Electric Systems) in Paris (26. bis 31. August) präsentiert Siemens Infrastructure & Cities die Schutzgerätereihe Siprotec 5.

Mit ihrer modular aufgebauten Hardware und vielfältigen Kommunikationsmöglichkeiten sind diese digitalen Schutzgeräte speziell für den Schutz, die Automatisierung, Messung und Überwachung von Stromversorgungsnetzen entwickelt worden.


Außerdem stellt Siemens aus seiner Siguard-Software-Familie für Netzüberwachung und Blackout-Prävention zwei neue Tools vor: Siguard PDP für die Online-Erkennung von Netzpendelungen und Siguard DSA für die Bewertung der dynamischen Netzsicherheit. Als weiteres Highlight wird eines der weltweit modernsten Netzmanagementsysteme vorgestellt, das Siemens gemeinsam mit dem US-Übertragungsnetzbetreiber PJM Interconnection in Betrieb genommen hat. Das Netzmanagementsystem steuert Nordamerikas größtes Stromversorgungsnetz.

Siemens stellt in Paris seine neue Schutzgerätereihe Siprotec 5 aus, die mit ihrer modular aufgebauten Hardware speziell für den Schutz, die Automatisierung, Messung und Überwachung von Stromversorgungsnetzen entwickelt wurde. Zu den wesentlichen Neuerungen bei den digitalen Schutzgeräten zählen durchgängiges Engineering, individuelle Konfigurierbarkeit sowie Sicherheitsmechanismen in allen Gliedern der Sicherheitskette. Intelligente Netzautomatisierungsfunktionen und Kommunikation als zentraler Bestandteil der Systemarchitektur gehören ebenso dazu wie die Implementierung der Edition 2 des internationalen Kommunikationsstandards IEC 61850 für die Energieautomatisierung.

Ein weiterer Ausstellungsschwerpunkt sind die beiden Softwaretools Siguard PDP und Siguard DSA. Siguard PDP (Phasor Data Processor) ist ein System zur Netzüberwachung per Wide Area Monitoring, das als Messgrößen Synchrophasoren aus Phasor Measurement Units als Messwertgeber nutzt. Es hilft die aktuelle Netzsituation schnell zu erkennen und stellt Pendelungen und Ausgleichsvorgänge ohne Verzögerung transparent dar. Eine Abbildung der jeweiligen Netztopologie ist dazu nicht erforderlich. Das Tool unterstützt das Leitstellenpersonal bei der Beurteilung kritischer Netzsituationen und trägt dazu bei, passende Maßnahmen zu ergreifen. Da sämtliche Messergebnisse gespeichert werden, lassen sich Netzstörungen in kürzester Zeit analysieren.

Mit Siguard DSA (Dynamic Security Assessment) lässt sich die dynamische Netzsicherheit bewerten. Die Software kann in der strategischen Netzplanung, der täglichen Analyse sowie online in der Leitwarte eingesetzt werden. Das Tool nutzt die regelmäßigen „Schnappschüsse“, die die Netzleitstelle zur Beurteilung des aktuellen stationären Netzzustandes liefert. Damit simuliert und analysiert Siguard DSA mit hoher Geschwindigkeit vorausschauend mögliche Szenarien, um die Stabilität des Netzes aufrechtzuerhalten. Ebenso wichtig sind dabei prognostizierte Systemzustände, die auf Handelsdaten sowie Wind- und Lastprognosen basieren. Bewertet das Softwaretool Ausfallszenarien als dynamisch kritisch, schlägt es der Netzleitstelle mögliche Gegenmaßnahmen vor. Mit derartigen Tools lassen sich dynamische Engpässe frühzeitig erkennen und mögliche Blackouts vermeiden. Übertragungsnetze können flexibler und im Störungsfall bis an ihre Stabilitätsgrenze betrieben werden.

Als weiteres Highlight stellen Siemens und der US-Übertragungsnetzbetreiber PJM Interconnection auf der Cigré eines der weltweit modernsten Netzmanagementsysteme vor. Mit diesem Netzmanagementsystem wird Nordamerikas größtes Stromübertragungsnetz gesteuert. Gemeinsam mit PJM nahm Siemens das Netzmanagementsystem Ende 2011 in Betrieb. Das Netzmanagementsystem ist das Ergebnis eines Leitstellenentwicklungsprogramms (Advanced Control Center program, AC2) von PJM. Das Netzmanagementsystem basiert auf einer von Siemens und PJM entwickelten Shared-Architecture-Integrationsplattform, über die das Spectrum-Power-Energiemanagementsystem von Siemens ins Netzmanagement integriert wurde. Die Shared Architecture ist eine standardisierte Integrationsplattform für technologisch verschiedene Applikationen wie Energiemanagement, Marktmanagement und Verteilnetzmanagement-Systeme. Die offene Architektur ermöglicht die Integration herkömmlicher Anwendungen in neue Smart-Grid-Anwendungen.

Das Siemens-Energiemanagementsystem bei PJM wird an zwei Standorten betrieben. Dabei sind die Leitstellen der beiden Standorte jeweils einzeln voll funktionsfähig, aber auch in der Lage, das Netz unabhängig oder gemeinsam als eine einzige virtuelle Leitstelle zu betreiben. PJM ist der einzige Netzbetreiber in Nordamerika und eines der wenigen Unternehmen weltweit, das über zwei Hauptnetzleitstellen verfügt. Durch die Implementierung zweier besetzter Hauptleitstellen erhöht sich nicht nur die Zuverlässigkeit des Netzes, es sorgt außerdem für eine nahezu unterbrechungsfreie Stromversorgung und Netzsteuerung, falls es zu Funktionsstörungen bei einem der beiden Netzleitstellen kommen sollte.

Energieeffiziente und umweltgerechte Lösungen zum Aufbau intelligenter Stromversorgungsnetze (Smart Grids) sind Teil des Siemens-Umweltportfolios, mit dem das Unternehmen im Geschäftsjahr 2011 einen Umsatz von rund 30 Mrd. EUR erzielte. Das macht Siemens zu einem der weltweit größten Anbieter von umweltfreundlicher Technologie. Kunden haben mit entsprechenden Produkten und Lösungen des Unternehmens im selben Zeitraum fast 320 Millionen Tonnen Kohlendioxid (CO2) eingespart, das ist so viel wie Berlin, Delhi, Hongkong, Istanbul, London, New York, Singapur und Tokio in Summe an CO2 jährlich ausstoßen.

Der Siemens-Sektor Infrastructure & Cities (München) mit rund 87.000 Mitarbeitern bietet nachhaltige Technologien für urbane Ballungsräume und deren Infrastrukturen. Dazu gehören integrierte Mobilitätslösungen, Gebäude- und Sicherheitstechnik, Stromverteilung, Smart-Grid-Applikationen sowie Nieder- und Mittelspannungsprodukte. Der Sektor setzt sich aus den Divisionen Rail Systems, Mobility and Logistics, Low and Medium Voltage, Smart Grid und Building Technologies zusammen. Weitere Informationen finden Sie unter http://www.siemens.com/infrastructure-cities
Die Siemens-Division Smart Grid (Nürnberg) bietet Energieversorgern und Netzbetreibern, Industrieunternehmen, Infrastruktureinrichtungen sowie Städten Produkte und Lösungen für eine intelligente und flexible Netzinfrastruktur. Um den wachsenden Strombedarf abzudecken, müssen die Netze von heute und morgen immer mehr erneuerbare Energiequellen integrieren und einen bidirektionalen Energie- und Kommunikationsfluss ermöglichen. Intelligente Netze tragen dazu bei, Strom effizient und nach Bedarf zu erzeugen und zu nutzen. Weitere Informationen finden Sie unter http://www.siemens.de/smartgrid

Siemens AG
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