Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

SENSOR + TEST 2010: Mit zwei "Speicher-Turbos" nach Nürnberg

12.05.2010
Chemnitzer Informatiker stellen vom 18. bis 20. Mai 2010 auf der SENSOR + TEST ein Verfahren vor, welches das Speichern in Datenbanken bis zum Faktor 1.000 beschleunigt, und laden zum "Turbokäffchen auf der Datenbank" ein

Wer mit Datenbanken umgeht, weiß, dass Geschwindigkeit nur relativ ist. "Wenn beispielsweise Kunden-, Patienten- oder Produktdaten in Datenbanken eingefügt werden, sind andere Geschwindigkeiten gefordert als für Sensor- oder Maschinendaten aus einem laufenden Produktions- oder Überwachungsprozess mit vielen tausend Datensätzen pro Sekunde", sagt Prof. Dr. Wolfgang Benn, Inhaber der Professur Datenverwaltungssysteme an der Technischen Universität Chemnitz.

Der Grund: "Ein Produktionsprozess kann nicht angehalten, eine Überwachung nicht ausgesetzt werden. Sensoren liefern hier kontinuierlich hohe Datenströme. Klassische Datenbanksysteme geraten mit pro Sekunde etwa 1.000 möglichen Einfügeoperationen - so genannten Inserts - schnell an Grenzen", erläutert Benn. Verständlich werde dies am Beispiel eines Windparks. "Viele moderner Windkraftanlagen befinden sich heute auf hoher See. Eine Früherkennung kritischer Zustände aus der Ferne macht es notwendig, dass etwa 60.000 Daten pro Sekunde über Funk in eine Datenbank gespeichert und anschließend schnell ausgewertet werden müssen.

Der klassische Weg zur Steigerung der Insert-Geschwindigkeit ist die teure KIWI-Methode (Kill It With Iron). "Dabei kommt zusätzliche Hardware zum Einsatz, was indirekt die Energiekosten erhöht und in der Regel die Anschaffung zusätzlicher Software erfordert", sagt Benn. Mitarbeiter seiner Professur haben nun eine Alternative entwickelt, die ohne Cluster oder zusätzliche Hardware auskommt, einfach auf die bestehende Datenbank aufsetzt und die Schreibgeschwindigkeit in Datenbanksystemen auf bis zu 250.000 Inserts pro Sekunde erhöht. "Unser senso-Verfahren verwendet eine intelligente Lastverteilung für blockweises Einfügen von Daten und erhöht die Schreibleistung des bestehenden Systems bis zum Faktor 100", erläutert Sebastian Leuoth, Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Professur Datenverwaltungssysteme. Ein erweiterte Lösung - nämlich senso-SE - erhöht den Schreibfaktor auf 1.000 und schafft 2.000.000 Inserts pro Sekunde. "Dafür ist jedoch eine eigene Storage Engine nötig, die in klassische Datenbanksysteme integriert werden kann, und die Kontrolle der zu speichernden Daten bis zur Übergabe an das Datenbanksystem vollständig übernimmt. Zusätzlich ist hier eine individuelle Datenstromauswertung, Datenkompression und Datenreduktion möglich", versichert Leuoth.

Zum ersten Mal stellen die Chemnitzer Informatiker die voll funktionsfähigen Prototypen des "Speicher-Turbo" senso und senso-SE vom 18. bis 20. Mai 2010 auf der SENSOR + TEST in Nürnberg vor. Auf dem mitteldeutschen Gemeinschaftsstand "Forschung für die Zukunft" (Halle 12, Stand 12-481) wollen sie mit potenziellen Praxispartnern aus verschiedenen Branchen ins Gespräch kommen. "Großes Interesse aus Anwendungsbereichen diverser Branchen gibt es bereits - zum Beispiel aus der Energiewirtschaft, aus dem Finanzbereich oder aus Anwendungsgebieten der Teilchenphysik", sagt Benn.

Weitere Informationen erteilen Prof. Dr. Wolfgang Benn, Telefon 0371 531-25630, E-Mail benn@cs.tu-chemnitz.de, und Sebastian Leuoth, 0371 531-37298, E-Mail sebastian.leuoth@informatik.tu-chemnitz.de

Mario Steinebach | Technische Universität Chemnitz
Weitere Informationen:
http://www.tu-chemnitz.de/informatik/DVS

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht Fraunhofer FHR zeigt kontaktlose, zerstörungsfreie Qualitätskontrolle von Kunststoffprodukten auf der K 2019
16.10.2019 | Fraunhofer-Institut für Hochfrequenzphysik und Radartechnik FHR

nachricht Fraunhofer FHR präsentiert Hochfrequenztechnologie für autonomes Fahren auf dem VDI Kongress ELIV 2019 in Bonn
14.10.2019 | Fraunhofer-Institut für Hochfrequenzphysik und Radartechnik FHR

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Die schnellste Ameise der Welt - Wüstenflitzer haben kurze Beine, aber eine perfekte Koordination

Silberameisen gelten als schnellste Ameisen der Welt - obwohl ihre Beine verhältnismäßig kurz sind. Daher haben Forschende der Universität Ulm den besonderen Laufstil dieses "Wüstenflitzers" auf einer Ameisen-Rennstrecke ergründet. Veröffentlicht wurde diese Entdeckung jüngst im „Journal of Experimental Biology“.

Sie geht auf Nahrungssuche, wenn andere Siesta halten: Die saharische Silberameise macht vor allem in der Mittagshitze der Sahara und in den Wüsten der...

Im Focus: Fraunhofer FHR zeigt kontaktlose, zerstörungsfreie Qualitätskontrolle von Kunststoffprodukten auf der K 2019

Auf der K 2019, der Weltleitmesse für die Kunststoff- und Kautschukindustrie vom 16.-23. Oktober in Düsseldorf, demonstriert das Fraunhofer-Institut für Hochfrequenzphysik und Radartechnik FHR das breite Anwendungsspektrum des von ihm entwickelten Millimeterwellen-Scanners SAMMI® im Kunststoffbereich. Im Rahmen des Messeauftritts führen die Wissenschaftler die vielseitigen Möglichkeiten der Millimeterwellentechnologie zur kontaktlosen, zerstörungsfreien Prüfung von Kunststoffprodukten vor.

Millimeterwellen sind in der Lage, nicht leitende, sogenannte dielektrische Materialien zu durchdringen. Damit eigen sie sich in besonderem Maße zum Einsatz in...

Im Focus: Solving the mystery of quantum light in thin layers

A very special kind of light is emitted by tungsten diselenide layers. The reason for this has been unclear. Now an explanation has been found at TU Wien (Vienna)

It is an exotic phenomenon that nobody was able to explain for years: when energy is supplied to a thin layer of the material tungsten diselenide, it begins to...

Im Focus: Rätsel gelöst: Das Quantenleuchten dünner Schichten

Eine ganz spezielle Art von Licht wird von Wolfram-Diselenid-Schichten ausgesandt. Warum das so ist, war bisher unklar. An der TU Wien wurde nun eine Erklärung gefunden.

Es ist ein merkwürdiges Phänomen, das jahrelang niemand erklären konnte: Wenn man einer dünnen Schicht des Materials Wolfram-Diselenid Energie zuführt, dann...

Im Focus: Wie sich Reibung bei topologischen Isolatoren kontrollieren lässt

Topologische Isolatoren sind neuartige Materialien, die elektrischen Strom an der Oberfläche leiten, sich im Innern aber wie Isolatoren verhalten. Wie sie auf Reibung reagieren, haben Physiker der Universität Basel und der Technischen Universität Istanbul nun erstmals untersucht. Ihr Experiment zeigt, dass die durch Reibung erzeugt Wärme deutlich geringer ausfällt als in herkömmlichen Materialien. Dafür verantwortlich ist ein neuartiger Quantenmechanismus, berichten die Forscher in der Fachzeitschrift «Nature Materials».

Dank ihren einzigartigen elektrischen Eigenschaften versprechen topologische Isolatoren zahlreiche Neuerungen in der Elektronik- und Computerindustrie, aber...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

VR-/AR-Technologien aus der Nische holen

18.10.2019 | Veranstaltungen

Ein Marktplatz zur digitalen Transformation

18.10.2019 | Veranstaltungen

Wenn der Mensch auf Künstliche Intelligenz trifft

17.10.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Insekten teilen den gleichen Signalweg zur dreidimensionalen Entwicklung ihres Körpers

18.10.2019 | Biowissenschaften Chemie

Volle Wertschöpfungskette in der Mikrosystemtechnik – vom Chip bis zum Prototyp

18.10.2019 | Physik Astronomie

Innovative Datenanalyse von Fraunhofer Austria

18.10.2019 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics