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Neueste Nanoforschung aus Hessen auf der NanoSolutions

05.11.2008
Die breite Anwendung von Nanotechnologie und die Stärke des Hochtechnologie-Standortes Hessen zeigen neun hessische Hochschulen am Gemeinschaftsstand des NanoNetzwerkHessen und des TechnologieTransferNetzwerks Hessen (TTN-Hessen) auf der NanoSolutions (11.11.-13.11.2008).

Die beiden Institutionen betreiben erstmalig in Zusammenarbeit den Gemeinschaftsstand der hessischen Hochschulen. Daneben beteiligen sich auch das Deutsche Kunststoffinstitut (DKI) und Science4Life (S4L) an der größten deutschen Messe zum Thema Nano in Frankfurt.

Hessischer Hochschulgemeinschaftsstand auf der NanoSolutions 2008, 11.-13.11.2008, Messe Frankfurt, Halle 4.1, Stand B 2

Mit ihren Präsentationen zeigen die Hochschulen, dass Forschung nicht nur Selbstzweck ist, sondern in konkreten Produkten und Verfahren münden kann - wenn sich Partner aus der Wirtschaft finden, die gemeinsam mit ihnen die Projekte realisieren. So entwickelt beispielsweise die Universität Kassel ein Verfahren, in dem mit Hilfe von großflächig angeordneten Mikrospiegeln, die in Fensterflächen integriert sind, die Helligkeit in Innenräumen deutlich verbessert werden kann.

Dies führt dazu, dass weniger Kunstlicht während des Tages benötigt wird und Räume gleichmäßig mit "natürlichem" Licht ausgeleuchtet werden. Die Spiegel lassen sich je nach Jahreszeit und Sonneneinstrahlung ausrichten, so dass sie entweder Licht in den Raum leiten oder als Blendschutz dienen. Dadurch können die Energiekosten gesenkt und die Lebensqualität erhöht werden. Die Mikrospiegel werden auf geeigneten, kostengünstigen Materialien in Form eines nanodünnen Films aufgebracht, wodurch nur geringe Herstellungskosten entstehen.

Mit der Behandlung von Gehirn-Tumoren durch Nanopartikel befasst sich die Goethe-Universität Frankfurt. Vor allem Gliobastome gehören zu den aggressivsten und schnell wachsenden Tumoren. Die Behandlung ist schwierig, da chirurgische Methoden oder Bestrahlung in den meisten Fällen nur unzureichend sind und Antikrebsmedikamente die Blut-Hirn-Schranke nicht überwinden können.

Vor einigen Jahren wurde jedoch am Institut für Pharmazeutische Technologie der Goethe-Universität Frankfurt entdeckt, dass man Arzneimittel mit Hilfe von Nanopartikeln aus bioabbaubaren Kunstoffen nach intravenöser Injektion über diese Schranke transportieren kann. Inzwischen durchgeführte Toxizitätsstudien zeigten darüber hinaus, dass die Toxizität der eingesetzten Antikrebsmittel (Doxorubicin) durch die Bindung an die Nanopartikel wesentlich reduziert werden kann.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit

So interdisziplinär die Nanotechnologie als Querschnittstechnologie ist, so fächerübergreifend ist auch die Zusammenarbeit der einzelnen Fachbereiche an den Hochschulen. Im CINSat der Universität Kassel beispielsweise arbeiten die Fachbereiche Physik, Biologie, Chemie, die Ingenieurwissenschaften sowie das Institut für Nanostrukturtechnologie und Analytik (INA) in Forschungsprojekten eng zusammen. Sie wollen die Grundlagenforschung auf dem Gebiet der Nanostrukturwissenschaften voranbringen, neuartige Nanostrukturen herstellen, diese auf ihre außergewöhnlichen Eigenschaften untersuchen und Forschungsergebnisse industriellen Partnern zugänglich machen.

Weitere Einblicke in die weite Welt der Nanotechnologie bietet der Nanotech-Parcours "Nano Discovery", den die Aktionslinie Hessen-Hanotech inhaltlich unterstützt. Hessen-nanotech ist ebenfalls mit einem Infostand vertreten und gibt Auskunft über die Aktivitäten des Landes Hessen zur Förderung der Nanotechnologie.

Barbara Hoffmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.ttn-hessen.de
http://www.nanonetzwerkhessen.de

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