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Nachhaltigkeit – mehr als nur Imagefaktor?

01.03.2010
• Sonderschau „Nachhaltig Produzieren und Verpacken“
• Tu der Umwelt Gutes und präsentiere es auf der FachPack!

Vielfältigste Verpackungslösungen offerieren die über 1.300 Aussteller der FachPack 2010 (2009: 1.338) vom 28. bis 30. September im Messezentrum Nürnberg. Mit PrintPack (Verpackungsveredelung) und LogIntern (Verpackungslogistik) ist das Messehighlight der europäischen Verpackungsbranche bestens vorbereitet auf seine erwarteten gut 33.000 Besucher (2009: 33.846).

Die wichtigste Sonderschau der FachPack 2009 widmete sich auf rund 1.350 m2 dem Thema „Nachhaltig Produzieren und Verpacken“. 36 Aussteller aus den Bereichen Verpackungsmaschinen, Packmittelproduktion und Recycling zeigten, mit welchen Neuheiten sie sich den Herausforderungen von Klimawandel und knapperen Ressourcen stellen. Und weil die Sonderschau praxisnah vermittelte, wie diese guten Ideen im eigenen Unternehmen umgesetzt werden können, war das Interesse der Besucher riesengroß. Nachhaltiges Wirtschaften bleibt auch in den kommenden Jahren eines der wichtigsten Themen in der Verpackungswirtschaft. Deshalb wird das Erfolgskonzept der Sonderschau 2010 weiter entwickelt. Diesmal steht die Präsentation von nachhaltig produzierten Verpackungsmaterialien unter besonderer Berücksichtigung der Anwender dieser Materialien, eben der „Markenartikler“, im Mittelpunkt. Corporate Social Responsibility ist hier das Stichwort: Tu der Umwelt Gutes und präsentiere es auf der FachPack!

Nachhaltigkeit als Chance und Erfolgsfaktor begreifen
Leider besteht noch kein gemeinsames Verständnis darüber, was „nachhaltige Verpackung“ bedeutet. Nachhaltigkeit unterscheidet sich von Umweltfreundlichkeit beispielsweise dadurch, dass nicht nur das Endprodukt im Fokus steht, sondern der gesamte Lebenszyklus. Schon bei der Produktion sind z. B. CO2-Emissionen, Wasser- und Energieverbrauch wichtig. Weitere Gesichtspunkte sind Schutz der natürlichen Ressourcen, Müllvermeidung, Recycling und die Optimierung in der Prozess- und Lieferkette. Einheitliche, adäquate Konzepte zur Bewertung individueller Verpackungslösungen, die auch der Komplexität des Themas gerecht werden, fehlen. Für jedes Produkt müssen das System aus Primär-, Sekundär- und Tertiärverpackung, das Produkt selbst und sein gesamter Lebenszyklus Berücksichtigung finden. Um dem Verbraucher Nachhaltigkeit der Verpackungen transparent zu kommunizieren, besteht noch erheblicher Abstimmungsbedarf.

Das erklärt auch das große Interesse an der FachPack-Sonderschau „Nachhaltig Produzieren und Verpacken“. Die 2010er Präsentation zeigt nachhaltig produzierte Verpackungen unter Berücksichtigung der Anforderungen der Markenartikelindustrie. Für die Unternehmen heißt das, Nachhaltigkeit als Chance und Erfolgsfaktor zu begreifen. Kritische Verbraucher besinnen sich auf traditionelle Werte. Sie suchen klimaneutral, ohne Ausbeutung von Produzenten in Entwicklungs- und Schwellenländern hergestellte, fair gehandelte Produkte. LOHAS (Anhänger des Lifestyles of Health and Sustainability) wollen mit ihrem Konsum zum Schutz von Natur und Umwelt beitragen. Glaubwürdig nachhaltig handeln ist ihr Lebensstil. Ihr Ziel ist nicht Wachstum um jeden Preis, sondern Entschleunigung, gegenseitiger Respekt und die moderne Interpretation klassischer Werte. Für klimafreundlichen Konsum ist diese Zielgruppe bereit, auch höhere Preise zu akzeptieren.

Unterschiedliche Ansätze für die Vielfalt der Verpackungsmaterialien
Die Beurteilung von nachhaltigen Verpackungen ist deshalb so schwierig, weil unterschiedlichste Ausgangsmaterialien verwendet werden. Das macht den direkten Vergleich unmöglich. Glas besteht aus einigen der am häufigsten vorkommenden Rohstoffe, nämlich Sand, Soda und Kalk, und es kann ohne Qualitätsverlust unbegrenzt immer wieder verwendet werden. Kunststoffe basieren auf Mineralöl, in steigendem Maße auch auf nachwachsenden Rohstoffen. Zu unterscheiden ist jedoch zwischen Bio-Kunststoffen und bioabbaubaren Werkstoffen: Polyolefine auf Mineralölbasis sind durchaus bioabbaubar. Sie zerfallen nach längerer Zeit unter Sonnenlicht in Kohlenstoff und Wasserstoff. Das aus Polyolefinen hergestellte Polyethylen gehört zu den am häufigsten eingesetzten Packstoffen. Dagegen ist beispielsweise Polymilchsäure (PLA) aus nachwachsenden Rohstoffen wie Maisstärke nicht biologisch abbaubar.

Für Papier- und Kartonerzeugnisse gibt es seit langem eine Zertifizierung für nachhaltige Waldbewirtschaftung. Ziel des 1993 gegründeten FSC (Forest Stewardship Council) ist es, die Wälder und ihre Funktion als Lebensraum, Ressourcenquelle und globales Puffersystem gegen den Klimawandel zu erhalten und den Konsum entsprechend FSC-zertifizierter Holz- und Papierprodukte zu fördern. Selbstverständlich wird auch bei der Veredelung z. B. von Faltschachteln darauf geachtet, keine schwermetallhaltigen Substanzen, halogenierte Lösemittel oder sonstige als bedenklich geltende Stoffe zu verwenden. Moderne Abluftreinigungsanlagen mit Energierückgewinnung und verbesserter Energieeffizienz verringern die Umweltbelastung deutlich. Untersuchungen belegen: Folienveredelte Bedruckstoffe lassen sich unproblematisch zusammen mit herkömmlichen bedruckten oder lackierten Materialien recyceln – ganz im Gegensatz zu folienkaschierten Bedruckstoffen, die aussortiert und spezial behandelt werden müssen.

Biofolien werden salonfähig
Die FachPack-Sonderschau zeigt, wie die Industrie mit innovativen Konzepten zielorientierte Verbesserungen erreichen kann, an denen alle Akteure entlang der Wertschöpfungskette konstruktiv mitwirken. Produkte und Dienstleistungen müssen mit immer weniger Ressourceneinsatz auskommen. Effizienzsteigerungen sind die Antwort auf die drohende Ressourcenknappheit. Geschlossene Kreisläufe für Rohstoffe werden künftig noch selbstverständlicher. Die Qualität der in technischen und biologischen Kreisläufen geführten Rohstoffe muss daher langfristig gesichert werden. Schon die Sonderschau 2009 präsentierte die erste bioabbaubare Schrumpffolie für Getränke-Sixpacks. Die Entwicklung kompostierbarer Schrumpffolien aus nachwachsenden Rohstoffen nach EN 13432 stellte eine der größten Herausforderungen für Kunststoffverarbeiter dar. Hauptproblem war, eine Rezeptur zu finden, die ein verlässliches Schrumpfverhalten und Oberflächeneigenschaften für eine optimale Gleitfähigkeit ermöglicht. Die Bio-Schrumpffolie wird klimaneutral ausschließlich mit Ökostrom produziert und auf Kundenwunsch mit Farben auf Wasserbasis werbewirksam bedruckt. Der Einsatz der wasserbasierten Farben verbessert die ökologische Gesamtbilanz der Folie zusätzlich.

Moderne Technologie spart Energie und Material
Für die Nachhaltigkeits-Bilanz der Verpackung ist die Maschinentechnik mit entscheidend. Hier liegen noch erhebliche Energiesparpotenziale in der Antriebstechnik. Dazu können Softwaretools beitragen, die optimierte Bewegungsführung für hohe Produktivität mit geringerem Energieverbrauch und minimalem Ausschuss vereinen. Eine ganzheitliche Kostenbetrachtung konzentriert sich auf die Life Cycle Costs, also Kosten für Konstruktion, Inbetriebnahme, Betrieb, Wartung und Instandhaltung. Mit rückspeisefähigen Versorgungsgeräten gewinnen Motoren Bremsenergie durch den Wechsel in den Generatorbetrieb. So wird ein Energieüberschuss nicht in nutzlose Wärme umgewandelt, sondern entweder zurück ins Netz gespeist oder im Zwischenspeicher gepuffert.

Diese Antriebstechnik reduziert außerdem den Kühlbedarf in Schaltschränken und Leitungsverluste durch kürzere Kabellängen. Die Anbindung von bis zu 20 Antrieben an eine gemeinsame Versorgung verringert die Verkabelung um bis zu 85 %. Reduziertes Bau- und Schaltschrankvolumen führt zu einer erheblichen Einsparung von Ressourcen für die Herstellung von Maschinen und Anlagen. Dieser Prozess kann mit durchgängigen Softwaretools optimiert werden. Die Möglichkeiten reichen dabei von integrierter Energieverbrauchserfassung bis zu steuerungsintegrierten Softwaretools für Taktzeit- und Energie-Effizienz-Analyse. Die Tools analysieren online jede Bewegung und jeden Prozessschritt der Maschine. Diese Daten bilden die Basis für eine optimierte Bewegungsführung, die hohe Produktivität mit geringerem Energieverbrauch vereint. Markenartikelhersteller, die sich neben der perfekten Verpackung zum Schutz und zur Präsentation ihrer Produkte für moderne Maschinentechnik entscheiden, können damit nicht nur ihre Kosten senken, sondern auch ihre Nachhaltigkeits-Bilanz positiv und werbewirksam beeinflussen.

Petra Trommer | Messezentrum Nürnberg
Weitere Informationen:
http://www.fachpack.de

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