Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

IFA 2012: 3D-Filme im Wohnzimmer – auch ohne Brille

14.08.2012
Neue Displays sollen ein dreidimensionales Fernsehvergnügen ohne lästige Brille ermöglichen. Bislang hapert es jedoch an den Inhalten. Künftig passt eine neue Technologie die üblichen 3D-Filme in Echtzeit an die neuen, autostereoskopischen Displays an. Auf der Internationalen Funkausstellung IFA vom 31. August bis 5. September in Berlin zeigen Forscher ihre Entwicklung (Halle 11.1, Stand 10).

Gemütlich auf dem Sofa räkeln und einen 3D-Film anschauen – ein Genuss für viele Filmfans. Allerdings wird der Spaß durch die lästige 3D-Brille leicht getrübt. Fernsehhersteller arbeiten daher an Displays, die auch ohne Brille ein dreidimensionales Bild ins Wohnzimmer zaubern.

Prototypen davon gibt es bereits; die Markteinführung dieser autostereoskopischen Displays wird nicht mehr lange auf sich warten lassen. Problematisch ist es allerdings bei den Inhalten: Die erhältlichen 3D-Blu-ray Filme basieren auf zwei verschiedenen Perspektiven, also auf jeweils zwei Bildern.

Die autostereoskopischen Displays brauchen jedoch heute schon, je nach Typ, fünf bis zehn Ansichten der gleichen Szene – in Zukunft werden es deutlich mehr sein. Denn sie stellen das dreidimensionale Bild so dar, dass es aus verschiedenen Winkeln zu sehen ist – schließlich soll es am Sofa mehr als einen Sitzplatz geben, von dem aus 3D zu sehen ist.

Neue Software rechnet Inhalte in Echtzeit um
Forscher am Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut, HHI in Berlin haben eine Technologie entwickelt, die vorhandene 3D-Blu-ray Inhalte so umrechnet, dass auch autostereoskopischen Displays sie darstellen können. »Wir erstellen aus den beiden vorliegenden Bildern eine Tiefenkarte – also eine Karte, die jedem Objekt einen eindeutigen Abstand zur Kamera zuweist«, sagt Christian Riechert, vom HHI. »Daraus berechnen wir dann beliebig viele Zwischenansichten. Dafür verwenden wir ein tiefenkartenbasiertes Rendering. Das Besondere: Das Verfahren läuft vollautomatisch und erstmals in Echtzeit.« Bisherige Systeme können solche Tiefenkarten nur erheblich langsamer erstellen, teilweise erfordern sie gar Bearbeitung von Hand. Die Echtzeitumrechnung funktioniert dagegen eher wie eine Simultan-Übersetzung: Der Zuschauer legt eine 3D-Blu-ray Disc ein, macht es sich vor dem Display bequem und genießt den Film – ohne Brille. Währenddessen errechnet eine Hardware-Komponente im Hintergrund die Tiefenkarte und erstellt die benötigten Ansichten. Der Zuschauer merkt davon nichts: Er kann den Film beliebig vor- und zurückspulen, anhalten und starten, und das bei guter Qualität. Ein Flackern an den Objektkanten, das bei einer ungenauen Berechnung zu sehen wäre, ist nicht wahrnehmbar.

Die Software zum Umrechnen der Daten, haben die Forscher bereits fertiggestellt. In einem weiteren Schritt wollen die Wissenschaftler sie nun gemeinsam mit Industriepartnern in eine Hardware umsetzen, sie also in die Fernseher integrieren. Bis die Technik allerdings in den Kaufhausregalen zu finden ist, wird sicherlich noch mindestens ein Jahr vergehen. Auf der IFA vom 31. August bis 5. September in Berlin ist sie bereits zu sehen und zu testen: In Halle 11.1 am Stand 10 steht vor einer Sofaecke ein autostereoskopischer 3D-Bildschirm bereit. Hier können die Besucher verschiedene 3D-Blu-ray Filme auswählen, die das System live umrechnet, und diese anschauen – ohne Brille.

Christian Riechert | Fraunhofer Research News
Weitere Informationen:
http://www.fraunhofer.de/de/presse/presseinformationen/2012/august/3d-filme-im-wohnzimmer-auch-ohne-brille.html

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Projektabschluss ScanCut: Filigranere Steckverbinder dank Laserschneiden

Eine entscheidende Ergänzung zum Stanzen von Kontakten erarbeiteten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT. Die Aachener haben im Rahmen des EFRE-Forschungsprojekts ScanCut zusammen mit Industriepartnern aus Nordrhein-Westfalen ein hybrides Fertigungsverfahren zum Laserschneiden von dünnwandigen Metallbändern entwickelt, wodurch auch winzige Details von Kontaktteilen umweltfreundlich, hochpräzise und effizient gefertigt werden können.

Sie sind unscheinbar und winzig, trotzdem steht und fällt der Einsatz eines modernen Fahrzeugs mit ihnen: Die Rede ist von mehreren Tausend Steckverbindern im...

Im Focus: ScanCut project completed: laser cutting enables more intricate plug connector designs

Scientists at the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT have come up with a striking new addition to contact stamping technologies in the ERDF research project ScanCut. In collaboration with industry partners from North Rhine-Westphalia, the Aachen-based team of researchers developed a hybrid manufacturing process for the laser cutting of thin-walled metal strips. This new process makes it possible to fabricate even the tiniest details of contact parts in an eco-friendly, high-precision and efficient manner.

Plug connectors are tiny and, at first glance, unremarkable – yet modern vehicles would be unable to function without them. Several thousand plug connectors...

Im Focus: Elektrogesponnene Vliese mit gerichteten Fasern für die Sehnen- und Bänderrekostruktion

Sportunfälle und der demografische Wandel sorgen für eine gesteigerte Nachfrage an neuen Möglichkeiten zur Regeneration von Bändern und Sehnen. Eine Kooperation aus italienischen und deutschen Wissenschaftler*innen forschen gemeinsam an neuen Materialien, um dieser Nachfrage gerecht zu werden.

Dem Team ist es gelungen elektrogesponnene Vliese mit hochgerichteten Fasern zu generieren, die eine geeignete Basis für Ersatzmaterialien für Sehnen und...

Im Focus: New Strategy Against Osteoporosis

An international research team has found a new approach that may be able to reduce bone loss in osteoporosis and maintain bone health.

Osteoporosis is the most common age-related bone disease which affects hundreds of millions of individuals worldwide. It is estimated that one in three women...

Im Focus: Neue Strategie gegen Osteoporose

Ein internationales Forschungsteam hat einen neuen Ansatzpunkt gefunden, über den man möglicherweise den Knochenabbau bei Osteoporose verringern und die Knochengesundheit erhalten kann.

Die Osteoporose ist die häufigste altersbedingte Knochenkrankheit. Weltweit sind hunderte Millionen Menschen davon betroffen. Es wird geschätzt, dass eine von...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Innovationstage 2020 – digital

06.08.2020 | Veranstaltungen

Innovationen der Luftfracht: 5. Air Cargo Conference real und digital

04.08.2020 | Veranstaltungen

T-Shirts aus Holz, Möbel aus Popcorn – wie nachwachsende Rohstoffe fossile Ressourcen ersetzen können

30.07.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Der Türsteher im Gehirn

06.08.2020 | Biowissenschaften Chemie

Kognitive Energiesysteme: Neues Kompetenzzentrum sucht Partner aus Wissenschaft und Wirtschaft

06.08.2020 | Energie und Elektrotechnik

Projektabschluss ScanCut: Filigranere Steckverbinder dank Laserschneiden

06.08.2020 | Verfahrenstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics