Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

GESTRA – Neue Fähigkeiten in der Weltraumüberwachung in Deutschland

10.04.2018

Die Forscher vom Fraunhofer FHR entwickeln ein neuartiges Radarsystem im Auftrag des Raumfahrtmanagements des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), den erdnahen Weltraum 24/7 zu beobachten. Im operativen Betrieb wird GESTRA für das deutsche Weltraumlagezentrum ab Mitte 2019 bisher nicht verfügbare Daten über Weltraumobjekte zur Verfügung stellen - ein Meilenstein der Weltraumbeobachtung in Deutschland. Erfahren Sie mehr dazu auf der ILA Berlin vom 25. bis 29. April 2018.

Das Fraunhofer-Institut für Hochfrequenzphysik und Radartechnik FHR ist durch seine langjährige Erfahrung auf dem Gebiet der Weltraumraumbeobachtung mit Radar ein etablierter Experte. Mit dem Radarsystem TIRA bietet es Fähigkeiten, die sonst auf der Welt nicht verfügbar sind. Erst Anfang April lieferte es die letzten Abbildungen der chinesischen Raumstation Tiangong-1, die um die Welt gingen.


Weltraumüberwachung mit GESTRA: Elektronisch gesteuerte Antennen ermöglichen, aufgespürte Objekte zu verfolgen und den Weltraum gleichzeitig nach weiteren zu durchsuchen.

Fraunhofer FHR


Komplexe Leading-edge-Technologie bei GESTRA: 40 Subsysteme werden auf 8 riesigen Platinen (130cm x 55cm) direkt an die Antennenplatte aus Aluminium mit integriertem Kühlkreislauf befestigt.

Fraunhofer FHR

Doch die Wissenschaftler arbeiten an einer Erweiterung der Fähigkeiten. Mit dem neuen Radarsystem GESTRA (German Experimental Space Surveillance and Tracking Radar) wird es erstmals in Deutschland möglich sein, aktive Satelliten und Weltraumtrümmer rund um die Uhr zu beobachten und damit einen Bahndatenkatalog zu erstellen, der hilft vor Zusammenstößen zu schützen.

Radar warnt vor Weltraummüll

Die »Verkehrssituation« im All ist angespannt: Neben unzähligen Satelliten umkreisen Weltraumtrümmer wie zum Beispiel ausgebrannte Raketenstufen und Bruchstücke von explodierten Raumfahrtobjekten die Erde. Diese verwandeln den Orbit zunehmend in einen Schrottplatz. Es gibt inzwischen etwa 20.000 Objekte, welche mit einer Größe von mehr als zehn Zentimetern und einem Tempo von durchschnittlich 25.000 Kilometern pro Stunde um die Erde rasen. Hinzu kommen 700.000 kleinere Objekte, die immer noch größer als ein Zentimeter sind. Durch ihre enorme Geschwindigkeit können auch diese Trümmerteilchen aktive Satelliten beschädigen oder zerstören.

Der Zusammenstoß zwischen einem Trümmerteil und einem Satelliten kann nur durch ein Ausweichmanöver verhindert werden. Allerdings sind Manöver dieser Art ressourcen- und zeitintensiv und möchten vom Betreiber nur bei echter Gefährdung des Satelliten durchgeführt werden. Um diese Gefährdung abschätzen zu können, ist einerseits eine möglichst vollständige Katalogisierung der Weltraumobjekte sowie die hochpräzise Bahnbestimmung der potenziellen Kollisionsobjekte notwendig. Beides kann durch Radarsysteme erfüllt werden.

GESTRA: Weiträumige Weltraumüberwachung mit Leading-edge-Technologie

Für eine lückenlose, kontinuierliche Überwachung des Weltraums benötigt man sogenannte Phased Array Radare. Die elektronisch gesteuerten Gruppenantennen sind in der Lage, den erdnahen Weltraum rund um die Uhr großräumig zu überwachen. Mit dieser elektronisch schwenkbaren, auf neuester Halbleitertechnologie basierenden Antenne, die innerhalb von Millisekunden riesige Bereiche am Himmel abscannen kann, arbeitet das neue Weltraumüberwachungsradar GESTRA.

Dieses entwickelt das Fraunhofer FHR zurzeit im Auftrag des Raumfahrtmanagements des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Der Sensor besteht aus einer Sende- und einer Empfangseinheit, die jeweils in einem 18 m x 4 m x 4 m großen Container integriert wurden. Durch die kompakte Bauweise ist GESTRA ein mobiles System, welches an beliebige Standorte transportiert werden kann.

Wenn es 2019 für das Weltraumlagezentrum der Bundeswehr in Betrieb geht, wird es erstmals aus Deutschland möglich sein, großflächig die Trümmerpopulation im erdnahen Weltraum (in Bahnhöhen von 300 km bis 3000 km) zu überwachen. Durch einen kontinuierlichen Betrieb wird so ein Katalog der Weltraumtrümmer im erdnahen Bereich entstehen. Diese neue Datenbasis wird einen großen Einfluss auf die Weiterentwicklung und den Betrieb der Weltrauminfrastruktur von Deutschland und Europa haben.

Erfahren Sie mehr über das neue GESTRA

Das Fraunhofer FHR präsentiert am Montag, 23.4.2018 um 10 Uhr auf www.fhr.fraunhofer.de/gestra in einem Film das Weltraumüberwachungsradar GESTRA mit seiner neuartigen und komplexen Technik.

Besuchen Sie uns außerdem auf der ILA Berlin vom 25. Bis 29. April 2018. An drei Messeständen zeigen wir GESTRA: Halle 4, Stand 202 (Fraunhofer-Gesellschaft), in Halle 3, Stand 302 (Weltraumlagezentrum der Bundeswehr) und in Halle 2, Stand 203 (Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie BMWi).

Weitere Informationen:

https://www.fhr.fraunhofer.de/de/geschaeftsfelder/weltraum/gestra.html?wmc=gestr... GESTRA-Filmteaser
https://www.fhr.fraunhofer.de/de/presse-medien/pressemitteilungen/gestra-neue-fa... Bilder in Druckauflösung und Pressemitteilung

Jens Fiege | Fraunhofer-Institut für Hochfrequenzphysik und Radartechnik FHR

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht ZUKUNFT PERSONAL EUROPE: WORK:OLUTION - SUCCEED IN PERMANT BETA
16.07.2018 | GFOS mbH

nachricht Roboter zeichnet Skizzen von Messebesuchern
22.06.2018 | Fraunhofer-Institut für Algorithmen und Wissenschaftliches Rechnen SCAI

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Future electronic components to be printed like newspapers

A new manufacturing technique uses a process similar to newspaper printing to form smoother and more flexible metals for making ultrafast electronic devices.

The low-cost process, developed by Purdue University researchers, combines tools already used in industry for manufacturing metals on a large scale, but uses...

Im Focus: Rostocker Forscher entwickeln autonom fahrende Kräne

Industriepartner kommen aus sechs Ländern

Autonom fahrende, intelligente Kräne und Hebezeuge – dieser Ingenieurs-Traum könnte in den nächsten drei Jahren zur Wirklichkeit werden. Forscher aus dem...

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neue Anwendungen für Mikrolaser in der Quanten-Nanophotonik

20.07.2018 | Physik Astronomie

Need for speed: Warum Malaria-Parasiten schneller sind als die menschlichen Abwehrzellen

20.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Die Gene sind nicht schuld

20.07.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics