Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Frankfurter Buchmesse: Lautsprecher aus Papier wollen den Buchmarkt erobern

05.10.2017

Neueste Generation des klingenden „T-Book“ der Printmedientechniker der TU Chemnitz wird erstmals am 12. Oktober 2017 auf der Frankfurter Buchmesse vorgestellt

Ein Buch, dessen Seiten sprechen und Sound abspielen? Ein Blatt Papier, bunt bedruckt wie in einem Fotobuch, aber gleichzeitig ein Lautsprecher? Diese faszinierende Technologie wird am Institut für Print- und Medientechnik der Technischen Universität Chemnitz entwickelt. Die Seiten sind aus hochinnovativem Lautsprecherpapier (kurz: T-Paper). Dieses Spezialpapier wurde vom Team um Prof. Dr. Arved Hübler entwickelt.


Sieht aus wie ein normales Buch, doch die Seiten des "T-Book " bestehen aus hochinnovativem Lautsprecherpapier, das den Sound abspielt.

Foto: TU Chemnitz/Martin Mellendorf


Dr. Georg Schmidt (l.) und Student Robert Eland kontrollieren an einer Rolle-zu-Rolle-Druckmaschine im Labor der Professur Printmedientechnik die Qualität eines Probedruckes.

Foto: TU Chemnitz/Uwe Meinhold

„Dabei werden ganz normales Papier oder Folien mit zwei Schichten eines leitfähigen organischen Polymers als Elektroden bedruckt“, erläutert der Inhaber der Professur Printmedientechnik der TU. Dazwischen komme eine piezoelektrische Schicht als aktives Element, was das Papier oder die Folie in Schwingungen versetze.

Laut und deutlich wird durch die Luftverdrängung der Sound erzeugt. Die beiden Seiten des Lautsprecherpapiers lassen sich farbig bedrucken und anschließend zu einem normalen Buch binden – dem sogenannten „T-Book“. Die notwendige Elektronik wird im Buchdeckel versteckt.

Vor zwei Jahren wurde das erste Muster bei der Jahresveranstaltung des 58. World Press Photo Wettbewerbs in Amsterdam vorgestellt und danach mehrfach prämiert. Die Ergebnisse der zweiten Generation dieser Drucktechnologie werden am 12. Oktober 2017 erstmals auf der Frankfurter Buchmesse präsentiert. „War die erste Generation noch groß und schwer, so unterscheidet sich unsere neue T-Book-Generation nicht mehr von einem normalen Buch“, versichert Hübler.

Es sei dünn, leicht und könne wie jedes andere Buch durchblättert werden. „Dazu musste die Buchbindung und die Kontaktierung der Seiten mit der Elektronik völlig neu konzipiert werden, um am Ende ein traditionelles Buch aus Papier – jedoch mit sprechenden Seiten – zu erhalten“, berichtet Projektleiter Georg C. Schmidt. Für eine Kombination des klassischen Bildbandes mit einem Hörerlebnis sieht Dr. Schmidt vielfältige Anwendungen, nicht zuletzt im Markt der beliebten Fotobücher.

Das Projekt „T-Paper“ wird im Rahmen der Fördermaßnahme "Validierung des technologischen und gesellschaftlichen Innovationspotenzials wissenschaftlicher Forschung - VIP+" vom Bundesministerium für Bildung und Forschung in den kommenden drei Jahren mit rund 1,4 Millionen Euro gefördert. Ziel ist es, das T-Book effizient industriell herstellen zu können. Für den erfahrenen Blick aus der Praxis sorgt in diesem Projekt Dr. Oliver Kranert, Geschäftsführer in der Firmengruppe CPI, einem der führenden Buchfertiger Europas. Er berät das Chemnitzer Projektteam als Mentor, um die industrielle Sicht frühzeitig in die Entwicklungsarbeit der Forscherinnen und Forscher einzubringen.

Auf dem CPI-Stand auf der Frankfurter Buchmesse (Halle 4.0, Stand F73) können Fachbesucher von Verlagen am 12. Oktober 2017 das „T-book 2“ hören und sehen, um Ideen für neue Anwendungen zu bekommen. „Vielleicht werden sprechende Buchseiten ja in Zukunft auf der Buchmesse ganz normal sein“, sagt Hübler, unter dessen Leitung dieser Technologietrend bereits seit fast zehn Jahren vorangetrieben wird und weltweit zunehmend Beachtung findet.

Projekt-Website: http://www.tpaper.de

Kontakt: Prof. Dr. Arved C. Hübler, Institut für Print und Medientechnik der TU Chemnitz, Telefon 0371 531-23610, E-Mail pmhuebler@mb.tu-chemnitz.de, sowie Dr. Georg C. Schmidt, Telefon 0371 531-35175, E-Mail georg.schmidt@mb.tu-chemnitz.de.

Dipl.-Ing. Mario Steinebach | Technische Universität Chemnitz
Weitere Informationen:
http://www.tu-chemnitz.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht Fraunhofer ESK macht verteilte Anwendungen in der Produktion verlässlich
15.11.2018 | Fraunhofer-Gesellschaft

nachricht 5G sichert Zukunft von Industrie 4.0 – DFKI mit der SmartFactoryKL auf der SPS IPC Drives
13.11.2018 | Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH, DFKI

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Rasende Elektronen unter Kontrolle

Die Elektronik zukünftig über Lichtwellen kontrollieren statt Spannungssignalen: Das ist das Ziel von Physikern weltweit. Der Vorteil: Elektromagnetische Wellen des Licht schwingen mit Petahertz-Frequenz. Damit könnten zukünftige Computer eine Million Mal schneller sein als die heutige Generation. Wissenschaftler der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) sind diesem Ziel nun einen Schritt nähergekommen: Ihnen ist es gelungen, Elektronen in Graphen mit ultrakurzen Laserpulsen präzise zu steuern.

Eine Stromregelung in der Elektronik, die millionenfach schneller ist als heutzutage: Davon träumen viele. Schließlich ist die Stromregelung eine der...

Im Focus: UNH scientists help provide first-ever views of elusive energy explosion

Researchers at the University of New Hampshire have captured a difficult-to-view singular event involving "magnetic reconnection"--the process by which sparse particles and energy around Earth collide producing a quick but mighty explosion--in the Earth's magnetotail, the magnetic environment that trails behind the planet.

Magnetic reconnection has remained a bit of a mystery to scientists. They know it exists and have documented the effects that the energy explosions can...

Im Focus: Eine kalte Supererde in unserer Nachbarschaft

Der sechs Lichtjahre entfernte Barnards Stern beherbergt einen Exoplaneten

Einer internationalen Gruppe von Astronomen unter Beteiligung des Max-Planck-Instituts für Astronomie in Heidelberg ist es gelungen, beim nur sechs Lichtjahre...

Im Focus: Mit Gold Krankheiten aufspüren

Röntgenfluoreszenz könnte neue Diagnosemöglichkeiten in der Medizin eröffnen

Ein Präzisions-Röntgenverfahren soll Krebs früher erkennen sowie die Entwicklung und Kontrolle von Medikamenten verbessern können. Wie ein Forschungsteam unter...

Im Focus: Ein Chip mit echten Blutgefäßen

An der TU Wien wurden Bio-Chips entwickelt, in denen man Gewebe herstellen und untersuchen kann. Die Stoffzufuhr lässt sich dabei sehr präzise dosieren.

Menschliche Zellen in der Petrischale zu vermehren, ist heute keine große Herausforderung mehr. Künstliches Gewebe herzustellen, durchzogen von feinen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Kalikokrebse: Erste Fachtagung zu hochinvasiver Tierart

16.11.2018 | Veranstaltungen

Können Roboter im Alter Spaß machen?

14.11.2018 | Veranstaltungen

Tagung informiert über künstliche Intelligenz

13.11.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Mikroplastik in Kosmetik

16.11.2018 | Studien Analysen

Neue Materialien – Wie Polymerpelze selbstorganisiert wachsen

16.11.2018 | Materialwissenschaften

Anomale Kristalle: ein Schlüssel zu atomaren Strukturen von Schmelzen im Erdinneren

16.11.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics