Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Der digitale Co-Therapeut

01.11.2017

TU Chemnitz stellt neuartiges Assistenzsystem vom 13. bis 16. November 2017 auf der MEDICA, der weltgrößten Messe für Medizintechnik, in Düsseldorf vor

In der Rehabilitation nach einem Unfall oder einer Erkrankung sind derzeitig Eins-zu-Eins Betreuungsverhältnisse von Therapeut zu Patient eher eine Seltenheit. Vielmehr treten Verhältnisse von Eins-zu-Acht bis Eins-zu-Fünfzehn auf.


Echtzeit-Feedback am Display: Lars Lehmann von der Professur Digital- und Schaltungstechnik der TU Chemnitz testet das neue Therapieassistenzsystem mit seiner Kollegin Julia Richter im Labor.

Foto: TU Chemnitz/Wolfgang Thieme


Trainingsevaluierung: Nach der Therapie können Therapeut und Patient gemeinsam die Übung am Feedbackdisplay auswerten und Trainingsempfehlungen ableiten.

Foto: TU Chemnitz/Wolfgang Thieme

Daraus ergibt sich ein hoher Betreuungsaufwand für Therapeuten, die gleichzeitig mehrere Patienten begleiten und somit den Therapieprozess eines einzelnen Patienten nicht durchgehend überwachen können. Die korrekte Ausführung der Trainingsübungen ist allerdings entscheidend für den Erfolg einer Therapie.

Bewegungen eines Patienten können beispielsweise zu schnell und mit zu großer oder zu kleiner Amplitude ausgeführt werden. Zudem schleichen sich mit der Zeit Fehler bei der Ausführung von Übungen ein, die ohne zeitnahe Korrektur sogar eine negative Auswirkung auf die Gesundung haben können.

An dieser Stelle setzt die Arbeit der Nachwuchsforschergruppe AssiSt von der Technischen Universität Chemnitz an. Ihr gelang es mit Verfahren des maschinellen Lernens, das Feedback des Therapeuten in Form eines technischen Assistenzsystems nachzubilden.

„Dadurch ist es möglich, die von Patienten ausgeführten Bewegungen in Echtzeit mit Hilfe einer intelligenter Sensortechnologie zu analysieren und anschließend per Anweisung über ein Feedbackdisplay zu korrigieren – vor allem in den Phasen, in denen Therapeuten den Therapieprozess nicht begleiten können“, berichtet Julia Richter vom Projektteam. Vom 13. bis 16. November 2017 wird das neue System zur Rehabilitationsunterstützung auf der weltgrößten Messe für Medizintechnik, der MEDICA in Düsseldorf, am Stand 3/D94 vorgestellt.

Mit Patientinnen und Patienten kommt der entwickelte Demonstrator erstmals 2018 in klinischen Tests in der in Chemnitz ansässigen Rehabilitationseinrichtung ADMEDIA Reha GmbH zum Einsatz. „Ziel ist es, die Mensch-Maschine-Schnittstelle sowie die Integration in den klinischen Alltag zu optimieren und die Praxistauglichkeit zu evaluieren“, blickt Richter voraus. Perspektivisch visieren die Nachwuchsforscherinnen und -forscher auch eine Überführung des derzeitigen Demonstrators zur Marktreife an.

„Die MEDICA bietet eine ideale Möglichkeit, um weitere Partner und Akteure zu gewinnen, sodass in naher Zukunft ein breites Spektrum von Anwendern von diesem innovativen System profitieren kann“, schätzt Richter ein und ergänzt: „Wir beantworten in Düsseldorf und natürlich auch darüber hinaus gern alle Fragen zu therapeutischen sowie technischen Hintergründen unseres Assistenzsystems.“ Die Forschung der interdisziplinären Nachwuchsforschergruppe wird unterstützt durch den Europäischen Sozialfond (ESF) und den Freistaat Sachsen.

Homepage des Projektes „Assistierte Bewegungskontrolle in der Rehabilitation durch intelligente Sensortechnologie“ (AssiSt): https://www.tu-chemnitz.de/etit/dst/projekte/assist/index.php

Weitere Informationen erteilen Christian Wiede, Telefon 0371 531-33913, E-Mail christian.wiede@etit.tu-chemnitz.de, und Julia Richter, Telefon 0371 531-37933, E-Mail julia.richter@etit.tu-chemnitz.de

Dipl.-Ing. Mario Steinebach | Technische Universität Chemnitz

Weitere Berichte zu: Demonstrator MEDICA Sensortechnologie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht HMI 2019: Neue Infrastruktur ermöglicht KI-Anwendungen und zeigt TSN im Einsatz
20.02.2019 | Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH, DFKI

nachricht Licht von der Rolle – hybride OLED ermöglicht innovative funktionale Lichtoberflächen
19.02.2019 | Fraunhofer-Institut für Organische Elektronik, Elektronenstrahl- und Plasmatechnik FEP

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Jet/Hüllen-Rätsel in Gravitationswellenereignis gelöst

Ein internationales Forscherteam unter Beteiligung von Astronomen des Bonner Max-Planck-Instituts für Radioastronomie hat Radioteleskope auf fünf Kontinenten miteinander verknüpft, um das Vorhandensein eines stark gebündelten Materiestrahls, eines sogenannten Jets zu beweisen, der vom Überrest des bisher einzigen bekannten Gravitationswellenereignisses ausgeht, bei dem zwei Neutronensterne miteinander verschmolzen. Bei den Beobachtungen im weltweiten Netzwerk spielte das 100-m-Radioteleskop in Effelsberg eine wichtige Rolle.

Im August 2017 wurde zum ersten Mal die Verschmelzung zweier sehr kompakter Sternüberreste, sogenannter Neutronensterne, beobachtet, deren vorhergehende...

Im Focus: (Re)solving the jet/cocoon riddle of a gravitational wave event

An international research team including astronomers from the Max Planck Institute for Radio Astronomy in Bonn, Germany, has combined radio telescopes from five continents to prove the existence of a narrow stream of material, a so-called jet, emerging from the only gravitational wave event involving two neutron stars observed so far. With its high sensitivity and excellent performance, the 100-m radio telescope in Effelsberg played an important role in the observations.

In August 2017, two neutron stars were observed colliding, producing gravitational waves that were detected by the American LIGO and European Virgo detectors....

Im Focus: Materialdesign in 3D: vom Molekül bis zur Makrostruktur

Mit additiven Verfahren wie dem 3D-Druck lässt sich nahezu jede beliebige Struktur umsetzen – sogar im Nanobereich. Diese können, je nach verwendeter „Tinte“, die unterschiedlichsten Funktionen erfüllen: von hybriden optischen Chips bis zu Biogerüsten für Zellgewebe. Im gemeinsamen Exzellenzcluster „3D Matter Made to Order” wollen Forscherinnen und Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) und der Universität Heidelberg die dreidimensionale additive Fertigung auf die nächste Stufe heben: Ziel ist die Entwicklung neuer Technologien, die einen flexiblen, digitalen Druck ermöglichen, der mit Tischgeräten Strukturen von der molekularen bis zur makroskopischen Ebene umsetzen kann.

„Der 3D-Druck bietet gerade im Mikro- und Nanobereich enorme Möglichkeiten. Die Herausforderungen, um diese zu erschließen, sind jedoch ebenso gewaltig“, sagt...

Im Focus: Diamanten, die besten Freunde der Quantenwissenschaft - Quantenzustand in Diamanten gemessen

Mithilfe von Kunstdiamanten gelang einem internationalen Forscherteam ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung Hightech-Anwendung von Quantentechnologie: Erstmals konnten die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen den Quantenzustand eines einzelnen Qubits in Diamanten elektrisch zu messen. Ein Qubit gilt als die Grundeinheit der Quanteninformation. Die Ergebnisse der Studie, die von der Universität Ulm koordiniert wurde, erschienen jüngst in der renommierten Fachzeitschrift Science.

Die Quantentechnologie gilt als die Technologie der Zukunft. Die wesentlichen Bausteine für Quantengeräte sind Qubits, die viel mehr Informationen verarbeiten...

Im Focus: Wasser ist homogener als gedacht

Um die bekannten Anomalien in Wasser zu erklären, gehen manche Forscher davon aus, dass Wasser auch bei Umgebungsbedingungen aus einer Mischung von zwei Phasen besteht. Neue röntgenspektroskopische Analysen an BESSY II, der ESRF und der Swiss Light Source zeigen jedoch, dass dies nicht der Fall ist. Bei Raumtemperatur und normalem Druck bilden die Wassermoleküle ein fluktuierendes Netz mit durchschnittlich je 1,74 ± 2.1% Donator- und Akzeptor-Wasserstoffbrückenbindungen pro Molekül, die eine tetrahedrische Koordination zwischen nächsten Nachbarn ermöglichen.

Wasser ist das „Element“ des Lebens, die meisten biologischen Prozesse sind auf Wasser angewiesen. Dennoch gibt Wasser noch immer Rätsel auf. So dehnt es sich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Mobile World Congress: Bundesamt für Strahlenschutz rät zu Handys mit geringem SAR-Wert

22.02.2019 | Veranstaltungen

Unendliche Weiten: Geophysiker nehmen den Weltraum ins Visier

21.02.2019 | Veranstaltungen

Tagung rund um zuverlässige Verbindungen

20.02.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Der Zeit atomarer Vorgänge auf der Spur

22.02.2019 | Physik Astronomie

Wie Korallenlarven sesshaft werden

22.02.2019 | Biowissenschaften Chemie

Ökologische Holz-Hybridbauweisen für den Geschossbau

22.02.2019 | Architektur Bauwesen

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics