Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kunststoffoberflächen effektiv maßgeschneidert: Grenzflächenreaktives Spritzgießen von Thermoplasten

08.04.2002


Wissenschaftler des Instituts für Polymerforschung Dresden präsentieren auf dem Gemeinschaftsstand "Forschungsland Sachsen" zur Hannover Messe (15. bis 20. April 2002) ein neues Verfahren zur Modifizierung von Kunststoffoberflächen: das grenzflächenreaktive Spritzgießen. Das Prinzip erscheint erstaunlich einfach, eröffnet aber mit dem notwendigen chemischen Know-how interessante Möglichkeiten einer kostengünstigen Erzeugung von definierten Oberflächeneigenschaften.

In zahlreichen Anwendungen von Kunststoffen sind spezifische Oberflächeneigenschaften erforderlich, und es wird deshalb sehr häufig das gesamte Kunststoffmaterial einer kostenaufwändigen Modifizierung unterzogen. Dabei wären im Inneren des Bauteils die Eigenschaften des Standardkunststoffs völlig ausreichend.
Die Entwicklung der Dresdener Wissenschaftler setzte bei der Überlegung an, wie eine Modifizierung allein an der Oberfläche direkt während des Verarbeitungs- bzw. Formgebungsprozesses erreicht werden kann. Die für die Forschungsarbeiten des IPF charakteristische Kombination von chemischem und ingenieurtechnischem Know-how ermöglichte dieses neue Verfahren: Die Wände des Spritzgießwerkzeuges werden mit einem geeigneten polymeren Modifikator benetzt, der während des Spritzgießprozesses innerhalb von Zehntel-Sekunden mit der Kunststoffoberfläche reagiert und den gewünschten Effekt permanent erzeugt. Auf diese Weise ist eine Funktionalisierung der meist hydrophoben (wasserabweisenden) Kunststoffoberfläche und eine verbesserte Verklebbarkeit erzielbar. Beim grenzflächenreaktiven Zweikomponentenspritzgießen wird eine Erhöhung der Verbundhaftung zwischen zwei unterschiedlichen Kunststoffen auch ohne Verklebung durch eine reaktive Kopplung der Kunststoffe erreicht.

Die größte Herausforderung dabei war, den Modifikator nicht nur so auszuwählen, dass er prinzipiell die gewünschte Änderung der chemischen Oberfläche bewirkt, sondern dass diese Reaktion auch noch sehr schnell abläuft. Spritzgießen ist ein hocheffektives Verfahren mit kurzen Zykluszeiten - ein Grund, weshalb Kunststoffteile so preisgünstig herstellbar sind.
Das innovative Verfahren ist auf allen konventionellen Spritzgießmaschinen mit geringem technologischen Aufwand - ohne zusätzliche Investitionen in Maschinen und Ausrüstungen - anwendbar und damit attraktiv für die meist klein- und mittelständischen Unternehmen der kunststoffverarbeitenden Industrie. Die innovativen Produkte verschaffen den Firmen neue Chancen im Wettbewerb mit der billig produzierenden Konkurrenz aus Asien.

Kerstin Wustrack | idw
Weitere Informationen:
http://www.ipfdd.de/inst/departments/sm/im2.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht Landwirtschaft im Klimawandel: ZALF auf der IGW
18.01.2019 | Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e.V.

nachricht Leistungsschub für alle Omicron Laser
17.01.2019 | Omicron-Laserage Laserprodukte GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ten-year anniversary of the Neumayer Station III

The scientific and political community alike stress the importance of German Antarctic research

Joint Press Release from the BMBF and AWI

The Antarctic is a frigid continent south of the Antarctic Circle, where researchers are the only inhabitants. Despite the hostile conditions, here the Alfred...

Im Focus: Ultra ultrasound to transform new tech

World first experiments on sensor that may revolutionise everything from medical devices to unmanned vehicles

The new sensor - capable of detecting vibrations of living cells - may revolutionise everything from medical devices to unmanned vehicles.

Im Focus: Fliegende optische Katzen für die Quantenkommunikation

Gleichzeitig tot und lebendig? Max-Planck-Forscher realisieren im Labor Erwin Schrödingers paradoxes Gedankenexperiment mithilfe eines verschränkten Atom-Licht-Zustands.

Bereits 1935 formulierte Erwin Schrödinger die paradoxen Eigenschaften der Quantenphysik in einem Gedankenexperiment über eine Katze, die gleichzeitig tot und...

Im Focus: Flying Optical Cats for Quantum Communication

Dead and alive at the same time? Researchers at the Max Planck Institute of Quantum Optics have implemented Erwin Schrödinger’s paradoxical gedanken experiment employing an entangled atom-light state.

In 1935 Erwin Schrödinger formulated a thought experiment designed to capture the paradoxical nature of quantum physics. The crucial element of this gedanken...

Im Focus: Implantate aus Nanozellulose: Das Ohr aus dem 3-D-Drucker

Aus Holz gewonnene Nanocellulose verfügt über erstaunliche Materialeigenschaften. Empa-Forscher bestücken den biologisch abbaubaren Rohstoff nun mit zusätzlichen Fähigkeiten, um Implantate für Knorpelerkrankungen mittels 3-D-Druck fertigen zu können.

Alles beginnt mit einem Ohr. Empa-Forscher Michael Hausmann entfernt das Objekt in Form eines menschlichen Ohrs aus dem 3-D-Drucker und erklärt: «Nanocellulose...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Smarte Sensorik für Mobilität und Produktion 4.0 am 07. Februar 2019 in Oldenburg

18.01.2019 | Veranstaltungen

16. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

17.01.2019 | Veranstaltungen

Erstmalig in Nürnberg: Tagung „HR-Trends 2019“

17.01.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Zeitwirtschafts- und Einsatzplanungsprozesse effizient und transparent gestalten mit dem Workforce Management System der GFOS

18.01.2019 | Unternehmensmeldung

Der Schlaue Klaus erlaubt keine Fehler

18.01.2019 | Informationstechnologie

Neues Verfahren zur Grundwassersanierung: Mit Eisenoxid gegen hochgiftige Stoffe

18.01.2019 | Verfahrenstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics