Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

HM 2002: Care-O-bot II - die nächste Generation

22.03.2002


Der erste Care-O-bot-Prototyp


Nachfolger Care-O-bot II


"Care-O-bot" als Vision eines Haushaltsroboters, der Alten und Kranken zur Hand geht, wurde bereits 1998 auf der Hannover Messe vorgestellt. 2002 präsentiert er sich erstmals im neuen Gewand und mit neuen Funktionen: Er versteht nun einfache Befehle und verfügt über einen Greifarm, um sie auszuführen.

Care-O-bot® ist ein Serviceroboter, ein sogenannter Roboterassistent für Haushalt und Pflege. Seine Aufgabe ist es, Menschen den Alltag zu erleichtern, insbesondere den alten und pflegebedürftigen. Er soll einmal Hol- und Bringdienste übernehmen, seinem Besitzer Stütze und Gehhilfe in der häuslichen Umgebung sein und ihm als mobile Kommunikationszentrale den Zugriff auf die Haustechnik wie Heizung, Licht oder Alarmanlage ebenso ermöglichen wie das Bildtelefonat mit dem Arzt oder Angehörigen. Seit seinem ersten Hannover-Messe-Auftritt 1998 sind auf der Care-O-bot-Plattform nicht nur drei autonome mobile Roboter entstanden, die seit Februar 2000 im Museum für Kommunikation Berlin Dienst tun. Care-O-bot® selbst hat auch dazu gelernt. Auf der Hannover Messe 2002 stellen die IPA-Ingenieure Care-O-bot® II vor: im neuen Design und mit neuem Funktionsumfang. Er verfügt nun über einen Manipulatorarm und auch die aktive Gehhilfe ist installiert.

Das aktuelle Versuchsmodell des Roboters kann eine Karte seiner Umgebung generieren, auf deren Basis er eigenständig den besten Weg zu seinem Ziel plant. Stößt er auf Hindernisse, weicht er ihnen aus. Dabei helfen ihm Kameras und Sensoren, mit denen er Dinge und Personen erkennen kann. Bedient wird Care-O-bot® über ein Funkpanel mit Touchscreen. So kann der Benutzer die Aktionen des Roboter auch dann überwachen, wenn er sich nicht im selben Raum aufhält. Ebenfalls zum Bedienpanel gehört ein Mikrofon für Sprachbefehle. "Einfache Befehle wie ’geh in die Küche’ versteht Care-O-bot bereits", sagt Christoph Schaeffer, der die Care-O-bot-Entwicklung seit 1997 begleitet. Die Bedienung ist sehr einfach mit wenigen Befehlen gestaltet. Als nächsten Schritt bringen die Stuttgarter Ingenieure dem Roboter bei, bestimmte Gegenstände selbstständig zu erkennen und zu greifen. Dabei helfen ihm ein Handlungsplaner, der bereits implementiert ist, und eine Datenbank mit Objekteigenschaften. Sie befindet sich derzeit im Aufbau. "Die Datenbank wird optische und geometrische Erkennungsmerkmale typischer Haushaltsgegenstände ebenso enthalten, wie Informationen darüber, wo man sie am besten greift", erklärt Care-O-bot-II-Projektleiter Matthias Hans. Auf dieser Basis kann der Roboter einfache Befehle in komplexe Bewegungsabläufe umsetzen.

Care-O-bot® II kann gebrechlichen Personen auch als Gehhilfe dienen. Seine Navigationsalgorithmen und seine Sensorik erlauben ihm nicht nur, sich selbstständig in der Wohnung zurechtzufinden. Sie helfen ihm auch, seinen Besitzer sicher zum Ziel zu geleiten. "Über die Gehhilfestützen soll der Benutzer seinen Roboter genau so einfach bedienen können wie ein nicht motorisiertes Gehhilfegefährt", sagt Matthias Hans. Mit einem Unterschied: Der Roboter bewegt sich selbst - angeglichen an die Fortbewegung seines Benutzers. Die Gehhilfestützen sind je nach Bedarf automatisch ein- und ausfahrbar. Wer sie selbst ausprobieren möchte, hat auf der Hannover Messe 2002 (Stand 17 E 34) Gelegenheit dazu; oder er kann auch einfach nur seine Visitenkarte mit dem Roboter austauschen.

Die Entwicklung des Mensch-Maschine-Interface, der Handlungsplanung und der Bewegungsplanung inklusive Gehhilfe wurden im Projekt "MORPHA" gefördert. "MORPHA" ist ein BMBF-Leitprojekt zum Themenfeld "Mensch-Technik-Interaktion in der Wissensgesellschaft", das nach dreijähriger Laufzeit im Juni 2002 abgeschlossen sein wird.


Ihre Ansprechpartner für weitere Informationen:
Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA
Dipl.-Ing. Christoph Schaeffer, Telefon: 0711/970-1212, Telefax: 0711/970-1008, E-Mail: cfs@ipa.fhg.de
Dipl.-Ing. Matthias Hans, Telefon: 0711/970-1191, Telefax: 0711/970-1008, E-Mail: mvh@ipa.fhg.de

Dipl.-Ing. Michaela Neuner | IPA_Mediendienst
Weitere Informationen:
http://www.morpha.de/
http://www.ipa.fhg.de/aktuell/messtag.php3

Weitere Berichte zu: Gehhilfe

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht Erfolgreiche Premiere: dormakaba mit der digitalBAU zufrieden
26.02.2020 | dormakaba Deutschland GmbH

nachricht Cobot-Assistenz in der Montage: Flexible Lösungen für den Mittelstand auf der Hannover Messe 2020
19.02.2020 | Fraunhofer-Institut für Entwurfstechnik Mechatronik IEM

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wissenschaftler beleuchten aktuellen Stand der Anwendung des Maschinenlernens bei Forschung an aktiven Materialien

Verfahren des Maschinenlernens haben durch die Verfügbarkeit von enormen Datenmengen in den vergangenen Jahren einen großen Zuwachs an Anwendungen in vielen Gebieten erfahren: vom Klassifizieren von Objekten, über die Analyse von Zeitreihen bis hin zur Kontrolle von Computerspielen und Fahrzeugen. In einem aktuellen Review in der Zeitschrift „Nature Machine Intelligence“ beleuchten Autoren der Universitäten Leipzig und Göteborg den aktuellen Stand der Anwendung und Anwendungsmöglichkeiten des Maschinenlernens im Bereich der Forschung an aktiven Materialien.

Als aktive Materialien bezeichnet man Systeme, die durch die Umwandlung von Energie angetrieben werden. Bestes Beispiel für aktive Materialien sind biologische...

Im Focus: Computersimulationen stellen bildlich dar, wie DNA erkannt wird, um Zellen in Stammzellen umzuwandeln

Forscher des Hubrecht-Instituts (KNAW - Niederlande) und des Max-Planck-Instituts in Münster haben entdeckt, wie ein essentielles Protein bei der Umwandlung von normalen adulten humanen Zellen in Stammzellen zur Aktivierung der genomischen DNA beiträgt. Ihre Ergebnisse werden im „Biophysical Journal“ veröffentlicht.

Die Identität einer Zelle wird dadurch bestimmt, ob die DNA zu einem beliebigen Zeitpunkt „gelesen“ oder „nicht gelesen“ wird. Die Signalisierung in der Zelle,...

Im Focus: Bayreuther Hochdruck-Forscher entdecken vielversprechendes Material für Informationstechnologien

Forscher der Universität Bayreuth haben ein ungewöhnliches Material entdeckt: Bei einer Abkühlung auf zwei Grad Celsius ändern sich seine Kristallstruktur und seine elektronischen Eigenschaften abrupt und signifikant. In diesem neuen Zustand lassen sich die Abstände zwischen Eisenatomen mithilfe von Lichtstrahlen gezielt verändern. Daraus ergeben sich hochinteressante Anwendungsmöglichkeiten im Bereich der Informationstechnologien. In der Zeitschrift „Angewandte Chemie – International Edition“ stellen die Wissenschaftler ihre Entdeckung vor. Die neuen Erkenntnisse sind aus einer engen Zusammenarbeit mit Partnereinrichtungen in Augsburg, Dresden, Hamburg und Moskau hervorgegangen.

Bei dem ungewöhnlichen Material handelt es sich um ein Eisenoxid mit der Zusammensetzung Fe₅O₆. In einem Hochdrucklabor des Bayerischen Geoinstituts (BGI),...

Im Focus: Von China an den Südpol: Mit vereinten Kräften dem Rätsel der Neutrinomassen auf der Spur

Studie von Mainzer Physikern zeigt: Experimente der nächsten Generation versprechen Antworten auf eine der aktuellsten Fragen der Neutrinophysik

Eine der spannendsten Herausforderungen der modernen Physik ist die Ordnung oder Hierarchie der Neutrinomassen. Eine aktuelle Studie, an der Physiker des...

Im Focus: High-pressure scientists in Bayreuth discover promising material for information technology

Researchers at the University of Bayreuth have discovered an unusual material: When cooled down to two degrees Celsius, its crystal structure and electronic properties change abruptly and significantly. In this new state, the distances between iron atoms can be tailored with the help of light beams. This opens up intriguing possibilities for application in the field of information technology. The scientists have presented their discovery in the journal "Angewandte Chemie - International Edition". The new findings are the result of close cooperation with partnering facilities in Augsburg, Dresden, Hamburg, and Moscow.

The material is an unusual form of iron oxide with the formula Fe₅O₆. The researchers produced it at a pressure of 15 gigapascals in a high-pressure laboratory...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

CLIMATE2020 – Weltweite Online-Klimakonferenz vom 23. bis 30. März 2020

26.02.2020 | Veranstaltungen

Automatisierung im Dienst des Menschen

25.02.2020 | Veranstaltungen

Genomforschung für den Artenschutz - Internationale Fachtagung in Frankfurt

25.02.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Riesiger 3D-Drucker soll tonnenschwere Getriebeteile aus Stahl fertigen

27.02.2020 | Maschinenbau

Immunologie - Rachenmandeln als Test-Labor

27.02.2020 | Biowissenschaften Chemie

Pestizide erhöhen Risiko für Tropenkrankheit Schistosomiasis / Belastete Gewässer fördern Zwischenwirt des Erregers

27.02.2020 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics