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CeBIT 2002: BeamPenPhone - Virtuelle Bedienoberfläche für Handys

19.03.2002


Stellen Sie sich vor, Sie schreiben Namen und Telefonnummern auf ein Blatt Papier oder skizzieren einen Entwurf. Jetzt wollen Sie jemanden anrufen. Sie berühren den Namen und schon wählt Ihr Handy die Nummer. Das klingt phänomenal. Noch phantastischer wird es, wenn das Blatt in Wirklichkeit gar nicht existiert. An so einer virtuellen Bedienoberfläche für Handys arbeiten Siemens-Forscher in München. Jetzt haben sie auf der CeBIT eine erste Version vorgestellt. Frühestens in zwei Jahren könnte die Technik zur Marktreife gelangen.

Zu dem System gehört ein winziger Beamer, der an die Spitze eines Datenstiftes montiert werden soll und beliebige Oberflächen kegelförmig ausleuchtet. Der Projektor existiert bereits (NewsDesk 0210). Auf ein Handy montiert, bildet er dessen Display ab. An dem Stift befindet sich außerdem ein optischer Sensor mit druckempfindlicher Spitze, der alle drei Raumrichtungen abdeckt. Der Sensor hat eine Auflösung von 2000 dpi (dots per inch) und erfasst auch extrem schnelle Handbewegungen. Wenn die Spitze eine Fläche berührt und einen Kontakt schließt, beginnt das System mit der Datenaufnahme. So geschriebene Zeichen existieren nur im Computer, sie werden aber in Echtzeit vom Beamer auf die Oberfläche projiziert und damit sichtbar. Der Beamer leuchtet nur einen kleinen Teil einer Oberfläche aus; die Buchstaben daneben verschwinden aus dem Blickfeld. Da das System aber alle Bewegungen speichert, kann der Anwender vorher Geschriebenes sehen, indem er den Stift mit dem Lichtkegel einfach in den Bereich zurückbewegt. Damit ist es auch möglich, in einer Ecke der Bedienoberfläche eine Art Adressbuch anzulegen. Die dort geschriebenen Namen sind mit Telefonnummern hinterlegt. Wenn der Stift den Namen berührt, wählt das System auf Knopfdruck die betreffende Nummer. Auch können geschriebene Zeichen oder Grafiken per E-Mail oder Fax versandt werden. Der Stift findet sich auf der Oberfläche zurecht, weil es einen definierten Punkt gibt, auf den bei Bedarf ein Nullabgleich erfolgen kann. Dann erkennt das System etwa, dass es sich exakt in der Mitte der virtuellen Oberfläche befindet.

Mit dem Stift ohne Beamer ist bereits jetzt eine vereinfachte Eingabe für SMS-Nachrichten möglich. Wenn der Stift über ein Kabel mit dem Handy verbunden ist, erfasst das System die Handbewegungen auf beliebigen Unterlagen und gibt die per Handschrifterkennung registrierten Zeichen an das Handy weiter. Auf dem Display erscheinen dann die Buchstaben.

Dr. Norbert Aschenbrenner | NewsDesk
Weitere Informationen:
http://www.siemens.de/pof

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