Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wissenschaftler der TU Dresden präsentieren fünf Exponate auf der CeBIT

14.02.2002


CeBIT Hannover (13. bis 20. März 2002), Halle 11, Stand D 27

Die CeBIT wirft ihre Schatten voraus - Wissenschaftler der TU Dresden präsentieren fünf Exponate

  1. "Signa in silico" - Ideengenerator für Designer
    Die Alternative zum stundenlangen Brüten der Designer über Entwürfen und überquellenden Papierkörben heißt "Signa in silico". Was sich mit "Zeichen im Stein" übersetzen lässt oder etwas freier mit "Computergraphik".
    Die am Institut für Theoretische Informatik der TU Dresden entwickelte Software liefert pro Stunde tausend Entwürfe. Von filigranen Strukturen, die an Libellenflügel erinnern, über abstrakte, geheimnisvolle Zeichen bis zu wuchtigen technischen Formen. Herzstück der Designsoftware ist ein Algorithmensystem, das aus einer willkürlichen Zahlenfolge die Bilder entwickelt.
    Ein vorgeschaltetes Programm verwandelt beispielsweise ein Geburtsdatum in eine unendlich lange Ziffernkette. Ebenso kann der Nutzer selbst Zahlen eintippen, wie es ihm in den Sinn kommt. Zwei weitere einstellbare Parameter -Skalierung und Kopplung - entscheiden dann, wie groß die entwickelten Figuren werden und welche Form sie annehmen. Wie in der Natur genügen schon winzige Änderungen bei einem der Parameter, um völlig neue Gebilde zu kreieren.

    Informationen: Prof. Dr. Erwin P. Stoschek; Dr. Dagmar Schönfeld, Tel. (03 51) 4 63 - 3 82 37, -3 38 29, E-Mail: stoschek@tcs.inf.tu-dresden.de, Schoen@tcs.inf.tu-dresden.de

  2. Cookies - weichgekocht und ungenießbar / Cookie-Cooker und Datenmix sichern die Anonymität im Internet
    "Der Server xyz möchte ein Cookie einrichten" - jeder Surfer kennt die lästigen Meldungen, die immer häufiger das Fortkommen auf der Datenautobahn behindern. Der Surfer hat die Wahl zwischen "Annehmen" oder "Ablehnen". Lehnt er die Cookies ab, kann er viele Webangebote nicht nutzen. Nimmt er die Datenpakete an, erkennt ihn der Webserver bei jeder Einwahl wieder. Cookies bieten aber auch Vorteile: Angebote lassen sich nach eigenen Interessen maßschneidern.
    Diese Vorzüge der Cookies nutzen und gleichzeitig das Ausschnüffeln verhindern, kann der "CookieCooker". Das an der Fakultät Informatik der TU Dresden entwickelte Werkzeug lässt den Nutzer in ganz unterschiedliche Identitäten schlüpfen. Durch den Wechsel wird das Erstellen von Nutzerprofilen verhindert.
    Noch einen Schritt weiter in der Anonymisierung geht das zweite Projekt der TU-Informatiker, das auf der CeBIT präsentiert wird.

    Spurenverwischen im Internet
    JAP verwischt die Datenspuren im Internet. Der Surfer wählt sich nicht mehr direkt ins Netz ein, sondern über einen Anonymisierungsdienst. Dieser besteht aus mehreren nacheinander geschalteten Stationen, die als "Mixe" bezeichnet werden. Jeder Mixe sammelt die Datenpakete mehrerer Nutzer, kodiert und sortiert sie um und schickt sie erst dann wieder auf die Datenautobahn. Zusätzlich werden alle Datenpakete in gleicher Größe geschnürt, da sonst der Weg durchs Netz allein aufgrund des Umfangs verfolgt werden könnte. Weitere Sicherheitsmaßnahme ist der "Dummy-Traffic". Dabei schicken die Mixe Leerbotschaften durchs Netz, um zu verhindern, dass ein "Big Brother" feststellt, wann welcher Teilnehmer aktiv ist. Und diesen Big Brother gibt es möglicherweise bereits: Mit dem Lauschsystem "Echelon" überwachen die Amerikaner den gesamten Datenverkehr.

    Informationen: Dr. Hannes Federrath, Tel. (03 51) 4 63 - 3 84 70, E-Mail: cookie@inf.tu-dresden.de, jap@inf.tu-dresden.de

  3. Mit Rosi auf die Produktionsautobahn
    Dresdner Software vermindert Staus und Chaos in der Fertigung
    Schnell, pünktlich und flexibel - so sollen Betriebe heute arbeiten. Doch schnelles Reagieren auf Kundenwünsche bedeutet, Maschinen immer wieder neu einzustellen, kurzfristige Aufträge in die laufende Produktion einzutakten.
    Damit Aufträge künftig ohne Stau und Chaos abgearbeitet werden können, entwickelten Wissenschaftler des Institutes Elektronik-Technologie der TUD ROSI, die ReihenfolgeOptimierung durch Simulation.
    ROSI spielt die Produktion modellhaft durch. Warenlager, Maschinen, Aufträge werden durch spezielle Bausteine abgebildet, die einzeln konfigurierbar sind. Startet die virtuelle Fertigung, weiß der Anwender innerhalb weniger Minuten, wie lange er für den Auftrag braucht. Darüber hinaus zeigt ROSI schonungslos Schwachstellen bei der Fertigung auf. Hapert es am Material, wird die Maschine ihr Zwischenprodukt nicht los oder dauert ein Arbeitsschritt zu lange, so dass es zum Stau kommt?

    Informationen: Dr.-Ing. Gerald Weigert, Dipl.-Ing. Sebastian Werner, Tel. (03 51) 4 63-3 64 39, E-Mail: weigert@iet.et.tu-dresden.de, werner@iet.et.tu-dresden.de, Internet: http://www.iet.et.tu-dresden.de/rosi/

  4. Hardware-basierte Beschleunigung von Internetprotokollen für Hochleistungsnetze
    Die zunehmende Nutzung des Internets und die wachsende Bedeutung interner Unternehmensnetze (Intranets) führen zu steigenden Anforderungen an Kommunikationssysteme. Dabei nimmt die zur Verfügung stehende Bandbreite stärker als die Prozessorleistung und Speicherperformance zu. Schon heute können moderne Netze wie Gigabit Ethernet nur unzureichend ausgelastet werden. Daher ist zur Unterstützung neuer Netze sowie zur Integration zusätzlicher Dienste wie Quality of Service oder IP Security eine Protokollbeschleunigung für besonders leistungsfähige Systeme erforderlich.
    In Zusammenarbeit mit Projektpartnern wurde dafür ein Lösungsansatz entwickelt. Dieser sieht eine Partitionierung heute eingesetzter Protokollstacks vor. Dazu wird der so genannte TCP Fast Path, der lediglich für den Nutzdatenaustausch verantwortlich ist, durch Hardware beschleunigt. Verbindungsverwaltung und Fehlerbehandlung werden nach wie vor in Software bearbeitet.
    Der TCP Fast Path wurde optimiert und basierend auf FPGAs und Netzwerkprozessoren prototypisch als PCI Adapter realisiert und in Linux eingebunden. Im Ergebnis können Hochgeschwindigkeitsnetze deutlich besser ausgelastet werden. Zudem wurde eine Plattform geschaffen, auf deren Basis weitere Dienste realisiert werden können. Anwendungsgebiete für die TCP Beschleunigung stellen u. a. leistungsfähige Server dar.

    Informationen: Prof. Dr. habil. Alexander Schill, Tel. (03 51) 4 63-3 82 61 , E-Mail: schill@rn.inf.tu-dresden.de, http://www.rn.inf.tu-dresden.de

  5. Computer lernen logisches Denken
    Suchmaschinen, die inhaltlich zur Anfrage passende Suchergebnisse liefern; Kontrollprogramme, die neben der Rechtschreibung auch Grammatik prüfen; Expertensysteme ungeahnter Verarbeitungsleistung; rechnergestützte Entwürfe in der Chemie, die zu einer gesuchten Stoffeigenschaft die ideale Molekülkombination liefern; Analysen komplexer elektronischer Schaltungen mittels Computer in kürzester Zeit; medizinische Diagnosen durch elektronische Anlagen; Systeme zur Planung, Sprachverarbeitung und vieles andere mehr ist nicht länger Vision: Der Unifikationsprozessor macht möglich, was selbst schnellste Mikroprozessoren aufgrund ihrer Komplexität nicht zu leisten vermögen.
    Die Unifikation ist die wichtigste Operation der Computerlogik und ermöglicht Anwendungen, die so wirken, als ob der Computer logisch denken könnte: Künstliche Intelligenz.
    Ein erster Prototyp wurde zur Demonstration der Funktionalität entwickelt. Eine Anwendung zur medizinischen Diagnose und Medikation steht bereit.
    Der von Informatikern der TU Dresden entworfene und auf der CeBIT ausgestellte Unifikationsprocessor bildet eine theoretisch fundierte Lösung zur Integration wissensverarbeitender Basisfunktionalität in Hardware. Der entwickelte Unifikationsalgorithmus ist linear in der Zeit- und Speicherkomplexität, vom Befehlssatz voll beherrschbar und speziell für die direkte Hardware-Umsetzung geeignet und projektiert und kann in bestehende und neue Systeme integriert werden.

    Informationen: Doz. Dr. habil. Uwe Petersohn, Tel. (03 51) 4 63-3 84 31, E-Mail: peterson@inf.tu-dresden.de, http://www.inf.tu-dresden.de

Birgit Berg | idw

Weitere Berichte zu: CeBIT Datenpaket Fertigung TCP

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht Innovative Infrarot-Wärme reduziert Energieverbrauch bei der Herstellung von Lebensmittelkartons
12.12.2018 | Heraeus Noblelight GmbH

nachricht Neue Konzepte für das Leben in der grünen Stadt
05.12.2018 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Data use draining your battery? Tiny device to speed up memory while also saving power

The more objects we make "smart," from watches to entire buildings, the greater the need for these devices to store and retrieve massive amounts of data quickly without consuming too much power.

Millions of new memory cells could be part of a computer chip and provide that speed and energy savings, thanks to the discovery of a previously unobserved...

Im Focus: Quantenkryptographie ist bereit für das Netz

Wiener Quantenforscher der ÖAW realisierten in Zusammenarbeit mit dem AIT erstmals ein quantenphysikalisch verschlüsseltes Netzwerk zwischen vier aktiven Teilnehmern. Diesen wissenschaftlichen Durchbruch würdigt das Fachjournal „Nature“ nun mit einer Cover-Story.

Alice und Bob bekommen Gesellschaft: Bisher fand quantenkryptographisch verschlüsselte Kommunikation primär zwischen zwei aktiven Teilnehmern, zumeist Alice...

Im Focus: An energy-efficient way to stay warm: Sew high-tech heating patches to your clothes

Personal patches could reduce energy waste in buildings, Rutgers-led study says

What if, instead of turning up the thermostat, you could warm up with high-tech, flexible patches sewn into your clothes - while significantly reducing your...

Im Focus: Tödliche Kombination: Medikamenten-Cocktail dreht Krebszellen den Saft ab

Zusammen mit einem Blutdrucksenker hemmt ein häufig verwendetes Diabetes-Medikament gezielt das Krebswachstum – dies haben Forschende am Biozentrum der Universität Basel vor zwei Jahren entdeckt. In einer Folgestudie, die kürzlich in «Cell Reports» veröffentlicht wurde, berichten die Wissenschaftler nun, dass dieser Medikamenten-Cocktail die Energieversorgung von Krebszellen kappt und sie dadurch abtötet.

Das oft verschriebene Diabetes-Medikament Metformin senkt nicht nur den Blutzuckerspiegel, sondern hat auch eine krebshemmende Wirkung. Jedoch ist die gängige...

Im Focus: Lethal combination: Drug cocktail turns off the juice to cancer cells

A widely used diabetes medication combined with an antihypertensive drug specifically inhibits tumor growth – this was discovered by researchers from the University of Basel’s Biozentrum two years ago. In a follow-up study, recently published in “Cell Reports”, the scientists report that this drug cocktail induces cancer cell death by switching off their energy supply.

The widely used anti-diabetes drug metformin not only reduces blood sugar but also has an anti-cancer effect. However, the metformin dose commonly used in the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Tagung 2019 in Essen: LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

14.12.2018 | Veranstaltungen

Pro und Contra in der urologischen Onkologie

14.12.2018 | Veranstaltungen

Konferenz zu Usability und künstlicher Intelligenz an der Universität Mannheim

13.12.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Tagung 2019 in Essen: LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

14.12.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Rittal heizt ein in Sachen Umweltschutz - Rittal Lackieranlage sorgt für warme Verwaltungsbüros

14.12.2018 | Unternehmensmeldung

Krankheiten entstehen, wenn das Netzwerk von regulatorischen Autoantikörpern aus der Balance gerät

14.12.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics