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Neue Medien: Universität präsentiert ihre Visionen bei der Learntec

31.01.2002


Von Raum und Zeit unabhängig lernen

Er gehört zu den visionären Figuren unserer Gesellschaft und der universitären Forschung: der lebenslang lernende Mensch. Neue Medien sollen es ihm ermöglichen, sich unabhängig von Zeit und Raum zu bilden. Diese Medien stellt die Fridericiana bei der Learntec vom 5. bis 8. Februar im Kongress- und Ausstellungszentrum Karlsruhe vor: Die Fakultät für Informatik und andere Partner aus der Universität sind wesentlich daran beteiligt, dass der Kongress für Bildungs- und Informationstechnologie mit Fachmesse virtualisiert wird. Die Mitarbeiter zeichnen neben Vorträgen auch Interviews sowie Fachgespräche auf und legen das Material auf einem Videoserver ab. "Sowohl Kongressteilnehmer als auch andere Interessenten können die Beiträge nach dem On-Demand-Prinzip selbst über das Internet abrufen", erklärt Projektleiter Dr. Hartmut Barthelmeß. Diese Abfrage kann nicht nur mit einer minimalen Verzögerung über den Video-Live-Stream, sondern auch zu jedem anderen gewünschten Zeitpunkt stattfinden. Das Projekt Learntec online ist aber nicht nur ein Paradebeispiel für die Virtualisierung. Es lebt auch von Kooperationen, wie sie Politik und Gesellschaft immer wieder fordern: So arbeiten mehrere Hochschulen, beispielsweise die Universität und die Pädagogische Hochschule Karlsruhe, mit Wirtschaftspartnern wie der Firma K4 Knowledge Logistics, Start Seven und Fiducia Hand in Hand.


Unmittelbar neben dem Stand "Learntec online" präsentiert sich ein weiteres Kooperationsprojekt: der Virtuelle Hochschulverbund Karlsruhe (ViKar). Neben der Universität sind auch die Berufsakademie, die Fachhochschule, die Staatliche Hochschule für Gestaltung/ZKM, die Staatliche Hochschule für Musik und die Pädagogische Hochschule an diesem virtuellen Verbund beteiligt. Mit einem mobilen Kamerateam und Multimediatechniken führen die Mitarbeiter am Messestand vor, wie ViKar komplexe Zusammenhänge virtuell begreifbar macht, Lernmodule austauscht und vor allem die Selbstständigkeit der Lernenden fördert. Die Studierenden sollen sich so von Zeit- und Ortsabhängigkeiten lösen können. "Momentan testen wir im neuen Projektstudium zukunftweisende Lehr- und Lernformen", erklärt Professor Dr. Peter Deussen von der Fakultät für Informatik, der Sprecher des Verbundes. Nicht nur in virtuellen Räumen werden im Projektstudium die Lerninhalte verschiedener Disziplinen wie Informatik, Betriebswirtschaft und Recht verknüpft, sondern auch in Unternehmen umgesetzt. Über ein weiteres Beispiel der Zusammenarbeit zwischen Hochschule und Unternehmen berichtet Professor Deussen gemeinsam mit Hartmut Ehrich von der Fiducia AG in dem Vortrag "Mediales Lernen und Arbeiten am Beispiel einer Industrie-/ Hochschulkooperation" am 7. Februar um 14 Uhr. Und auch in der Podiumsdiskussion "Deutschland - Entwicklerstandort oder Entwicklungsland?" mit Professorin Dr. Martina Zitterbart von der Fakultät für Informatik am 7. Februar gerät das Zusammenspiel von Hochschule und Wirtschaft nicht aus dem Blick.

Auch wenn die kreativsten Köpfe auf dem Gebiet der neuen Medien gekürt werden, ist die Universität mit von der Partie: Während der Learntec präsentieren die 26 besten Teilnehmer am Multimedia Transfer 2002 ihre Beiträge. Dieser bundesweit einmalige Nachwuchswettbewerb, den bereits zum siebten Mal in Folge die Akademische Software Kooperation (ASK) am Rechenzentrum der Universität veranstaltet, zählt inzwischen zu den renommiertesten Talentbörsen im deutschsprachigen Raum. Der Multimedia Transfer bietet nicht nur hochqualifizierten Nachwuchswissenschaftlern die Möglichkeit, ihr Können in der Öffentlichkeit zu präsentieren, sondern eröffnet auch interessierten Unternehmen die Gelegenheit, innovative, junge Entwickler für sich zu gewinnen. "Dass dieser Wissens- und Technologietransfer in hohem Maße gelingt, zeigt nicht nur die stetig wachsende Resonanz auf diesen Wettbewerb, sondern auch die große Anzahl namhafter Unternehmen, die dieses erfolgreiche Projekt inzwischen unterstützen", so der Direktor des Rechenzentrums, Professor Dr. Wilfried Juling. Die Preise im Wert von 45.000 Euro verleiht Wissenschaftsminister Peter Frankenberg am Donnerstag, 7. Februar, 10.20 Uhr, im Brahmssaal des Kongress- und Ausstellungszentrums.

Wo es - wie auf der Learntec - um virtuelle Lern-Räume geht, darf das Fernstudienzentrum der Universität Karlsruhe (TH) nicht fehlen. So moderiert Joachim Klaus, der Leiter des Zentrums, am Dienstag, 5. Februar, 14 bis 17.30 Uhr, Vorträge zum Thema "Infrastruktur für die Bildung: Plattformen, Portale, Marktplätze" und einen Workshop der Arbeitsgemeinschaft Fernstudium "Konzepte für Online-Tutorien und Erfahrungen mit dem persönlichen Tutor oder mit programmierten Tutorien" am Freitag, 8. Februar, 14 bis 17 Uhr. Mit "Distance Learning" - Lernen aus der Ferne - beschäftigt sich auch Professor Xue Ming Li, Gast der Fakultät für Informatik, in seinem Vortrag am Freitag, 8. Februar, 12 Uhr.

Dr. Elisabeth Zuber-Knost | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-karlsruhe.de/~presse/Pressestelle/pi012.html

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