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Solarboom in Kalifornien startet 2007

26.10.2006
Bericht über die Messe "Solar Power", vom 16. bis 19. Oktober 2006 in San José, Kalifornien

Einspeisevergütung und Milliardenförderprogramme für Solarenergie ab 2007. Gouverneur Arnold Schwar-zenegger verspricht sich für Kalifornien neue Arbeitsplätze und Einsparung von drei Millionen Tonnen CO2.

In der kalifornischen Solarstrombranche stehen die Zeichen auf „Go“. Nach Ansicht von J.P. Ross von dem amerikanischen Solarverband „Vote Solar“ können bereits bis Ende dieses Jahres 120 Megawatt oder mehr Solarstromleistung neu in Kalifornien installiert werden. Das gab der Verbandsvertreter auf der Messe „So-lar Power 2006“ bekannt, die vom 16. bis 19. Oktober im kalifornischen San José stattfand. Grund für die positive Prognose ist die Bereitstellung von Fördergeldern in Höhe von rund 300 Millionen US-Dollar sowie die Möglichkeit bereits in diesem Jahr Anträge für eine neue Einspeisevergütung zu stellen, die ab Januar 2007 gezahlt wird.

Zu der viertägigen Veranstaltung in San José waren 7.000 Teilnehmer gekommen, um sich über Strukturen, Marktteilnehmer und Perspektiven des Solarmarktes zu informieren.

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Kalifornischer Solarmarkt startet durch

Die Ambitionen der USA im Bereich Solar sind groß. In der internationalen Solarstromriege rangieren die USA bisher noch auf Platz drei hinter Weltmarktführer Deutschland und dem Zweitplatzierten Japan. Ende 2005 waren insgesamt 105 Megawatt Solarstromleistung auf amerikanischen Dächern installiert, davon ca. 80 Megawatt in Kalifornien. Auf dem US-Photovoltaikmarkt gilt der westliche Bundesstaat als Zugpferd für die Entwicklung des Gesamtmarktes. Im Rahmen der „California Solar Initiative“ (CSI) stellt die kaliforni-sche Regierung bis 2017 insgesamt rund 3,2 Milliarden US-Dollar für die Installation von 3.000 Megawatt Solarstromleistung zur Verfügung. Das entspricht Solaranlagen auf rund einer Million Dächern.

Maßgeblich vorangetrieben wird die Entwicklung in Kalifornien von Gouverneur Arnold Schwarzenegger. Auf der „Solar Power 2006“ betonte er, dass mit Hilfe der Initiative in dem Bundesstaat drei Millionen Tonnen CO2 eingespart werden sollen. Gleichzeitig verspricht sich Schwarzenegger durch das mit dem Solarboom verbundene Wirtschaftswachstum neue Arbeitsplätze.

Noch einen Schritt weiter geht der kalifornische Senator Kevin Murray. Für die immer weiter steigende Nachfrage nach Energie sei Solar die perfekte Lösung, betonte Murray in San José. Wichtig sei es nun, das Thema Solarenergie in der Bevölkerung zu verankern, die nötigen Rahmenbedingungen seien ja bereits vorhanden.

Einspeisevergütung in Kalifornien ab 2007

Die Gelder, die im Rahmen der „California Solar Initiative“ bereitgestellt werden, stammen von der „Cali-fornia Public Utilities Commission“ (CPUC) und der „California Energy Commission“ (CEC). Erstere allein ist für einen Fördertopf in Höhe von 2,5 Milliarden US-Dollar verantwortlich. Zielgruppen sind nach Aussa-ge von CPUC-Vertreterin Jeanne Clinton Besitzer von Wohngebäuden sowie alle kommerziellen, industriel-len und landwirtschaftlichen Gebäude. Die „California Energy Commission“ stellt 350 Millionen US-Dollar zur Verfügung. Die Kommission, so betonte ihr Vertreter Timothy Tutt auf der „Solar Power“, hat sich zum Ziel gesetzt, innerhalb der nächsten 13 Jahre jedes zweite in Kalifornien neu gebaute Haus mit Solarenergie auszurüsten.

Neben den Programmen der CPUC und der CEC sieht die „California Solar Initiative“ ab 2007 auch die Zahlung einer Einspeisevergütung, „Performance-based Incentive“ (PBI), vor. Für Anlagen, die größer als 100 kWp sind, wird demnach eine leistungsbezogene Vergütung von 0,39 US-Dollar pro kWh gezahlt. Die Besitzer von Solarstromanlagen mit einer Größe von bis zu 100 kWp erhalten eine einmalige Zahlung von maximal 2,50 US-Dollar pro installiertes Watt (kommerzielle und private Betreiber) bzw. maximal 3,25 US-Dollar pro installiertes Watt (nicht-kommerzielle Betreiber und Regierung). Die Höhe der Zahlung orientiert sich an der zu erwartenden Anlagenleistung im Vergleich zu einer Referenzanlage in Kalifornien. Außerdem wird die Zuschusshöhe an das Marktwachstum angepasst. Werden bestimmte Megawatt-Grenzen erreicht, sinkt sie.

Auch der Präsident der „Solar Energy Industries Association“ (SEIA), Rhone Resch, schätzt die Entwick-lung des kalifornischen Solarstrommarktes als sehr positiv ein. Der dortige Markt gelte als Vorreiter für die Etablierung der Solarenergie in weiteren Bundesstaaten und wirke sich positiv auf die nationale Energiepoli-tik aus. Handlungsbedarf bestehe allerdings bezüglich des „Investment Tax Credit“ (ITC). Danach bietet die Bundesregierung einen ITC für kommerzielle Photovoltaiksysteme in Höhe von 30 Prozent der Netto-Systemkosten an. Auch für Privatsysteme kann die Förderung in Anspruch genommen werden, jedoch nur bis zu einer Höhe von 2.000 US-Dollar. Das Programm gilt allerdings ausschließlich für Systeme, die zwi-schen Januar 2006 und Dezember 2007 installiert werden. Eine Verlängerung des von der Solarbranche als erfolgreich eingeschätzten Förderinstruments wurde bislang nicht beschlossen, sei aber erforderlich, so SEIA-Präsident Rhone Resch.

Die klimatischen, politischen und infrastrukturellen Voraussetzungen für die weitere Entwicklung des So-larmarktes in Kalifornien sind gegeben. Auch die einheimische Solarindustrie steht in den Startlöchern. Jetzt kommt es darauf an, die Inhalte der „California Solar Initiative“ in die Bevölkerung zu tragen, um die ambi-tionierten Ziele zu erreichen. Oder mit Schwarzeneggers Worten: “Everybody who wants to go solar can go solar”.

Europressedienst Bonn
Caroline Rosin
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