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Neuerungen und Trends auf dem Markt der Verschütteten-Suchsysteme

08.01.2002


  • Digitale Suchsysteme mit verbesserter Reichweite und Zielgenauigkeit
  • Neue Reflectoren und Radarsuchgeräte noch kleiner und handlicher
  • Lawinenschulungen und Aufklärungskampagnen zur Prävention
  • SAAC-Team, Organisatoren der Snowboard Avalanche Awareness Camps, gewinnen den HYTREL(Special Award der ispo DuPont BrandNew Jury

Mit dem wachsenden Ski- und Snowboard-Tourismus abseits präparierter Pisten nahm in den vergangenen drei Jahren leider auch die Zahl der Verunglückten zu. Die meisten unter ihnen sind Variantenfahrer und werden im nahen Pistenbereich verschüttet - unterschätzt wird, dass auch hier jederzeit Lawinen abgehen können.

Fakt ist, dass sich allerorten Skigebiete mit neuen Freeridepisten herausputzen und attraktiver werden müssen, um im Wettbewerb zu bleiben. Tatsache ist auch, dass sich mehr und mehr Skigebiete schnellstmöglich um breit einzusetzende Sicherheitssysteme bemühen.

So verfügen mittlerweile circa 300 Skigebiete und Bergbahngesellschaften weltweit über Recco-Detektoren. Einst noch 16 Kilo schwer, wiegen diese Radarsuchgeräte jetzt handliche 1600 Gramm. Circa 35 Mode- und Skischuh-Hersteller - und für die Saison 2002/03 neu auch ein Snowboardschuh-Produzent - bauen Recco-Reflektoren in ihre Artikel ein, um im Falle eines Lawinenunglücks in Pistennähe die Verschütteten lokalisieren zu können.

Neu bei den Recco-Reflektoren ist das Format: die Sticker sind flacher und kleiner geworden, können paarweise erworben werden, lassen sich kleben oder auch nur lose einstecken.

Wie bei allen Sicherheits- und Rettungssystemen gibt auch Recco keine Garantie zum Überleben. Daher setzen vor allem in der kommenden Saison Outdoor-Veranstalter, LVS-Hersteller, Skischulen aber auch Skiorte auf systematische Aufklärung und Prävention im Vorfeld. Voll im Trend liegen daher Lawinenschulungen und Aufklärungskampagnen rund um die weiße Gefahr, mit dem Ziel, das Gefahren-Bewusstsein zu schärfen.

Demselben Grundsatz folgt auch das junge Team von SAAC, eine Gruppe professioneller Snowboarder und Opinion Leader. SAAC organisiert während der Wintersaison in mehreren Skiorten kostenlose "Snowboard Avalanche Awareness Camps" für Snowboard- und Freeski-Fans - ein Programm, das die ispo DuPont BrandNew Jury mit dem HYTREL(Special Award auszeichnete.

Auch die LVS-High-Tech-Geräte wurden kräftig weiterentwickelt. Die meisten der digitalen Suchsysteme, die seit zwei Jahren auf dem Markt sind, verbesserten sich in Richtung Reichweite und Zielgenauigkeit.

Ganz neu auf den Markt kommt "x1" von Ortovox. Ein Gerät, das durch die neue mikroprozessor-unterstützte digital-analoge Steuerung "stressbedingte" Anwendungsfehler vermeiden will und eine Reichweite von 70 Metern hat.

Mammut präsentiert erstmals einen Service-Adapter, der ein berührungsloses, computergesteuertes Management erlaubt, mehrere LVS-Geräte bei großen Organisationen testen und konfigurieren kann. Der Adapter soll künftig auch im Sportfachhandel für die periodische Kontrolle der Geräte eingesetzt werden.

Bezüglich der Airbags, die Verschüttungen verhindern sollen, wird schon seit längerem diskutiert, die Bewegungsfreiheit des Trägers nicht zu sehr einzuschränken und durch eine geeignete Form das Genick zu schützen.

So wird voraussichtlich zum Winter 2002/03 die bereits patentierte "Avagear"-Rettungsweste des Sportdesigners Arieh Visocekas zum Einsatz kommen. Wie eine überdimensionierte Halskrause blasen sich die Airbags mit 90-Liter-Volumen auf, schützen vor allem Hals- und Kopfbereich und erhöhen die Chance, in den Schneemassen zur Oberfläche transportiert zu werden, um zumindest "Kopf-oben" und unverschüttet zu bleiben.

Bereits seine zweite Generation "Avalung2" präsentiert zur ispo 2002 Winter der US-Bergsportspezialist Black Diamond, seit Dezember 2001 auch mit CE-Prüfung. Die kleine Weste mit Atem-Mundstück am oberen Kragen und Ventilsystem für CO2-gesättigte Ausatemluft, die bei einer Verschüttung bis zu einer Stunde Atemluft ermöglicht, gilt als Ergänzung zu den vorhandenen Mitteln, hat sich auch schon im Ernstfall bewährt und zwei Menschen gerettet.

Ebenfalls neu und ganz aktuell seit Dezember 2001 auf dem Markt ist das Buch "Die weiße Gefahr: Schnee und Lawinen; Erfahrungen, Mechanismen, Risikomanagement" (ISBN 3-9807591-1-3, 35 Euro). Der Bildband von Martin Engler, der mit der SnowCard ein neues Berechnungssystem zum Mitnehmen entwickelte, mit dem vor Ort die Lawinenlage und Gefahr eingeschätzt werden kann, zeigt rund 440 zum Teil unveröffentlichte Bilder und Grafiken. Die vielen Fallbeispiele und authentischen Erfahrungsberichte sorgen dafür, dass dieses lohnenswerte Werk zu einem begreif- und erfahrbaren Lawinenbuch wird.

Elisabeth Kandler | ots

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