Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Förderpreis des BMBF für treffsicheres Ultraschallverfahren

22.11.2001


Professor Dr.-Ing. Helmut Ermert


Die Ultraschall-Spiral-CT: Der Kopf kreist auf einer vorgegebenen Bahn um die weibliche Brust, der Reflektor wirft die Schallwellen zurück, die durch die Brust hindurchgehen


Als "treffsicher" erweist sich ein Projekt des Kompetenzzentrums Medizintechnik Ruhr (KMR) an der Ruhr-Universität unter Leitung von Professor Dr. Helmut Ermert: Ein neues Ultraschallverfahren, das Brustkrebs früher erkennen soll, erhielt heute einen der Förderpreise des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) in Düsseldorf. Das BMBF unterstützt in den nächsten drei Jahren die Entwicklung der "Ultraschall-Spiral-Computer-Tomographie" in Bochum mit insgesamt 495.000 Mark. Das KMR gehört zu den diesjährigen Gewinnern des Innovationswettbewerbs zur Förderung der Medizintechnik. "Im Mittelpunkt unseres Projekts steht die diagnostische Treffsicherheit", sagt Helmut Ermert. "In den kommenden Jahren wird sich zeigen, ob es uns gelingt, Tumore rechtzeitig zu erkennen und gutartige von bösartigen Tumoren zu unterscheiden."

Der Clou: Ultraschallgerät mit Reflektor

Die "Ultraschall-Spiral-CT" macht sich die Vorteile verschiedener bildgebender Verfahren zunutze. Die Mechanik des Gerätes werden Bochumer Wissenschaftler komplett neu entwickeln und auf die Besonderheiten der weiblichen Brust abstimmen. Als Grundlage verwenden sie ein konventionelles Ultraschallgerät (Echosonograph), das sie jedoch mit einem Reflektor ausstatten: Auf der gegenüberliegenden Seite des Organs angebracht, reflektiert er die Schallwellen, die durch die Brust hindurchgehen. Sie tragen wichtige Informationen, werden bei den herkömmlichen Ultraschallverfahren jedoch nicht erfasst und ausgewertet. Zudem dreht sich der Kopf des Gerätes auf einer vorher berechneten Spiralbahn - statt per Hand, wird er vom Computer gesteuert. Dadurch entsteht ein dreidimensionales Bild. Mithilfe der so genannten Hochfrequenzsignal-Verarbeitung lassen sich die Daten am Computer rekonstruieren und korrigieren, so dass der Arzt einen möglichst präzisen Einblick erhält.

Marktreife in drei Jahren

Offen ist noch, wie die Bochumer Forscher den Reflektor technisch realisieren werden: ob er aus Metall bestehen wird, oder ob ein Sensor diese Funktion besser erfüllen kann. Die Gewinner des Innovationswettbewerbs haben drei Jahre Zeit, ihr Projekt mit Industrieunterstützung bis zur Marktreife zu entwickeln. Dann soll die "Ultraschall-Spiral-CT" so treffsicher sein, dass sie in der klinischen Tumordiagnostik eingesetzt werden kann.

Zweiter Preis nach 1999

Die Auszeichnung der "Ultraschall-Spiral-CT" ist bereits der zweite Preis, den Prof. Ermert beim Innovationswettbewerb des BMBF gewonnen hat: 1999 ging der Lehrstuhl für Hochfrequenztechnik (Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik der RUB) mit der "Ultraschall-Transmissionskamera" als einer der Sieger hervor. Seit anderthalb Jahren fördert das Ministerium das Projekt mit insgesamt 410.000 DM, nach weiteren anderthalb Jahren soll auch dieses Projekt, das ebenfalls in Kooperation mit der Industrie durchgeführt wird, marktreif sein. Das Abbildungssystem, das ohne ionisierende Strahlung auskommt, ermöglicht es - bei geringem technischem Aufwand - Details von Weichteilen darzustellen, die auf Röntgenaufnahmen nicht sichtbar sind. Damit können Ärzte das Gewebe auch kleiner Körperteile wie etwa Hals, Gelenke oder Gefäße durchschallen.

Preisverleihung auf der MEDICA 2001

Mit dem Preis fördert das BMBF Projekte, die zugleich die Medizin entscheidend voranbringen, verlässlich und ökonomisch sinnvoll sind. Jährlich zeichnet das Ministerium bis zu acht Projekte mit dem Innovationspreis aus, insgesamt werden rund drei Millionen Mark unter den Forscherteams verteilt. Die Preisverleihung fand auch in diesem Jahr wieder während des MEDICA-Kongresses (Messe Düsseldorf) statt.

Weitere Informationen

Prof. Dr.-Ing. Helmut Ermert, Kompetenzzentrum Medizintechnik Ruhr, Ruhr-Universität Bochum, IC 6/132, Tel. 0234/32-22842, Fax: 0234/31-14167, E-Mail: helmut.ermert@ruhr-uni-bochum.de

Dr. Josef König | idw

Weitere Berichte zu: BMBF Medizintechnik Ultraschallverfahren

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht Cobot-Assistenz in der Montage: Flexible Lösungen für den Mittelstand auf der Hannover Messe 2020
19.02.2020 | Fraunhofer-Institut für Entwurfstechnik Mechatronik IEM

nachricht HMI Preview 2020: Neue Herzen für Brennstoffzellen: Fraunhofer IWU forscht an zukunftsfähiger Serienproduktion
12.02.2020 | Fraunhofer-Gesellschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ultraschnelles Schalten eines optischen Bits: Gewinn für die Informationsverarbeitung

Wissenschaftler der Universität Paderborn und der TU Dortmund veröffentlichen Ergebnisse in Nature Communications

Computer speichern Informationen in Form eines Binärcodes, einer Reihe aus Einsen und Nullen – sogenannten Bits. In der Praxis werden dafür komplexe...

Im Focus: Fraunhofer IOSB-AST und DRK Wasserrettungsdienst entwickeln den weltweit ersten Wasserrettungsroboter

Künstliche Intelligenz und autonome Mobilität sollen dem Strukturwandel in Thüringen und Sachsen-Anhalt neue Impulse verleihen. Mit diesem Ziel fördert das Bundeswirtschaftsministerium ab sofort ein innovatives Projekt in Halle (Saale) und Ilmenau.

Der Wasserrettungsdienst Halle (Saale) und das Fraunhofer Institut für Optronik,
Systemtechnik und Bildauswertung, Institutsteil Angewandte Systemtechnik...

Im Focus: A step towards controlling spin-dependent petahertz electronics by material defects

The operational speed of semiconductors in various electronic and optoelectronic devices is limited to several gigahertz (a billion oscillations per second). This constrains the upper limit of the operational speed of computing. Now researchers from the Max Planck Institute for the Structure and Dynamics of Matter in Hamburg, Germany, and the Indian Institute of Technology in Bombay have explained how these processes can be sped up through the use of light waves and defected solid materials.

Light waves perform several hundred trillion oscillations per second. Hence, it is natural to envision employing light oscillations to drive the electronic...

Im Focus: Haben ein Auge für Farben: druckbare Lichtsensoren

Kameras, Lichtschranken und Bewegungsmelder verbindet eines: Sie arbeiten mit Lichtsensoren, die schon jetzt bei vielen Anwendungen nicht mehr wegzudenken sind. Zukünftig könnten diese Sensoren auch bei der Telekommunikation eine wichtige Rolle spielen, indem sie die Datenübertragung mittels Licht ermöglichen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) am InnovationLab in Heidelberg ist hier ein entscheidender Entwicklungsschritt gelungen: druckbare Lichtsensoren, die Farben sehen können. Die Ergebnisse veröffentlichten sie jetzt in der Zeitschrift Advanced Materials (DOI: 10.1002/adma.201908258).

Neue Technologien werden die Nachfrage nach optischen Sensoren für eine Vielzahl von Anwendungen erhöhen, darunter auch die Kommunikation mithilfe von...

Im Focus: Einblicke in die Rolle von Materialdefekten bei der spin-abhängigen Petahertzelektronik

Die Betriebsgeschwindigkeit von Halbleitern in elektronischen und optoelektronischen Geräten ist auf mehrere Gigahertz (eine Milliarde Oszillationen pro Sekunde) beschränkt. Die Rechengeschwindigkeit von modernen Computern trifft dadurch auf eine Grenze. Forscher am MPSD und dem Indian Institute of Technology in Bombay (IIT) haben nun untersucht, wie diese Grenze mithilfe von Lichtwellen und Festkörperstrukturen mit Defekten erhöht werden könnte, um noch größere Rechenleistungen zu erreichen.

Lichtwellen schwingen mehrere hundert Trillionen Mal pro Sekunde und haben das Potential, die Bewegung von Elektronen zu steuern. Im Gegensatz zu...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Leopoldina-Symposium: „Mission – Innovation“ 2020

21.02.2020 | Veranstaltungen

Gemeinsam auf kleinem Raum - Mikrowohnen

19.02.2020 | Veranstaltungen

Chemnitzer Linux-Tage am 14. und 15. März 2020: „Mach es einfach!“

12.02.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Globale Datenbank für Karstquellenabflüsse

21.02.2020 | Geowissenschaften

Leopoldina-Symposium: „Mission – Innovation“ 2020

21.02.2020 | Veranstaltungsnachrichten

Langlebige Fachwerkbrücken aus Stahl einfacher bemessen

21.02.2020 | Architektur Bauwesen

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics