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"Gläserner" Operationstisch für mehr Sicherheit in der Chirurgie

22.11.2001


Hightech-Einheit AWIGS verbindet Diagnose, Operation und Ergebniskontrolle

Das Geschäftsgebiet Computertomographie des Siemens-Bereichs Medical Solutions kooperiert künftig mit dem Operationstischhersteller MAQUET GmbH & Co. KG (Rastatt/ Baden-Württemberg). Anlässlich der weltgrößten Medizinmesse Medica (21. bis 24. November) in Düsseldorf geben beide Unternehmen ihre Zusammenarbeit bei einer medizintechnischen Innovation bekannt und präsentieren (in Halle 11, Stand F 39) den "gläsernen" Operationstisch AWIGS: Ein Diagnose- und Operationssystem, das als Hightech-Einheit Computertomograph (CT) und Operationstisch miteinander verbindet. Die Innovation AWIGS verfügt hiermit erstmals über einen vierzeiligen Highend CT, der dreidimensionale Bilddaten liefert. Der Name AWIGS steht für Advanced Workplace for Image Guided Surgery.

Schneller, sicherer und schonender können durch dieses Hybrid-System therapeutische und diagnostische Eingriffe vorgenommen werden. Die Operationsfläche ist in allen Ebenen sowie in der gesamten Körperlänge des Patienten auf 360( durchstrahlbar. Damit wird AWIGS zu einer rundum "gläsernen" Diagnose- und Operationstisch-Einheit. Der integrierte medizinische Arbeitsplatz führt Chirurgie und Radiologie zusammen. AWIGS ermöglicht somit disziplinübergreifendes Arbeiten. Wertvolle Zeit wird gewonnen. Minuten, die gerade in Notfällen Leben retten können.

Bei der Kooperation ergänzen sich beide Unternehmen: Je nach Kundenwunsch stellt der Siemens-Bereich Medical Solutions die Ausstattung der bildgebenden Diagnostik bereit. Hierfür werden Computertomographen der Serie SOMATOM Sensation 4 eingesetzt.

MAQUET als Marktführer im Bereich von Operationstischen und Systemlösungen für den OP entwickelte das Gesamtkonzept des AWIGS-Systems. In enger Abstimmung mit SIEMENS vermarktet MAQUET das Komplettsystem AWIGS zunächst in Europa und Japan.

Die Anwendungsgebiete für AWIGS sind außerordentlich vielfältig: So lässt sich mit Hilfe von AWIGS in Kombination mit dem Siemens Sensation 4 CT Scanner beispielsweise ein Tumor chirurgisch sicherer entfernen. Der Grund dafür: Vor, während und nach der Operation kann der Chirurg anhand der Bilddaten aus dem CT auch dreidimensional seinen Eingriff planen, die Basisdaten des Navigationssystems aktualisieren und das Ergebnis sofort kontrollieren. Aufgrund der räumlichen Trennung von Chirurgie und Radiologie war dies bislang fast unmöglich. AWIGS soll künftig in der Neurochirurgie und Orthopädie wie auch in der Allgemeinchirurgie, Traumatologie, Mund- und Kieferchirurgie eingesetzt werden.

Im Bereich der Unfallchirurgie und Notfallrettung setzt AWIGS zukunftsweisende Standards. Der Patient wird auf ein strahlendurchlässiges Transferboard aus Kohlefaser (CFK) gebettet, das multifunktional für Transporter, Operationstisch und Computertomograph genutzt wird. Es entfallen damit bislang unvermeidbare, belastende Umlagerungen des Patienten. Bis zu neun dieser häufig riskanten Umbettvorgänge sind gegenwärtig von der Anlieferung im Krankenhaus über die Röntgenuntersuchungen und Versorgung auf der Intensivstation bis hin zum Abschluss der Operation nötig. Bei AWIGS wird der Patient vom Transporter, der für die Erstversorgung auch als Behandlungstisch dient, zur Diagnose sanft in den CT geschoben - er verbleibt dabei immer auf der selben Unterlage, dem multifunktionalen Transferboard. Falls die Notwendigkeit einer sofortigen Operation besteht, kann sie auf dem angekoppelten OP-Tisch unmittelbar begonnen werden.

AWIGS arbeitet mit dem Computertomographen SOMATOM Sensation 4, der zur neuesten Systemgeneration von SIEMENS zählt. Mit kontinuierlich rotierender Röhre-Aufnahme-Einheit kann der Computertomograph SOMATOM Sensation 4 bis zu vier Untersuchungsschichten gleichzeitig in hochauflösender Detailabbildung aufzeichnen. In Echtzeit erhält der Operateur somit Einblick in das Körperinnere. Ein Bauch kann in nur acht Sekunden komplett untersucht werden und die Schichtbilder können plastisch dargestellt werden.

Ralf Uwe Schmitt | idw

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