Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Optatec 2006: Optische Bauteile präzise vervielfältigen

06.04.2006


Gemeinsam mit seiner jüngsten Ausgründung, der Aixtooling GmbH, und drei weiteren Fraunhofer-Instituten nimmt das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT auch in diesem Jahr wieder an der Optik-Fachmesse Optatec in Fraunkfurt/Main teil. Auf dem Fraunhofer-Gemeinschaftsstand in Halle 5, Stand D62/D63 zeigt das Fraunhofer IPT vom 20. bis 23. Juni 2006 verschiedene Highlights seiner aktuellen Forschungs- und Entwicklungsarbeit für die optische Industrie.


Freigeformte optische Formeinsätze. Quelle: Heidi Peters/Fraunhofer IPT


Ultrapräzise optische Oberflächenstrukturierung durch Diamantzerspanung. Quelle: Bernd Müller



Prozesse und Werkzeuge für das Präzisionsglaspressen

... mehr zu:
»Bauteil »Optatec »Werkzeug


Einen wichtigen Schwerpunkt der aktuellen Arbeiten bildet die Replikation optischer Komponenten mit höchster geometrischer Komplexität durch das Präzisionsglaspressen. Beispiele für solche Komponenten sind etwa diffraktive Optiken und Freiformflächen, die in anspruchsvollen optischen Systemen zur Strahlformung eingesetzt werden. Ihre Anwendungsgebiete finden sich in der Medizintechnik, der Laser- und Sensortechnik sowie im Automobilbau. Aufgrund der hohen Relevanz der noch jungen Technologie für den europäischen Markt entwickelt das Fraunhofer IPT in Aachen sowohl die Prozesse für das Präzisionsblankpressen optischer Bauteile als auch die äußerst präzisen Formen aus Hartmetall und verschiedenen keramischen Werkstoffen.

Quarzglas präzise gepresst

Als erste Einrichtung in Europa hat das Fraunhofer IPT im Januar dieses Jahres seine neue Anlage zum Präzisionsblankpressen von Quarzglas in Betrieb genommen. Auf der Optatec präsentiert das Institut nun erste Bauteile, die in der neuen Glaspresse gefertigt wurden. Das Besondere dabei: Bisherige Anlagen und Werkzeuge konnten Glasrohlinge nur bis zu einer Temperatur von 800 °C erwärmen - Quarzglas erfordert jedoch Temperaturen um 1 400 °C, um einen bearbeitungsfähigen Zustand zu erreichen. Die abgeformten Bauteile mit ihrer Durchlässigkeit für Wellenlängen im ultravioletten Bereich des Lichts sind besonders gut geeignet für den Einsatz in der Laser- und Nachrichtentechnik. Das Fraunhofer IPT erarbeitet anhand der neuen Anlage nicht nur die Prozesse für die Präzisionsheißformung solcher optischen Komponenten, sondern entwickelt auch die extrem beanspruchbaren Werkzeuge.

Schneller zu optischen Formeinsätzen

Als alternatives Verfahren zur Herstellung komplexer optischer Bauteile aus Stahl mit hochpräzisen Konturen stellt das Frauhofer IPT das ultraschallunterstützte Diamantdrehen auf der Optatec vor. Besonders interessant ist diese Art der Fertigung von Stahlbauteilen für Unternehmen, die für kleine und mittlere Serien eine Alternative zum zeitaufwändigen Schleifen und Polieren suchen. Zum Einsatz kommen solche Stahlbauteile als Formeinsätze für die Replikation von Optiken aus Kunststoff oder Glas, bei Komponenten für den Automobilbau oder als klassische Maschinenelemente. Zur Bearbeitung des Stahls mit Härten von 43 bis 56 HRC dient ein eigens entwickeltes Werkzeugsystem, das sich leicht in bestehende Präzisions- und Ultrapräzisionsmaschinen integrieren lässt.

Großflächige Mikrostrukturen in optischer Qualität

Als Reaktion auf den wachsenden Bedarf der Industrie an großflächig mikrostrukturierten Kunststoffbauteilen präsentiert das Fraunhofer IPT auf der Messe ein entsprechendes Abformwerkzeug mit optischer Oberflächenqualität. Solche Masterwerkzeuge dienen beispielsweise zur Replikation feinster Strukturen auf Kunststofffolien, die für die Herstellung moderner TFT-Bildschirme eingesetzt werden. Bemerkenswert ist mit 800 x 650 mm² die Größe der Fläche, die anhand des vorgestellten Werkzeugs mit einer Oberflächenqualität von 10 nm Ra und einer Formgenauigkeit von 20 µm strukturiert werden kann. Die hochpräzise Oberfläche des neuen Werkzeugs wird auf einem eigens für solch großflächige Bauteile entwickelten Bearbeitungszentrum durch die Zerspanung mit monokristallinem Diamanten hergestellt.

Ihr Ansprechpartner

Dr.-Ing. Thomas Bergs
Fraunhofer-Institut für
Produktionstechnologie IPT
Steinbachstr. 17
52074 Aachen
Telefon: +49 (0)241 89 04 -1 05
Fax: +49 (0)241 89 04 -61 05
thomas.bergs@ipt.fraunhofer.de

Susanne Krause | idw
Weitere Informationen:
http://www.ipt.fraunhofer.de
http://www.ipt.fraunhofer.de/fhg/ipt/press/Optatec2006.jsp

Weitere Berichte zu: Bauteil Optatec Werkzeug

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht dormakaba auf der Messe digitalBAU 2019: Digitale Lösungen für smarte und sichere Zutrittslösungen
28.11.2019 | dormakaba Deutschland GmbH

nachricht Mobiler Verdrahtungsprofi
28.11.2019 | Rittal GmbH & Co. KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie Graphen-Nanostrukturen magnetisch werden

Graphen, eine zweidimensionale Struktur aus Kohlenstoff, ist ein Material mit hervorragenden mechanischen, elektronischen und optischen Eigenschaften. Doch für magnetische Anwendungen schien es bislang nicht nutzbar. Forschern der Empa ist es gemeinsam mit internationalen Partnern nun gelungen, ein in den 1970er Jahren vorhergesagtes Molekül zu synthetisieren, welches beweist, dass Graphen-Nanostrukturen in ganz bestimmten Formen magnetische Eigenschaften aufweisen, die künftige spintronische Anwendungen erlauben könnten. Die Ergebnisse sind eben im renommierten Fachmagazin Nature Nanotechnology erschienen.

Graphen-Nanostrukturen (auch Nanographene genannt) können, je nach Form und Ausrichtung der Ränder, ganz unterschiedliche Eigenschaften besitzen - zum Beispiel...

Im Focus: How to induce magnetism in graphene

Graphene, a two-dimensional structure made of carbon, is a material with excellent mechanical, electronic and optical properties. However, it did not seem suitable for magnetic applications. Together with international partners, Empa researchers have now succeeded in synthesizing a unique nanographene predicted in the 1970s, which conclusively demonstrates that carbon in very specific forms has magnetic properties that could permit future spintronic applications. The results have just been published in the renowned journal Nature Nanotechnology.

Depending on the shape and orientation of their edges, graphene nanostructures (also known as nanographenes) can have very different properties – for example,...

Im Focus: Geminiden - Die Wünsch-dir-was-Sternschnuppen vor Weihnachten

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde (VdS) und des Hauses der Astronomie in Heidelberg - Die Geminiden, die Mitte Dezember zu sehen sind, sind der "zuverlässigste" der großen Sternschnuppen-Ströme mit bis zu 120 Sternschnuppen pro Stunde. Leider stört in diesem Jahr der Mond zur besten Beobachtungszeit.

Sie wurden nach dem Sternbild Zwillinge benannt: Die „Geminiden“ sorgen Mitte Dezember immer für ein schönes Sternschnuppenschauspiel. In diesem Jahr sind die...

Im Focus: Electronic map reveals 'rules of the road' in superconductor

Band structure map exposes iron selenide's enigmatic electronic signature

Using a clever technique that causes unruly crystals of iron selenide to snap into alignment, Rice University physicists have drawn a detailed map that reveals...

Im Focus: Das 136 Millionen Atom-Modell: Wissenschaftler simulieren Photosynthese

Die Umwandlung von Sonnenlicht in chemische Energie ist für das Leben unerlässlich. In einer der größten Simulationen eines Biosystems weltweit haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler diesen komplexen Prozess an einem Bestandteil eines Bakteriums nachgeahmt – am Computer, Atom um Atom. Die Arbeit, die jetzt in der renommierten Fachzeitschrift „Cell“ veröffentlicht wurde, ist ein wichtiger Schritt zum besseren Verständnis der Photosynthese in einigen biologischen Strukturen. An der internationalen Forschungskooperation unter Leitung der University of Illinois war auch ein Team der Jacobs University Bremen beteiligt.

Das Projekt geht zurück auf eine Initiative des inzwischen verstorbenen, deutsch-US-amerikanischen Physikprofessors Klaus Schulten von der University of...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Analyse internationaler Finanzmärkte

10.12.2019 | Veranstaltungen

QURATOR 2020 – weltweit erste Konferenz für Kuratierungstechnologien

04.12.2019 | Veranstaltungen

Die Zukunft der Arbeit

03.12.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Analyse internationaler Finanzmärkte

10.12.2019 | Veranstaltungsnachrichten

Was Vogelgrippe in menschlichen Zellen behindert

10.12.2019 | Biowissenschaften Chemie

Schäden im Leichtbau erkennen durch Ultraschallsensoren

10.12.2019 | Materialwissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics