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Sonderschau "Welt der Oberfläche"

21.01.2005


Galvanisch veredelte Oberflächen sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Dient die Beschichtung bei Bestecken, Scheren, Bad- und Küchenarmaturen oder Musikinstrumenten überwiegend dekorativen Zwecken, so stehen bei Schrauben, Motor- und Getriebeteilen, Einspritz­düsen oder Aufhängungen Korrosions- und Verschleißschutz im Vorder­grund. Die Galvanisierung ist mit einem Anteil von rund 30 Prozent nach der Lackierung die wichtigste Oberflächenbeschichtungstechnik (Quelle: VDMA, Frankfurt am Main).

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Interessant ist die Galvanotechnik aufgrund des enorm breiten Einsatz­spektrums. Die Vielfalt der Verfahren, der Beschichtungsstoffe und der beschichtbaren Werkstoffe ermöglicht das "Drehen an vielen Stell­schrauben". So lassen sich gezielt individuelle Lösungen für nahezu jede Anforderung entwickeln. Die gesamte Bandbreite zeigt der wohl größte Bran­chentreff, die Leitmesse "SurfaceTechnology mit Powder Coa­ting Europe" innerhalb der HANNOVER MESSE 2005 (11. - 15. April). Eingebettet in eine umfassende Ausstellung ergänzender und konkurrierender Verfahren werden die Galvano-Spezia­listen alles bieten, um zu überzeugen. Innerhalb der "SurfaceTechnology mit Powder Coa­ting Europe" ist die "Welt der Oberfläche" der größte Gemeinschaftsstand. Unter der Federführung der DFO (Deutsche Forschungsgesellschaft für Oberflächentechnik), Hilden, präsentieren sich hier in der Halle 6 auf einer Gesamtfläche von ca. 2 000 Quadratmetern rund 80 Unternehmen der Galvano- und Oberflächentechnik ihre Neuentwicklungen.

Zählt die Galvanotechnik auch nicht zu den größten Branchen im Land, so gehört sie doch zu den derzeit erfolgreichsten. Sie erzielte in 2003 einen Umsatz von 5,6 Milliarden Euro und legte damit gegenüber 2002 um fünf Prozent zu. Auch die Erträge entwickelten sich positiv, unterstützt durch Rationalisierungsmaßnahmen, Kostensenkungs-programme und Personalreduzierung.


Diesen positiven Trend konnten allerdings nicht alle Branchenzweige vorweisen. Die Lieferanten für Anlagen und Galvanochemie mussten einen Umsatzrückgang von 14 Prozent hin­nehmen, den in erster Linie die Verlagerung der Leiterplattenindustrie ins Ausland verursachte. Dominiert wird der Markt von Entwicklungen für die Automobilindustrie, die mit einem Anteil von 40 Prozent größter Abnehmer ist. Im Auto haben durchschnittlich mehr als 3 000 Teile eine galvanisch beschichtete Oberfläche (Quelle: VDA, Frankfurt am Main).

Schichten können noch mehr

Neue Entwicklungen zielen in erster Linie auf die Optimierung der Ver­fahren und Schichteigenschaften ab. So werden letztere beispielsweise bei einer Hartchrom-Schicht mit dem Einbau weiterer Elemente deutlich verbessert. Eine Chrom-Molybdän-Legierung mit nur einem Prozent Molybdän liefert eine Beschichtung, die sich durch dekorativen Glanz, glatte Oberfläche und gute Haftung auszeichnet. Ihr besonderer Nutzen liegt in der Resistenz gegenüber sauren chloridhaltigen Medien, die im Vergleich zu reinem Chrom stärker sind. Auch die Werte der Wärmehärte steigen. Ein Bedarf für diese harten Oberflächen zeichnet sich bei Motor­komponenten, aber auch bei Textilmaschinenbauteilen, Werkzeugen und in der Papierherstellung ab.

Für die dekorativen Schichten steht ein breites Spektrum an Kupfer-, Nickel- und Chrom-Prozessen zur Verfügung, das den Designern mit dekorativen Glanzchrom-und Satinoberflächen aus Nickel-elektrolyten oder Aluminiumdesign viele Möglichkeiten bietet.

Eine besondere Rolle bei der Entwicklung neuer Systeme spielen heute Arbeitssicherheit und Umweltschutz. So sind als Alternativen für zyanid­haltige Systeme schwach alkalische Silberelektrolyte auf Aminosäureba­sis oder zyanidfreie Goldelektrolyte auf dem Markt. Als Ersatz für Chrom(VI)-haltige Systeme werden überwiegend Chrom(III)-haltige ein­geführt.

Zeitnahe Korrosionsschutzprüfung fehlt

Prozesssicherheit ist ein wichtiger Faktor für eine erfolgreiche Produktion. Dazu gehört eine zeitnahe kontinuierliche Prozesskontrolle der relevan­ten Parameter, wie beispielsweise Korrosionsschutz, Härte oder Glanz. Für den Korrosionsschutz fehlt derzeit noch eine schnelle Analysemethode, die sich zur Prozessregelung eignet. Der in der Automobilindustrie heute ausschließlich akzeptierte CASS-Test dauert mit 72 Stunden viel zu lang. Deshalb wird schon seit einiger Zeit nach einer geeigneten Methode gesucht.

In der Diskussion sind heute sowohl eine Kombination aus Fuhrmann- und Steptest, mit der Potenzialunterschiede, Schichtdicken und Poren­zahl zeitnah gemessen und überwacht werden können als auch eine schnelle, robuste Korrosionsprüfung mit Hilfe von Strom-Spannungs-Kurven. Beide Methoden sind aber noch in der Prüfungs- und Validierungsphase und haben sich noch nicht als offizielle Prüfmethoden etabliert. Fragen der Qualitätssicherung bieten während der HANNOVER MESSE eine exzellente Plattform für den Erfahrungsaustausch zwischen Galva­nikern, deren Kunden und Prüfspezialisten.

Vera Sasse | Deutsche Messe AG
Weitere Informationen:
http://www.messe.de

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