Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue verschleißarme Tribowerkstoffe für Kunststoff-Bauteile

20.09.2004


Wissenschaftler aus dem Leibniz-Institut für Polymerforschung Dresden (IPF) präsentieren auf der Werkstoffmesse MATERIALICA vom 21. bis 23. September in München ihre neuesten Forschungsergebnisse bei der Entwicklung von Materialien mit herausragenden Gleitreibungs- und Verschleißeigenschaften, den so genannten Tribowerkstoffen.



Bereits vor einigen Jahren hatten die Dresdner Wissenschaftler um Dr. Dieter Lehmann auf diesem Gebiet für Aufsehen gesorgt: Weltweit war es erstmals gelungen, den Hochleistungskunststoff Polytetrafluorethylen (PTFE, besser bekannt unter dem DuPont-Markennamen Teflon, z. B. aus Antihaftbeschichtungen) chemisch mit dem technischen Kunststoff Polyamid zu koppeln und so einen Werkstoff zu erhalten, der gleichermaßen die ausgezeichneten anti-adhäsiven und Gleiteigenschaften des PTFE und die sehr guten mechanischen und Verarbeitungseigenschaften von Polyamid besitzt. Bauteile aus solchen PTFE-PA-Werkstoffen wurden seither erfolgreich für Anwendungen, u. a. im Automobilbau, getestet. Die exzellente Verschleißfestigkeit unter Einsatzbedingungen schon bei relativ geringen Einsatzmengen von PTFE und die daraus resultierende wesentlich höhere Lebensdauer der Bauteile lassen eine baldige Überführung in die Praxis erwarten.

... mehr zu:
»Kunststofftechnik »PTFE


Parallel dazu haben die Forscher aus dem IPF daran gearbeitet, PTFE auch mit anderen industriell genutzten Kunststoffen chemisch zu koppeln. Dass dies möglich ist, konnte im Rahmen eines DFG-Projektes für verschiedene thermoplastische, duromere und elastomere Kunststoffe nachgewiesen werden. Dabei wurden erneut überraschende und bahnbrechende Ergebnisse erzielt. So wurde ein ganz neues Syntheseprinzip gefunden und weiterentwickelt. Es macht das Verfahren der chemischen Kopplung von PTFE mit Kunststoffen noch einfacher und kostengünstiger. Bei der chemischen Funktionalisierung, durch die PTFE-Mikropulver überhaupt erst kopplungsfähig gemacht werden, kann der Zusatz von Initiatoren eingespart werden.

Für Kunststoffe mit olefinischen Doppelbindungen, wie zum Beispiel das weit verbreitete ABS und verschiedene Elastomere, kann dieser Prozessschritt sogar entfallen. Die Kopplung erfolgt direkt während der Kunststoffverarbeitung im Extruder. Das stellt nochmals einen enormen technologischen Vorteil dar und eröffnet eine völlig neue Herangehensweise auf dem Gebiet der chemisch gekoppelten PTFE-Kunststoff-Materialien, die in Kooperation mit der Industrie zu neuen Produkten und Anwendungen führen wird.

Erste Untersuchungen zu den Materialeigenschaften, die in Kooperation mit Projektpartnern in Aachen, Erlangen und Dresden* durchgeführt wurden, zeigen bereits, dass auch diese neuen Verbundmaterialien sehr niedrige Reibwerte und hohe Verschleißfestigkeiten aufweisen, was sich sehr positiv auf die Lebensdauer von Bauteilen auswirken wird.

*) Institut für Kunststoffverarbeitung an der RWTH Aachen, Lehrstuhl für Kunststofftechnik an der Universität Erlangen-Nürnberg, Institut für Leichtbau und Kunststofftechnik an der TU Dresden

Kerstin Wustrack | idw
Weitere Informationen:
http://www.ipfdd.de

Weitere Berichte zu: Kunststofftechnik PTFE

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht Europäische Spitzenforschung auf der EuMW
24.09.2018 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Festkörperphysik IAF

nachricht Innovative Technologien für den Weltraumeinsatz – DFKI Robotics Innovation Center auf dem IAC 2018
24.09.2018 | Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH, DFKI

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue Therapien bei Gefäßerkrankungen

Auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Angiologie (DGA) vom 12. bis 15. September in Münster stellten Gefäßspezialisten aus ganz Deutschland die neuesten Therapien bei Gefäßerkrankungen vor. Vor allem in den Bereichen periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) und venöse Verschlusskrankheiten wie die Tiefe Venenthrombose (TVT) gibt gute Neuigkeiten für die Patienten. Viele der 720 Gefäßspezialisten, die an der Jahrestagung teilnahmen, stellten neueste Studienergebnisse vor.

Millionen Menschen leiden in Deutschland unter Gefäßerkrankungen, allein rund fünf Millionen unter der „Schaufensterkrankheit“, medizinisch periphere...

Im Focus: Wie Magnetismus entsteht: Elektronen stärker verbunden als gedacht

Wieso sind manche Metalle magnetisch? Diese einfache Frage ist wissenschaftlich gar nicht so leicht fundiert zu beantworten. Das zeigt eine aktuelle Arbeit von Wissenschaftlern des Forschungszentrums Jülich und der Universität Halle. Den Forschern ist es zum ersten Mal gelungen, in einem magnetischen Material, in diesem Fall Kobalt, die Wechselwirkung zwischen einzelnen Elektronen sichtbar zu machen, die letztlich zur Ausbildung der magnetischen Eigenschaften führt. Damit sind erstmals genaue Einblicke in den elektronischen Ursprung des Magnetismus möglich, die vorher nur auf theoretischem Weg zugänglich waren.

Für ihre Untersuchung nutzten die Forscher ein spezielles Elektronenmikroskop, das das Forschungszentrum Jülich am Elettra-Speicherring im italienischen Triest...

Im Focus: Erstmals gemessen: Wie lange dauert ein Quantensprung?

Mit Hilfe ausgeklügelter Experimente und Berechnungen der TU Wien ist es erstmals gelungen, die Dauer des berühmten photoelektrischen Effekts zu messen.

Es war eines der entscheidenden Experimente für die Quantenphysik: Wenn Licht auf bestimmte Materialien fällt, werden Elektronen aus der Oberfläche...

Im Focus: Scientists present new observations to understand the phase transition in quantum chromodynamics

The building blocks of matter in our universe were formed in the first 10 microseconds of its existence, according to the currently accepted scientific picture. After the Big Bang about 13.7 billion years ago, matter consisted mainly of quarks and gluons, two types of elementary particles whose interactions are governed by quantum chromodynamics (QCD), the theory of strong interaction. In the early universe, these particles moved (nearly) freely in a quark-gluon plasma.

This is a joint press release of University Muenster and Heidelberg as well as the GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt.

Then, in a phase transition, they combined and formed hadrons, among them the building blocks of atomic nuclei, protons and neutrons. In the current issue of...

Im Focus: Der Truck der Zukunft

Lastkraftwagen (Lkw) sind für den Gütertransport auch in den kommenden Jahrzehnten unverzichtbar. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen der Technischen Universität München (TUM) und ihre Partner haben ein Konzept für den Truck der Zukunft erarbeitet. Dazu zählen die europaweite Zulassung für Lang-Lkw, der Diesel-Hybrid-Antrieb und eine multifunktionale Fahrerkabine.

Laut der Prognose des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur wird der Lkw-Güterverkehr bis 2030 im Vergleich zu 2010 um 39 Prozent steigen....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

4. BF21-Jahrestagung „Car Data – Telematik – Mobilität – Fahrerassistenzsysteme – Autonomes Fahren – eCall – Connected Car“

21.09.2018 | Veranstaltungen

Forum Additive Fertigung: So gelingt der Einstieg in den 3D-Druck

21.09.2018 | Veranstaltungen

12. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

20.09.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Mit traditionellen Methoden gegen extreme Trockenheit

24.09.2018 | Geowissenschaften

Europäische Spitzenforschung auf der EuMW

24.09.2018 | Messenachrichten

Neue Therapien bei Gefäßerkrankungen

24.09.2018 | Medizintechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics