Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Umweltfreundliche Energieversorgung mit Wasserstoff

30.03.2004

Fraunhofer ISE präsentiert in Hannover Entwicklungen für den Markt Mit Wasserstoff betriebene Brennstoffzellen sorgen sowohl für eine nachhaltige dezentrale Energieversorgung von Gebäuden als auch für die Stromversorgung mobiler elektronischer Geräte. Für beide Einsatzbereiche zeigt das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE auf der Hannover Messe im April seine jüngsten Entwicklungen für den Markt:

Gemeinsam mit der Firma Masterflex haben die Freiburger Forscher eine »Mobile Power Box« mit einer Dauerleistung von 35 W für die netzferne Stromversorgung portabler Geräte zur Marktreife gebracht. Das Produkt wird in Hannover vorgestellt. Außerdem zeigt das Fraunhofer ISE einen Erdgas-Reformer für Brennstoffzellen-Blockheizkraftwerke, der für das Karlsruher Brennstoffzellen-Testlabor und für das Weiterbildungszentrum Brennstoffzelle Ulm entwickelt wurde.

Aus der im vergangenen Jahr als Prototyp gezeigten Mobilen Power Box ist jetzt ein Produkt geworden. »Wir freuen uns, dass wir nun nach zweijähriger Entwicklungszeit mit unserer Power Box eine internationale Spitzentechnologie präsentieren können,« hält Willfried Müller, Projektmanager Brennstoffzellentechnik bei Masterflex, fest. Der Hersteller Masterflex sieht als Zielmarkt für das portable Brennstoff-zellensystem vor allem Spezialanwendungen: die Verkehrs-messtechnik, Signalanlagen und Baustellen. Die Mobile Power Box wird mit Wasserstoff betrieben und überzeugt durch ihre Zuverlässigkeit sowie eine hohe Leistungsdichte. Eine große Flexibilität in der Anwendung wird durch die mögliche Ankopplung variabler Speichergrößen für die

Wasserstoffzufuhr erreicht. Dabei können sowohl Metallhydridspeicher als auch Druckgasflaschen zum Einsatz kommen. Letztere haben den Vorteil einer bereits vorhandenen Infrastruktur. Auf der Hannover Messe wird die Powerbox die Beleuchtung der Informationstheken übernehmen: Mit 160 g Wasserstoff aus einer Druckgas-flasche ist ein Betrieb über die sechs Messetage gesichert. Brennstoffzellen-Blockheizkraftwerke sind ein bedeutendes Thema im Kontext der dezentralen Energieversorgung z. B. von Gebäuden. Ein am Fraunhofer ISE in Freiburg entwickelter Erdgas-Reformer wurde kürzlich im Karlsruher Brennstoffzellen-Testlabor erfolgreich in Betrieb genommen. Das gemeinsam vom European Institute for Energy Research (EIfER) und dem Institut für Werkstoffe der Elektrotechnik (IWE) betriebene Zentrum erprobt Einsatzmöglichkeiten der Brennstoffzelle in einzelnen Gebäuden und in der Industrie. Ein weiterer Erdgas-Reformer in ähnlicher Bauweise wird demnächst an das Weiterbildungszentrum Brennstoffzelle Ulm ausgeliefert.

Der von den Freiburger Forschern entwickelte Erdgas-Reformer für eine Wasserstoffleistung von 3,5 bis 6 kW wurde als Niederdruckreformer aufgebaut. In der Kombination mit einer PEM (Polymerelektrolytmembran)-Brennstoffzelle liefert die Gesamtanlage 2 kW elektrischen Strom und 4 kW thermische Leistung zum Heizen und zur Warmwasserbereitstellung im Haushalt. Allerdings wirkt bei Niedertemperatur-Brennstoffzellen das im Reformer entstehende Kohlenmonoxid (CO) als Katalysatorgift. Zur Minimierung des CO-Gehalts wird deshalb entweder die Selektive Oxidation oder Selektive Methanisierung eingesetzt. »Das Besondere an unserer Reformeranlage mit Selektiver Methanisierung ist die zu allen Zeiten verlässlich unter 20 ppm liegende CO-Konzentration im Produktgas«, so Projektleiter Dr. Thomas Aicher. »Selbst bei Lastwechseln bleibt der CO-Gehalt unter diesem Wert.« Der Methan-Gehalt im Reformatgas konnte auf rund 1% gesenkt werden und damit wurde eine sehr gute Brennstoff-Ausnutzung erzielt.

Der Wirkungsgrad der Refomer-Anlage liegt derzeit bei ca. 65%. Allerdings kann das Restgas aus der Brennstoffzelle, das nicht umgesetzten Wasserstoff enthält, im Brenner des Reformers thermisch verwertet werden, wodurch sich der Gesamtwirkungsgrad des Systems aus Reformer und Brennstoffzelle erhöhen lässt. Durch bessere Wärme-integration und weitere Reaktoroptimierung lassen sich im Laufe der nächsten Jahre Wirkungsgrade von über 80% erreichen.

Auf der Hannover Messe vom 19.-24. April 2004 präsentiert das Fraunhofer ISE nicht nur einen Überblick über seine eigenen Entwicklungen im Bereich der Wasserstoff-technologie: Mikrobrennstoffzellen-Entwicklung, Elektrolyse und Reformertechnik. Der gemeinsame Auftritt mit drei weiteren Fraunhofer-Instituten zeigt die Vernetzung unterschiedlicher Fraunhofer-Kompetenzen auf diesem Forschungsgebiet. Das Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie ICT in Pfinztal bei Karlsruhe befasst sich mit speziellen Reformierverfahren und Bipolarplatten für Brennstoffzellen; das Fraunhofer-Institut für Physikalische Messtechnik IPM in Freiburg entwickelt Sensorik für die Sicherheitsüberwachung, Regelung und Entwicklung; das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT in Aachen optimiert die Produktionstechnik für die Brennstoffzellen-fertigung. Hannover Messe, 19.-24. April 2004, Halle13, Stand F46/1

Informationsmaterial: Fraunhofer ISE, Presse und Public Relations Tel. +49 (0) 7 61/45 88-51 50, Fax +49 (0) 7 61/45 88-93 42 E-Mail: info@ise.fraunhofer.de

| Fraunhofer ISE
Weitere Informationen:
http://www.h2-ise.de

Weitere Berichte zu: Brennstoffzelle Energieversorgung Wasserstoff

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht ZUKUNFT PERSONAL EUROPE: WORK:OLUTION - SUCCEED IN PERMANT BETA
16.07.2018 | GFOS mbH

nachricht Roboter zeichnet Skizzen von Messebesuchern
22.06.2018 | Fraunhofer-Institut für Algorithmen und Wissenschaftliches Rechnen SCAI

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Im Focus: Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

„Wir haben jetzt ein klares Bild davon, wie das heiße Atomgitter und die kalten magnetischen Spins eines ferrimagnetischen Nichtleiters miteinander ins Gleichgewicht gelangen“, sagt Ilie Radu, Wissenschaftler am Max-Born-Institut in Berlin. Das internationale Forscherteam fand heraus, dass eine Energieübertragung sehr schnell stattfindet und zu einem neuartigen Zustand der Materie führt, in dem die Spins zwar heiß sind, aber noch nicht ihr gesamtes magnetisches Moment verringert haben. Dieser „Spinüberdruck“ wird durch wesentlich langsamere Prozesse abgebaut, die eine Abgabe von Drehimpuls an das Gitter ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in "Science Advances" erschienen.

Magnete faszinieren die Menschheit bereits seit mehreren tausend Jahren und sind im Zeitalter der digitalen Datenspeicherung von großer praktischer Bedeutung....

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Im Focus: First evidence on the source of extragalactic particles

For the first time ever, scientists have determined the cosmic origin of highest-energy neutrinos. A research group led by IceCube scientist Elisa Resconi, spokesperson of the Collaborative Research Center SFB1258 at the Technical University of Munich (TUM), provides an important piece of evidence that the particles detected by the IceCube neutrino telescope at the South Pole originate from a galaxy four billion light-years away from Earth.

To rule out other origins with certainty, the team led by neutrino physicist Elisa Resconi from the Technical University of Munich and multi-wavelength...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

Interdisziplinäre Konferenz: Diabetesforscher und Bioingenieure diskutieren Forschungskonzepte

13.07.2018 | Veranstaltungen

Conference on Laser Polishing – LaP: Feintuning für Oberflächen

12.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

17.07.2018 | Energie und Elektrotechnik

Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

17.07.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics