Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Manufacturing Intelligence - Brücke zwischen Produktion und Management

08.03.2004


Zwei Bereiche sind heute von entscheidender Bedeutung für einen opti­malen Betriebsablauf: die Automatisierung von Herstellungsprozessen einerseits und die Office-Welt mit ERP-Systemen (Enterprise Resource Planning) andererseits. Deshalb haben Unternehmen sehr viel Geld in diese beiden Welten investiert. Die Steigerung der Produktivität durch Automatisierung und der direkte Datenzugriff im ERP sind unabdingbare Voraussetzungen für eine effektive und kostengünstige Produktion. Dies gilt für alle Branchen vom Maschinenbau bis zur Prozessindustrie. Unter ERP werden wichtige Verwaltungsfunktionen wie Finanz- und Rech­nungswesen, Personalwirtschaft und Warendisposition zusammenge­fasst.



Erfahrungsgemäß sind Automatisierungs- und ERP-Welt aber getrennt voneinander entwickelt, eingeführt und modernisiert worden. Daher ist die Kommunikation zwischen beiden Systemen häufig ein Problem. „Manufacturing Intelligence setzt genau an diesem Punkt an“, erklärt Oliver Gruner, Geschäftsführer der ICONICS Germany GmbH (Neu-Ulm). So stehen inzwischen Softwareprodukte zur Verfügung, die die erforder­liche Brücke zwischen den Welten schlagen. Moderne Manufacturing-Intelligence-Softwarelösungen können universell an alle Standarddaten­banken und handelsübliche Steuerungen angekoppelt werden, sind also Hersteller-unabhängig. Der schnelle Zugriff auf Datenbanken und OPC-Server für Echtzeitdaten, der gegenseitige Austausch dieser Daten sowie die Verknüpfung ansonsten inkompatibler Systeme sind hier entschei­dend. Ein OPC-Server ist ein Hardware-Treiber, der nach dem offenen OPC-Industriestandard „interOperability, Performance, Connectivity“ geschrieben ist. Er erlaubt es einer OPC-fähigen Standard-Software, externe Geräte ohne jeglichen Programmierungsaufwand anzusprechen. Der Server unterstützt praktisch alle Anzeigen, Regler und sonstigen Instrumente, die über eine Ethernet- oder andere serielle Schnittstelle verfügen. Eine Alternative zu dieser wichtigen Aufgabe des Datenaustau­sches zwischen Steuerungen und Datenbanken wäre die Einstellung eines Programmierers, der die Schnittstellen einrichtet und ein DataMi­ning ermöglicht. Derartige Lösungen sind jedoch nur sehr schwer und mit sehr hohen Kosten durchzuführen.



Einfache Verbindung zwischen Datenbanken und OPC-Server

Manufacturing Intelligence Software vereinfacht diese wichtige Verbin­dung zu Datenbanken und OPC-Server ganz erheblich, ohne auf auf­wän­diges IT-Spezialwissen zurückgreifen zu müssen. Derartige Lösungen werden deshalb auch auf der INTERKAMA+ zu sehen sein, die vom 19. bis 24. April 2004 erstmals im Rahmen der HANNOVER MESSE stattfindet. Hier werden Aussteller aus über 40 Ländern das gesamte Spektrum an Komponenten, Geräten, Systemen und Dienstleistungen für die Automa­tion von Produk­tion und Prozessen anbieten. Erwartet werden in Hanno­ver etwa 40 000 Fachbesucher aus dem Bereich der Prozessautomation. Einmalig präsentiert sich die INTERKAMA+ 2004 gleichzeitig mit der Fac­tory Automation, der interna­tionalen Leitmesse der Fertigungsautoma­tion. Gemeinsam mit der Digi­tal Factory, der Fachmesse für integrierte Prozesse und IT-Lösungen, prä­sentieren die Messen die gesamte „Auto­mation World“.

Das amerikanische Unternehmen ICONICS (Foxborough, Massachusetts) hat mit seiner neuen BizViz-Suite eine Data-Mining-Technologie geschaf­fen, mit der durch einfaches Browsen auf jede gängige Datenbank und OPC-Server zugegriffen werden kann. Diese Möglichkeit kann zudem mit dem Programm Excel der Microsoft Corporation (Redmont, Washington) genutzt werden. Manufacturing Intelligence umfasst verschiedene Auf­gabengebiete, wozu das Bridging, Reporting und die Visualisierung gehö­ren.

Moderne Möglichkeiten zum Data Mining nutzen

Im täglichen Geschäft mit Daten und Prozesswerten kommt es oft vor, dass unterschiedliche Systeme vorhanden sind, die nicht direkt mitein­ander kommunizieren. So liegen z. B. Daten auf einem SQL-Server oder einer Oracle-Datenbank, die dringend zur Steuerung einer Produktion benötigt werden. Oder umgekehrt: Die Daten in einer Steuerung oder Prozessdatenbank werden für die tägliche Produktivitätsanalyse im Con­trolling gebraucht – in solchen Fällen erleichtern moderne Möglichkeiten zum Data Mining oder zum Aufzeichnen der Transaktionen die Arbeit beträchtlich. ICONICS stellt sie unter der Bezeichnung BridgeWorX her. Dieses Instrument führt die Transaktionen gemäß Vorgaben durch den Kunden aus, wobei dieser nicht eine einzige Zeile Code schreiben muss. Das Erstellen von Transaktionen in BridgeWorX findet in einem graphi­schen Editor statt. Durch Verwendung von Microsoft.NET-Technologie wird der Nutzer in die Lage versetzt, nicht nur Transaktionen von Daten­banken und OPC-Servern, sondern auch Web-Services zu definieren.

Reporting spielt eine entscheidende Rolle, um Prozesswerte und Busi­ness-Transaktionen in Berichten darzustellen und auch über Intranet oder Internet verfügbar zu machen. Auch hierfür gibt es spezielle Pro­gramme, wie z. B. ReportWorX, das Berichte in Microsoft Excel aufberei­tet und je nach Kundenwunsch per E-Mail oder per Intranet/Internet zur Verfügung stellt. Dies geschieht ganz ohne Schreiben von Makros oder umständlicher Datenbankanbindung. Ein Bereich mit zunehmender Bedeutung ist die Visualisierung von Prozess- und Unternehmensdaten in einer gemeinsamen web-basierten Oberfläche, dem Portal. Auch hier­für wurden spezielle Programme entwickelt (ICONICS z. B. bietet hier Por­talWorX an). „In diesem Bereich ist die Prozessindustrie führend. Ent­sprechende Systeme werden aber inzwischen adaptiert und in die Fac­tory Automation eingeführt“, erklärt Claus Kühnl, Leiter Strategisches Marketing der Phoenix Contact GmbH & Co. KG (Blomberg, Ostwestfa­len), die als führender Anbieter von elektrischer Verbindungs- und Auto­matisierungstechnik seit 1995 eng mit ICONICS zusammenarbeitet und u. a. als Vertriebspartner operiert.

Prozessindustrie bei der Visualisierung von Daten führend

Visualisierungssysteme sind ein unverzichtbares Hilfsmittel zur Darstel­lung von Prozess- und Unternehmensdaten, die in der Prozessindustrie nahezu zum Standard geworden sind. Inzwischen dienen sie aber immer häufiger auch als Werkzeug zur funktionalen Programmierung: „Derar­tige Tools ermöglichen es auch Nicht-Technikern, Prozesse zu führen oder sogar zu konfigurieren“, so Fachmann Kühnl. Auch hier gibt es enge Anknüpfungen an die Factory Automation. So wurden auf Basis derarti­ger Visualisierungssysteme neuartige Diagnoseeinrichtungen in der Automobilindustrie eingeführt. „Der Vorsprung der Prozessindustrie wird geringer, die Welten wachsen immer schneller zusammen“, sagt Experte Kühnl. Das wird mit Sicherheit auch die INTERKAMA+ gerade im Umfeld der HANNOVER MESSE zeigen.

Inga Buß | Deutsche Messe AG
Weitere Informationen:
http://www.messe.de

Weitere Berichte zu: ICONICS Intelligence OPC-Server Prozessindustrie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht ZUKUNFT PERSONAL EUROPE: WORK:OLUTION - SUCCEED IN PERMANT BETA
16.07.2018 | GFOS mbH

nachricht Roboter zeichnet Skizzen von Messebesuchern
22.06.2018 | Fraunhofer-Institut für Algorithmen und Wissenschaftliches Rechnen SCAI

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Future electronic components to be printed like newspapers

A new manufacturing technique uses a process similar to newspaper printing to form smoother and more flexible metals for making ultrafast electronic devices.

The low-cost process, developed by Purdue University researchers, combines tools already used in industry for manufacturing metals on a large scale, but uses...

Im Focus: Rostocker Forscher entwickeln autonom fahrende Kräne

Industriepartner kommen aus sechs Ländern

Autonom fahrende, intelligente Kräne und Hebezeuge – dieser Ingenieurs-Traum könnte in den nächsten drei Jahren zur Wirklichkeit werden. Forscher aus dem...

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neue Anwendungen für Mikrolaser in der Quanten-Nanophotonik

20.07.2018 | Physik Astronomie

Need for speed: Warum Malaria-Parasiten schneller sind als die menschlichen Abwehrzellen

20.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Die Gene sind nicht schuld

20.07.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics