Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Aufbruchstimmung auf Genfer Telekommunikationsmesse

17.10.2003


Es soll die bedeutendste Telekommunikationsmesse der Welt sein - doch viele große deutschen Unternehmen sind offiziell nicht vertreten. Auf der «Telecom World 2003» in Genf ist das pralle Angebot der Informationstechnologie zu sehen. Ob Microsoft, Cisco, Intel oder Telekommunikationsunternehmen aus ganz Europa - sie überbieten sich mit prachtvollen Ständen. Doch Siemens oder Deutsche Telekom glänzen durch Abwesenheit.


Dabei herrscht nach vier Jahren Krise Aufbruchstimmung in Genf. Zumindest warten die Technologien wie Breitband oder der neue Mobilfunkstandard darauf, angewandt zu werden. Jetzt hoffen die 900 Aussteller, dass auch der Kunde anbeißt.

Die Deutsche Telekom lässt zwar ihre Experten in den sieben Messehallen, in denen sonst die Karossen des Autosalons stehen, ausschwärmen und nach Innovationen forschen. «Wir haben durchaus die Nase im Wind», sagt Telekom-Sprecher Hans Ehnert. Aber einen eigenen Telekom-Stand gibt es in diesem Jahr ebenso wenig wie schon vor vier Jahren. «Wir müssen auf die Kosten sehen, und unsere Zielgruppen erreichen wir ohnehin anderswo, etwa auf der CeBIT», sagt Ehnert. Die Telecom World wird nur alle vier Jahre veranstaltet, und seit 1999 haben sich viele Telekommunikationsunternehmen eine blutige Nase geholt. Ihre Schulden werden auf über 300 Milliarden Euro geschätzt.


Nicht in Genf dabei sind auch Nokia, Alcatel, Ericsson, France Télécom, Oracle, Telefonica und Philips. Dagegen sind die japanischen und nordamerikanischen Anbieter gut vertreten. Die großen japanischen Marken wie NEC, NTT, Panasonic, Sharp und Sony sind ebenso da wie die US-Konzernriesen Motorola oder Sun Microsystems. Große Beachtung hat die Rückkehr von IBM gefunden.

Die Zeichen stünden auf Aufbruch, sagt Messesprecher John Jacobs. «Wir befinden uns in einer Phase des Ausgleichs.» Breitband und drahtlose Verbindung (Wireless Lan) sorgten dafür, dass die Industrie wieder Fuß fassen werde. In den vergangenen vier Jahren stieg die Zahl der Handy-Benutzer um 28,3 Prozent pro Jahr. Heute gibt es weltweit rund 1,3 Milliarden Mobiltelefon-Benutzer. Und 665 Millionen Menschen surfen im Internet. Im drahtlosen Breitband- Internetzugang sieht Microsoft-Gründer Bill Gates nicht nur ein riesiges Wachstumspotenzial; das Phänomen werde die Gewohnheiten der Benutzer grundlegend verändern, sagte er in Genf.

Beim koreanischen Hersteller Samsung kann man die Handys bereits bewundern, in denen man seinen Gesprächspartner auf dem Display vor sich hat. Aber kaufen kann man das Gerät in Europa noch nicht. «Erst einmal sicher in Japan und später dann vielleicht in Europa», sagt die Stand-Sprecherin lächelnd. So wird es auch dem zweiteiligen Handy - vorne Mobiltelefon, hinten Digitalkamera - gehen, abnehmbar - aber wohl kaum in Europa verkäuflich. Oder wie die Armbanduhr, die am Armband auseinander gezogen zum Handy wird.

Während in Europa und in den USA bei den Konsumenten Zurückhaltung herrscht, boomt der Datenmarkt in Asien. Dort ist es den Telekommunikationsunternehmen auch gelungen, den Verbraucher auf die neuen schnellen Massenkommunikationsmärkte zu ziehen. Während in Europa und in den USA die Textübertragung, also vor allem SMS überwiegen, haben in Japan und Südkorea schon längst die zweiten und dritten Generationen der Bild-, Spiele - und Videoübertragungen begonnen. «Dahin schielen alle hier», hieß es in Genf.

| pro-physik.de
Weitere Informationen:
http://www.itu.int/WORLD2003
http://www.pro-physik.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht Roboter zeichnet Skizzen von Messebesuchern
22.06.2018 | Fraunhofer-Institut für Algorithmen und Wissenschaftliches Rechnen SCAI

nachricht Automatisierung und Produktionstechnik – Wandlungsfähig – Präzise – Digital
19.06.2018 | Fraunhofer IFAM

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wendelstein 7-X erreicht Weltrekord

Stellarator-Rekord für Fusionsprodukt / Erste Bestätigung für Optimierung

Höhere Temperaturen und Dichten des Plasmas, längere Pulse und den weltweiten Stellarator-Rekord für das Fusionsprodukt hat Wendelstein 7-X in der...

Im Focus: Schnell und innovativ: Jülicher Superrechner ist eine Neuentwicklung aus Europa

Bei der Entwicklung innovativer Superrechner-Architekturen ist Europa dabei, die Führung zu übernehmen. Leuchtendes Beispiel hierfür ist der neue Höchstleistungsrechner, der in diesen Tagen am Jülicher Supercomputing Centre (JSC) an den Start geht. JUWELS ist ein Meilenstein hin zu einer neuen Generation von hochflexiblen modularen Supercomputern, die auf ein erweitertes Aufgabenspektrum abzielen – von Big-Data-Anwendungen bis hin zu rechenaufwändigen Simulationen. Allein mit seinem ersten Modul qualifizierte er sich als Nummer 1 der deutschen Rechner für die TOP500-Liste der schnellsten Computer der Welt, die heute erschienen ist.

Das System wird im Rahmen des von Bund und Sitzländern getragenen Gauß Centre for Supercomputing finanziert und eingesetzt.

Im Focus: Superconducting vortices quantize ordinary metal

Russian researchers together with their French colleagues discovered that a genuine feature of superconductors -- quantum Abrikosov vortices of supercurrent -- can also exist in an ordinary nonsuperconducting metal put into contact with a superconductor. The observation of these vortices provides direct evidence of induced quantum coherence. The pioneering experimental observation was supported by a first-ever numerical model that describes the induced vortices in finer detail.

These fundamental results, published in the journal Nature Communications, enable a better understanding and description of the processes occurring at the...

Im Focus: Leichter abheben: Fraunhofer LBF entwickelt Flugzeugrad aus Faser-Kunststoff-Verbund

Noch mehr Reichweite oder noch mehr Nutzlast - das wünschen sich Fluggesellschaften für ihre Flugzeuge. Wegen ihrer hohen spezifischen Steifigkeiten und Festigkeiten kommen daher zunehmend leichte Faser-Kunststoff-Verbunde zum Einsatz. Bei Rümpfen oder Tragflächen sind permanent Innovationen in diese Richtung zu beobachten. Um dieses Innovationsfeld auch für Flugzeugräder zu erschließen, hat das Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF jetzt ein neues EU-Forschungsvorhaben gestartet. Ziel ist die Entwicklung eines ersten CFK-Bugrads für einen Airbus A320. Dabei wollen die Forscher ein Leichtbaupotential von bis zu 40 Prozent aufzeigen.

Faser-Kunststoff-Verbunde sind in der Luftfahrt bei zahlreichen Bauteilen bereits das Material der Wahl. So liegt beim Airbus A380 der Anteil an...

Im Focus: IT-Sicherheit beim autonomen Fahren

FH St. Pölten entwickelt neue Methode für sicheren Informationsaustausch zwischen Fahrzeugen mittels Funkdaten

Neue technische Errungenschaften wie das Internet der Dinge oder die direkte drahtlose Kommunikation zwischen Objekten erhöhen den Bedarf an effizienter...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Neueste Entwicklungen in Forschung und Technik

25.06.2018 | Veranstaltungen

Wheat Initiative holt Weizenforscher aus aller Welt an einen Tisch

25.06.2018 | Veranstaltungen

Leben im Plastikzeitalter: Wie ist ein nachhaltiger Umgang mit Plastik möglich?

21.06.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Wendelstein 7-X erreicht Weltrekord

25.06.2018 | Physik Astronomie

Schnell und innovativ: Jülicher Superrechner ist eine Neuentwicklung aus Europa

25.06.2018 | Informationstechnologie

Leuchtfeuer in der Produktion

25.06.2018 | Energie und Elektrotechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics