Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Uni Magdeburg auf VISION 2000 präsent

17.10.2000


Neues Verfahren spürt Beulen und Dellen in unlackierten Fahrzeugblechen auf

Wohl niemand würde ein fabrikneues Auto kaufen, dessen Karosserie schon vor der ersten Ausfahrt Beulen aufweist. Beulen und Dellen von kleinstem Ausmaß stellen deshalb ein großes Problem für die Automobilindustrie dar. Während diese vor der Lackierung nur schwer zu erkennen sind, werden sie nach der Lackierung deutlich sichtbar und stören den Gesamteindruck.
Die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg stellt auf der Internationalen Fachmesse für industrielle Bildverarbeitung und Identifikationstechnologien, der VISION 2000 vom 18. bis 20. Oktober 2000 in Stuttgart, Halle 8, Stand 112, ein am Institut für Elektronik, Signalverarbeitung und Kommunikationstechnik entwickeltes optisches Messverfahren vor, welches ermöglicht, solche Beulen oder Dellen schon vor der Lackierung zu erkennen.
Um ein automatisches Aufspüren (Detektion) solcher Beulen zu realisieren, müssen mehrere Probleme gelöst werden: Zunächst benötigt man ein Verfahren, das die Koordinaten der Oberfläche mit der benötigten Messgenauigkeit und Auflösung bestimmt. Zur Bestimmung der 3D-Koordinaten wird ein photogrammetrisches 3D-Meßsystem eingesetzt. Die Oberflächenkoordinaten werden bei diesem Meßsystem aus den Bildern von mindestens 2 Digitalkameras, die an unterschiedlichen Positionen montiert sind, berechnet.
Danach müssen die Beulen in der entstehenden Punktewolke gefunden werden. Im einfachen Fall wird dazu zuerst ein Meisterstück vermessen. Die anschließend berechnete Differenz zwischen dem Meisterstück und dem zu prüfenden Werkstück kann zur Qualitätskontrolle herangezogen werden. Dieses Verfahren stellt aber hohe Ansprüche an die exakte Justierung der Werkstücke, die oft nicht oder nur unter erheblichem Aufwand erreicht werden kann. Außerdem können Fertigungstoleranzen erlaubt sein, die sich auf die Differenzbildung viel stärker auswirken als die festzustellenden Fehler, was die automatische Detektion von Beulen und Dellen erschwert.
Das hier eingesetzte Verfahren basiert auf einem künstlichen neuronalen Netz, das die automatische Fehlerdetektion auch bei ungenauer Justierung und erlaubten Fertigungstoleranzen ermöglicht. Als Bezugsobjekt wird in guter Näherung ein Meisterstück durch Recall des neuronalen Netzes in der aktuellen Lage rekonstruiert.
Das neuronale Netz wird zu diesem Zweck zunächst mit fehlerfreien Meisterstücken trainiert. Nach dieser Trainingsphase ist die Form der zu vermessenden Werkstücke im Netz gespeichert. Abweichungen von dieser Form können dann durch das System erkannt werden.
Mehrere Messreihen zeigen, dass Beulen und Dellen mit mehr als 20 Mikrometer Höhe (ein menschliches Haar hat einen Durchmesser von etwa 60 Mikrometer) problemlos mit diesem Verfahren erkannt werden. Das entspricht auch den verwöhntesten Anforderungen eines Autofahrers.

Auskunft erteilt: Prof. Dr.-Ing. habil. Bernd Michaelis, Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg Tel.: 0391/67-18860, Fax:0391/67-11231, E-Mail: michaelis@iesk.et.uni-magdeburg.de

Waltraud Riess | idw

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht Kollaborative Robotik ohne Programmieraufwand einsetzen
12.02.2019 | Fraunhofer-Institut für Entwurfstechnik Mechatronik

nachricht Safer Food – Less Waste – Sichere Lebensmittel und weniger Müll
12.02.2019 | Fraunhofer-Institut für Organische Elektronik, Elektronenstrahl- und Plasmatechnik FEP

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Laserverfahren für funktionsintegrierte Composites

Composites vereinen gewinnbringend die Vorteile artungleicher Materialien – und schöpfen damit zum Beispiel Potentiale im Leichtbau aus. Auf der JEC World 2019 im März in Paris präsentieren die Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein breites Spektrum an laserbasierten Technologien für die effiziente Herstellung und Bearbeitung von Verbundmaterialien. Einblicke zu Füge- und Trennverfahren sowie zur Oberflächenstrukturierung erhalten Besucher auf dem Gemeinschaftsstand des Aachener Zentrums für integrativen Leichtbau AZL, Halle 5A/D17.

Experten des Fraunhofer ILT erforschen und entwickeln Laserprozesse für das wirtschaftliche Fügen, Schneiden, Abtragen oder Bohren von Verbundmaterialien –...

Im Focus: Grüne Spintronik: Mit Spannung Superferromagnetismus erzeugen

Ein HZB-Team hat zusammen mit internationalen Partnern an der Lichtquelle BESSY II ein neues Phänomen in Eisen-Nanokörnern auf einem ferroelektrischen Substrat beobachtet: Die magnetischen Momente der Eisenkörner richten sich superferromagnetisch aus, sobald eine elektrische Spannung anliegt. Der Effekt funktioniert bei Raumtemperatur und könnte zu neuen Materialien für IT-Bauelemente und Datenspeicher führen, die weniger Energie verbrauchen.

In heutigen Datenspeichern müssen magnetische Domänen mit Hilfe eines externen Magnetfeld umgeschaltet werden, welches durch elektrischen Strom erzeugt wird....

Im Focus: Regensburger Physiker beobachten, wie es sich Elektronen gemütlich machen

Und können dadurch mit ihrer neu entwickelten Mikroskopiemethode Orbitale einzelner Moleküle in verschiedenen Ladungszuständen abbilden. Die internationale Forschergruppe der Universität Regensburg berichtet über ihre Ergebnisse unter dem Titel “Mapping orbital changes upon electron transfer with tunnelling microscopy on insulators” in der weltweit angesehenen Fachzeitschrift ,,Nature‘‘.

Sie sind die Grundbausteine der uns umgebenden Materie - Atome und Moleküle. Die Eigenschaften der Materie sind oftmals jedoch nicht durch diese Bausteine...

Im Focus: Regensburg physicists watch electron transfer in a single molecule

For the first time, an international team of scientists based in Regensburg, Germany, has recorded the orbitals of single molecules in different charge states in a novel type of microscopy. The research findings are published under the title “Mapping orbital changes upon electron transfer with tunneling microscopy on insulators” in the prestigious journal “Nature”.

The building blocks of matter surrounding us are atoms and molecules. The properties of that matter, however, are often not set by these building blocks...

Im Focus: Universität Konstanz gewinnt neue Erkenntnisse über die Entwicklung des Immunsystems

Wissenschaftler der Universität Konstanz identifizieren Wettstreit zwischen menschlichem Immunsystem und bakteriellen Krankheitserregern

Zellbiologen der Universität Konstanz publizieren in der Fachzeitschrift „Current Biology“ neue Erkenntnisse über die rasante evolutionäre Anpassung des...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Bildung digital und multikulturell: Große Fachtagung GEBF findet an der Uni Köln statt

18.02.2019 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Thema Desinformation in Online-Medien

15.02.2019 | Veranstaltungen

FfE-Energietage 2019 - Die Energiewelt heute und morgen vom 1. bis 4. April 2019 in München

15.02.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Autonomes Fahren mit Blockchain: Bayreuther Studierende siegen im internationalen MOBI-Wettbewerb

18.02.2019 | Förderungen Preise

Bildung digital und multikulturell: Große Fachtagung GEBF findet an der Uni Köln statt

18.02.2019 | Veranstaltungsnachrichten

Beschreibung der Berry-Curvature und Chern-Zahlen durch Berechnung von Bloch-Zuständen

18.02.2019 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics