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Gesicherter Multimedia-Vertrieb im Internet

14.08.2003


Musik via Internet oder nicht? Das ist eine Frage, die viele Nutzer derzeit beschäftigt, denn die Musikindustrie will zur Wahrung der Urheberrechte die illegale Weitergabe von Musik unterbinden.



Software-Entwicklungen dafür schränken den Nutzer aber meist im Umgang mit den geschützten Daten stark ein. Dies stößt natürlich auf Widerstand. Eine Lösung des Dilemmas stellt das Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS auf der Internationalen Funkausstellung IFA 2003 in Berlin (29.8. bis 3.9.2003, Halle 5.3.) vor: das Light Weight Digital Rights Management LWDRM®. Einerseits ermöglicht es Anbietern digitaler Multimediainhalte, Verletzungen des Copyrights aufzudecken, andererseits macht es den Verbrauchern den Umgang mit den Medien einfach - »Fair Use« bleibt möglich.

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»Digital »LWDRM


Das wachsende Interesse an legalen Kaufangeboten zeigt, dass viele Freunde der digitalen Medien bereit sind, für die virtuelle Ware »Musikdaten« zu bezahlen. Damit honorieren sie die kreative Leistung, die Zeit und die Mühe, die in jeden Musiktitel geflossen sind. Gerade diese Nutzer sollte man nicht mit Programmen abschrecken, die auf zu restriktive Weise für Urheberrechtschutz sorgen.

Forscher aus den Fraunhofer-Instituten für Integrierte Schaltungen IIS in Erlangen, für Sichere Telekooperation SIT in Darmstadt und der Fraunhofer-Arbeitsgruppe für Elektronische Medientechnologie AEMT in Ilmenau zeigen einen Weg auf, im Internetvertrieb das Urheberrecht zu schützen und gleichzeitig Nutzern einen einfachen Umgang mit den Daten zu ermöglichen. »Das Light Weight Digital Rights Management LWDRM® entspricht den Wünschen der Konsumenten. Es ist leicht zu bedienen und schränkt sie bei der Nutzung kaum ein«, erklärt Dr.-Ing. Christian Neubauer, Projektleiter am IIS. »Außerdem erfüllt es unseres Wissens die Forderungen der Medienindustrie nach einer Technik, die eine illegale Verbreitung von Musik und Filmen über das Internet verfolgbar macht.« Die Grundidee des LWDRM®-Systems ist es, dem Konsumenten freien Umgang mit den von ihm erworbenen Inhalten zu ermöglichen – er muss nur zuvor bereit sein, die Mediendateien mit seinem persönlichen digitalen Zertifikat zu versehen. »LWDRM® überträgt die bei Print-Medien bekannte Kennzeichnungspflicht - verantwortlich im Sinne des Presserechts - auf digitale Medien«, so Neubauer.

Das System umfasst mehrere Profile, die unterschiedliche Möglichkeiten eröffnen, Mediendaten zu nutzen: Es gibt ein Profil, das lediglich für die Wiedergabe geeignet ist, andere gestatten es, Inhalte zu erzeugen und weiter zu verteilen. Das Business-to-Consumer-Profil ermöglicht den sicheren Vertrieb von Mediendateien. Anbieter digitaler Medien können Inhalte geschützt an ihre Kunden übertragen. Dem Kunden liegen die Multimediadateien in einem speziellen Format vor, das die Wiedergabe zulässt, zunächst aber nur auf einem einzigen Gerät, beispielsweise dem Computer. Will der Kunde die Dateien auf anderen Geräten, etwa tragbaren Musikspielern oder im Autoradio, abspielen, muss er sie beim Übertragen auf diese Geräte mit seiner persönlichen digitalen Signatur unterzeichnen. »Wurden Mediendateien im Rahmen von LWDRM® von einem Benutzer signiert, können sie ohne technische Einschränkungen verwendet werden«, so Prof. Rüdiger Grimm, Gruppenleiter am AEMT. »Der Benutzer ist allerdings für ihre Verwendung verantwortlich. Wenn Dateien zum Beispiel illegal in Internet-Tauschbörsen veröffentlicht werden, kann der Verbreiter mit Hilfe der eingebetteten digitalen Signatur ermittelt werden.« Das Light Weight Digital Rights Management bietet außerdem im unkomprimierten und sogar im analogen Bereich Schutz durch den Einsatz digitaler Wasserzeichen. So bleiben zum Beispiel beim Kopieren auf CD die Informationen über den Benutzer erhalten und es lässt sich ermitteln, wer die Daten wann und wo gekauft hat.

LWDRM® ist modular aufgebaut. In der aktuellen Realisierung unterstützt es Medien im Format des offenen MPEG-4 Standards. Schon bei geringen Datenraten bietet es deshalb hervorragende Video- und Tonqualität. Die Architektur kann um zusätzliche Multimedia-Codecs erweitert werden und lässt sich auf alle erwünschten Zielsysteme übertragen – vom PC bis zum tragbaren Abspielgerät. Um hohe Sicherheit zu gewährleisten, verwendet das System den Advanced Encryption Standard (AES) in Verbindung mit der Audio-Wasserzeichen-Technologie des Fraunhofer IIS.

Weitere Themen aus dem Bereich »digital hören« auf dem Fraunhofer-Stand sind beispielsweise Entwicklungen zu Digital Radio Mondiale, die Klangfeldsynthese für ein perfektes Hörerlebnis im Kino und Zuhause sowie das System Query by Humming, das Melodien aufgrund von gesummten Takten erkennt.

Dr.-Ing. Christian Neubauer | Fraunhofer Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.lwdrm.com.
http://www.ifa2003.fraunhofer.de

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