Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Diamantene Fühler und schwebende Lasten

17.05.2000


... mehr zu:
»ITP »Sensorik
Diamantene Fühler und schwebende Lasten
Innovationsmesse ITP mit vier Exponaten der Universität Ulm

Von der Ulmer Industrie- und Handelskammer (IHK) und der Stadt Ulm initiiert, soll die Innovationsmesse ITP, die zum zweiten Mal stattfindet und vom 25. bis 27. Mai 2000 auf dem Ulmer Messegelände zu sehen ist, wirtschaftliche Vielseitigkeit und Ideenreichtum der Ulmer Region sichtbar machen. Unternehmern, Produzenten, Dienstleistern, Entwicklern Hochschulen, Kommunen und Investoren will sie Gelegenheit geben, Kontakte zu knüpfen und das technologische Potential vor Ort zu erschließen. Im thematischen Umfeld von Werkzeug- und Produktionstechnik, Energie- und Umwelttechnik, Logistik und Elektronik, Neue Medien, Informationstechnik sowie -be- und -verarbeitung sieht sich die ITP nach eigener Darstellung nicht zuletzt als »Galerie der innovativen Produkte der Fachhochschule Ulm, der Universität Ulm und des Instituts für dynamische Materialprüfung«. Die beiden letztgenannten werden mit insgesamt fünf Exponaten vertreten sein. Parallel informiert die Universität über ihre Studien-, Aus- und Weiterbildungsangebote.

Sprache verschlüsselt

Die Abteilung Informationstechnik der Universität Ulm beschäftigt sich mit Verfahren zur zuverlässigen und sicheren Datenübertragung. Am Beispiel des Mobilfunkstandards GSM (Global System for Mobile Communications) werden die Wissenschaftler grundlegende Konzepte der digitalen Datenübertragung vorstellen: Zuteilung und optimale Auslastung von Sendefrequenzen, Verbesserung der Übertragungsqualität bei großen Datenmengen und variierenden Nutzungsanforderungen, Methoden des Kanalschutzes, Prinzipien der Sprachcodierung, Nutzerauthentifikation (Stichwort sichere PINs) und Verschlüsselung. Wie verschiedene Störgrößen die Übertragungsqualität von Sprache beeinflussen, können die Messebesucher am simulierten Hörmodell verfolgen.

Mikrotechnik mit Diamant

Die einzigartigen Eigenschaften des Diamant, namentlich seine unerreichte Temperatur- und Reaktionsbeständigkeit sowie sein elektrisches Leitverhalten, waren Ausgangspunkt für die Abteilung Elektronische Bauelemente und Schaltungen, auf der Suche nach optimalen Materialien für Mikroelektronik, Mikrosensoren und -aktoren mit Kunstdiamant zu experimentieren. Herausgekommen sind Diamantmikrochips für Herzablationskatheter, Druck- und Beschleunigungssensoren, denen weder aggressive Chemikalien noch Extremtemperaturen etwas anhaben können, elektrostatisch betriebene Mikroschalter der Hochleistungsklasse, Ultraviolettsensoren für tiefes (220nm-)UV-Licht. Mit einer Auswahl ihrer interessantesten Objekte werden die Forscher auf die ITP gehen.

Rettung automatisch

Im Rahmen eines Pilotprojekts für Baden-Württemberg zur grundlegenden Modernisierung des Rettungssystems hat Martin Häfele aus der Abteilung Elektronische Bauelemente und Schaltungen ein telematisches Unterstützungsverfahren für die medizinische Notfallrettung entworfen und verwirklicht. Die von ihm progammierte Voicemailbox ist in der Lage, bei einem Rettungseinsatz automatisch die erforderlichen Einsatzkräfte zu alarmieren und ihre Antwort zu registrieren, wobei Verfügbarkeit (Urlaub, Krankheit) und voraussichtlicher Eintreffzeitpunkt berücksichtigt, bedarfsweise zusätzliche Helfer nachnominiert und ein präzises Ablaufprotokoll erstellt werden. Das System entlastet das Personal der Rettungsleitstelle und hilft, vergebliche Telefonate und Fehldispositionen zu vermeiden.

Lasten ausgependelt

Das Team der Abteilung Mess-, Regel- und Mikrotechnik lässt einen tonnenschweren Container von einem Kran im Arbeitsraum bewegen. Dabei hängt die Last pendelfrei und so ruhig am Kranseil, als wäre sie in der Luft angeschraubt. Das ist nicht selbstverständlich, sondern einer raffinierten Sensorik zu danken, die laufende Messungen der Lastposition und -orientierung im Raum verarbeitet und sämtliche demnach zu erwartenden Pendel-, Kipp- und Drehbewegungen der Kranlast rechnerisch vorwegnimmt. Ein auf dieser Grundlage automatisch gesteuertes Fahr- und Greifwerk fängt die Bewegungen im voraus ab. Sensorik, regelungstheoretische Darstellung und Aktorik demonstrieren die Wissenschaftler in einem Video mit dem Titel »Vom automatischen Kran zum Großraumroboter«.

Werkstoffe zähflüssig

Gele, Pasten, Lacke und ihre viskos-elastischen Verwandten sind eigenwillige Werkstoffe. Das Institut für dynamische Materialprüfung (IdM) an der Universität Ulm ist darauf spezialisiert, Eigenschaften und Verhalten auch der »launischsten« Materialien unter mechanischer Belastung und in beliebigen Temperaturbereichen exakt zu bestimmen - in der Regel mittels speziell entwickelter Geräte, die sich Schwingungs- und Dämpfungsphänomene als Korrelate des dynamischen Verhaltens zunutze machen und deren ausgeklügelte Sensorik höchsten Exaktheitsansprüchen genügt. Die Wissenschaftler konzipieren Messverfahren und -apparaturen, bauen Prototypen, übernehmen Messaufträge von Industriekunden und beraten ihre Klienten beim Einsatz konventioneller und neuartiger Werkstoffe. Einen Querschnitt durch seine Produktpalette zeigt das Institut auf der ITP.

Peter Pietschmann |

Weitere Berichte zu: ITP Sensorik

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht Fraunhofer FHR zeigt kontaktlose, zerstörungsfreie Qualitätskontrolle von Kunststoffprodukten auf der K 2019
16.10.2019 | Fraunhofer-Institut für Hochfrequenzphysik und Radartechnik FHR

nachricht Fraunhofer FHR präsentiert Hochfrequenztechnologie für autonomes Fahren auf dem VDI Kongress ELIV 2019 in Bonn
14.10.2019 | Fraunhofer-Institut für Hochfrequenzphysik und Radartechnik FHR

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Die schnellste Ameise der Welt - Wüstenflitzer haben kurze Beine, aber eine perfekte Koordination

Silberameisen gelten als schnellste Ameisen der Welt - obwohl ihre Beine verhältnismäßig kurz sind. Daher haben Forschende der Universität Ulm den besonderen Laufstil dieses "Wüstenflitzers" auf einer Ameisen-Rennstrecke ergründet. Veröffentlicht wurde diese Entdeckung jüngst im „Journal of Experimental Biology“.

Sie geht auf Nahrungssuche, wenn andere Siesta halten: Die saharische Silberameise macht vor allem in der Mittagshitze der Sahara und in den Wüsten der...

Im Focus: Fraunhofer FHR zeigt kontaktlose, zerstörungsfreie Qualitätskontrolle von Kunststoffprodukten auf der K 2019

Auf der K 2019, der Weltleitmesse für die Kunststoff- und Kautschukindustrie vom 16.-23. Oktober in Düsseldorf, demonstriert das Fraunhofer-Institut für Hochfrequenzphysik und Radartechnik FHR das breite Anwendungsspektrum des von ihm entwickelten Millimeterwellen-Scanners SAMMI® im Kunststoffbereich. Im Rahmen des Messeauftritts führen die Wissenschaftler die vielseitigen Möglichkeiten der Millimeterwellentechnologie zur kontaktlosen, zerstörungsfreien Prüfung von Kunststoffprodukten vor.

Millimeterwellen sind in der Lage, nicht leitende, sogenannte dielektrische Materialien zu durchdringen. Damit eigen sie sich in besonderem Maße zum Einsatz in...

Im Focus: Solving the mystery of quantum light in thin layers

A very special kind of light is emitted by tungsten diselenide layers. The reason for this has been unclear. Now an explanation has been found at TU Wien (Vienna)

It is an exotic phenomenon that nobody was able to explain for years: when energy is supplied to a thin layer of the material tungsten diselenide, it begins to...

Im Focus: Rätsel gelöst: Das Quantenleuchten dünner Schichten

Eine ganz spezielle Art von Licht wird von Wolfram-Diselenid-Schichten ausgesandt. Warum das so ist, war bisher unklar. An der TU Wien wurde nun eine Erklärung gefunden.

Es ist ein merkwürdiges Phänomen, das jahrelang niemand erklären konnte: Wenn man einer dünnen Schicht des Materials Wolfram-Diselenid Energie zuführt, dann...

Im Focus: Wie sich Reibung bei topologischen Isolatoren kontrollieren lässt

Topologische Isolatoren sind neuartige Materialien, die elektrischen Strom an der Oberfläche leiten, sich im Innern aber wie Isolatoren verhalten. Wie sie auf Reibung reagieren, haben Physiker der Universität Basel und der Technischen Universität Istanbul nun erstmals untersucht. Ihr Experiment zeigt, dass die durch Reibung erzeugt Wärme deutlich geringer ausfällt als in herkömmlichen Materialien. Dafür verantwortlich ist ein neuartiger Quantenmechanismus, berichten die Forscher in der Fachzeitschrift «Nature Materials».

Dank ihren einzigartigen elektrischen Eigenschaften versprechen topologische Isolatoren zahlreiche Neuerungen in der Elektronik- und Computerindustrie, aber...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

VR-/AR-Technologien aus der Nische holen

18.10.2019 | Veranstaltungen

Ein Marktplatz zur digitalen Transformation

18.10.2019 | Veranstaltungen

Wenn der Mensch auf Künstliche Intelligenz trifft

17.10.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Das Rezept für eine Fruchtfliege

18.10.2019 | Biowissenschaften Chemie

Elektrosynthese von Alkoholen energieeffizienter gestalten

18.10.2019 | Verfahrenstechnologie

So fließt Energie im Nanobereich

18.10.2019 | Energie und Elektrotechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics