Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Robotergeneration: Stets zu Diensten

09.06.2008
Eine Hilfe für den Haushalt, wer wünscht sich das nicht. Künftig können Serviceroboter uns schwere, schmutzige, monotone oder lästige Arbeit abnehmen. Auf der Automatica in München (10. - 13. Juni ) präsentieren Fraunhofer-Forscher mit dem "Care-O-bot® 3" erstmals eine neue Generation von Haushaltsrobotern.

Langsam rollt der einarmige Roboter zum Küchentisch. Vorsichtig greift er mit seinen drei Fingern die Flasche Apfelsaft und stellt sie zu den Gläsern vor sich auf dem Tablett ab. Dann fährt er zurück ins Wohnzimmer und serviert den Gästen die Getränke.

So oder ähnlich könnten künstliche Assistenten in Zukunft arbeiten. Der nur 1,45 Meter große Care-O-bot® 3 ist der Prototyp einer neuen Serviceroboter-Generation, die dem Menschen im Haushalt zur Hand gehen sollen. Entwickelt wurde der gelehrige Gehilfe von Forschern des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung IPA in Stuttgart. Die Wissenschaftler arbeiten schon seit mehr als zehn Jahren an mobilen Service-Robotern. Auf der Messe Automatica stellen die Forscher den Care-O-bot® 3 erstmals in Halle B3, Stand 339 sowie auf dem Stand der Firma Schunk in Halle A2, Stand 103 vor.

Aber wie erkennt der Roboter, wo die Gegenstände sind? Und wie wird sicher gestellt, dass er mit seinem Arm nicht aus Versehen einen Menschen streift? Um das zu verhindern ist er mit einer Vielzahl von Sensoren ausgestattet. Stereovision-Farbkameras, Laserscanner und eine 3-D-Tiefenbildkamera ermöglichen es dem Care-O-bot® 3, seine Umgebung in Echtzeit in 3-D zu erfassen. Kommt zum Beispiel ein Mensch in den Radius seines Arms, stoppt er die Bewegung.

... mehr zu:
»IPA
Eine weitere Besonderheit des kleinen, flexiblen Helfers: Er kann in jede beliebige Richtung fahren. "Möglich macht das eine omnidirektionale Plattform, mit vier gelenkten und angetriebenen Rädern", erläutert Birgit Graf, die am IPA die Gruppe für Haushalts- und Assistenzroboter leitet. "So kann der Roboter sogar enge Stellen in einer Wohnung sicher passieren." Der neue Care-O-bot® ist mit einem hochflexiblen Arm mit sieben Freiheitsgraden sowie mit einer

3-Finger-Hand ausgestattet. Damit kann er Flaschen, Tassen oder ähnliches greifen und Geräte bedienen. Kraftsensoren verhindern zu festes Zugreifen. Arm und Greifer hat die Firma Schunk entwickelt.

An der Vorderseite des Roboters ist ein Tablett angebracht. Darauf kann der Care-O-Bot® zum Beispiel die gewünschte Tasse Kaffee transportieren. In das Tablett ist auch ein Touchscreen integriert, über das sich der Gehilfe steuern lässt. "Der Roboter lässt sich aber auch über Sprache dirigieren. Anders als seine Vorgänger kann er sogar Gesten erkennen und darauf reagieren", erläutert Graf. In seiner Datenbanken hat der Roboter eine Vielzahl von Haushaltsgegenständen gespeichert. Er weiß zum Beispiel wie eine Tasse aussieht und wo er sie in der Küche findet. Er kann aber auch lernen, neue Gegenstände zu erkennen. Der Nutzer gibt dem Roboter die unbekannten Objekte einfach nur in die Hand, damit er sich ein dreidimensionales Bild davon machen kann. Ähnlich leicht erlernt der Care-O-bot® 3 auch neue Bewegungsabläufe. Das Abwischen eines Tisches trainiert der Haushalts-Assistent, indem der Benutzer den Gelenkarm führt und die Aufgabe vor macht.

Wie ein Mensch sieht der neue Roboter jedoch nicht aus. "Mit dem neuartigen Design von Care-O-bot® 3 haben wir bewusst Abstand zu existierenden, humanoiden Servicerobotern genommen", betont Care-O-bot-3-Projektleiter Christopher Parlitz vom IPA. Dank neuer flexibler Materialien und Verbundwerkstoffe ist die Hülle weich und nachgiebig. "Das ermöglicht leichte Dreh- und Neigebewegungen des Robotertorsos, die sowohl zur Positionierung der Umgebungssensoren als auch zur Unterstützung der Interaktion genutzt werden", erläutert Parlitz. Entwickelt wurden die robotergerechten Materialien von Bayer-Material-Science.

| Fraunhofer Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.fraunhofer.de

Weitere Berichte zu: IPA

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht Medica 2019: Pharmaceuticals - new process quickly shows efficacy
12.11.2019 | Technische Universität Kaiserslautern

nachricht Medica 2019: Arteriosklerose – neue Techniken helfen, richtigen Katheter und Lage von Gefäßverengung zu finden
11.11.2019 | Technische Universität Kaiserslautern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kleine Teilchen, große Wirkung: Wie Nanoteilchen aus Graphen die Auflösung von Mikroskopen verbessern

Konventionelle Lichtmikroskope können Strukturen nicht mehr abbilden, wenn diese einen Abstand haben, der kleiner als etwa die Lichtwellenlänge ist. Mit „Super-resolution Microscopy“, entwickelt seit den 80er Jahren, kann man diese Einschränkung jedoch umgehen, indem fluoreszierende Materialien eingesetzt werden. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Polymerforschung haben nun entdeckt, dass aus Graphen bestehende Nano-Moleküle genutzt werden können, um diese Mikroskopie-Technik zu verbessern. Diese Nano-Moleküle bieten eine Reihe essentieller Vorteile gegenüber den bisher verwendeten Materialien, die die Mikroskopie-Technik noch vielfältiger einsetzbar machen.

Mikroskopie ist eine wichtige Untersuchungsmethode in der Physik, Biologie, Medizin und vielen anderen Wissenschaften. Sie hat jedoch einen Nachteil: Ihre...

Im Focus: Small particles, big effects: How graphene nanoparticles improve the resolution of microscopes

Conventional light microscopes cannot distinguish structures when they are separated by a distance smaller than, roughly, the wavelength of light. Superresolution microscopy, developed since the 1980s, lifts this limitation, using fluorescent moieties. Scientists at the Max Planck Institute for Polymer Research have now discovered that graphene nano-molecules can be used to improve this microscopy technique. These graphene nano-molecules offer a number of substantial advantages over the materials previously used, making superresolution microscopy even more versatile.

Microscopy is an important investigation method, in physics, biology, medicine, and many other sciences. However, it has one disadvantage: its resolution is...

Im Focus: Mit künstlicher Intelligenz zum besseren Holzprodukt

Der Empa-Wissenschaftler Mark Schubert und sein Team nutzen die vielfältigen Möglichkeiten des maschinellen Lernens für holztechnische Anwendungen. Zusammen mit Swiss Wood Solutions entwickelt Schubert eine digitale Holzauswahl- und Verarbeitungsstrategie unter Verwendung künstlicher Intelligenz.

Holz ist ein Naturprodukt und ein Leichtbauwerkstoff mit exzellenten physikalischen Eigenschaften und daher ein ausgezeichnetes Konstruktionsmaterial – etwa...

Im Focus: Eine Fernsteuerung für alles Kleine

Atome, Moleküle oder sogar lebende Zellen lassen sich mit Lichtstrahlen manipulieren. An der TU Wien entwickelte man eine Methode, die solche „optischen Pinzetten“ revolutionieren soll.

Sie erinnern ein bisschen an den „Traktorstrahl“ aus Star Trek: Spezielle Lichtstrahlen werden heute dafür verwendet, Moleküle oder kleine biologische Partikel...

Im Focus: Atome hüpfen nicht gerne Seil

Nanooptische Fallen sind ein vielversprechender Baustein für Quantentechnologien. Forscher aus Österreich und Deutschland haben nun ein wichtiges Hindernis für deren praktischen Einsatz aus dem Weg geräumt. Sie konnten zeigen, dass eine besondere Form von mechanischen Vibrationen gefangene Teilchen in kürzester Zeit aufheizt und aus der Falle stößt.

Mit der Kontrolle einzelner Atome können Quanteneigenschaften erforscht und für technologische Anwendungen nutzbar gemacht werden. Seit rund zehn Jahren...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Chemnitzer Linux-Tage 2020: „Mach es einfach!“

18.11.2019 | Veranstaltungen

Humanoide Roboter in Aktion erleben

18.11.2019 | Veranstaltungen

1. Internationale Konferenz zu Agrophotovoltaik im August 2020

15.11.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Kleine Teilchen, große Wirkung: Wie Nanoteilchen aus Graphen die Auflösung von Mikroskopen verbessern

20.11.2019 | Materialwissenschaften

Eisberge als Nährstoffquelle - Führt der Klimawandel zu mehr Eisendüngung im Ozean?

20.11.2019 | Geowissenschaften

Gehen verändert das Sehen

20.11.2019 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics