Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Rapid Prototyping für den OP

05.07.2002


Forschungszentrum caesar präsentiert auf der Euromold Rapid-Prototyping-Modelle für die Operationsplanung

Die Technik ist bewährt: Rapid Prototyping wird im Automobil- und Maschinenbau gerne verwendet, um schnell und kostengünstig Prototypen aus dreidimensionalen Datensätzen herzustellen. Das Forschungszentrum caesar aus Bonn nutzt diese Vorteile für neue Anwendungen im Bereich der Medizin. Für die Operationsplanung stellt es aus Patientendaten detailgetreue stereolithografische Modelle her. caesar wird vom 04. - 07.12. auf der Euromold in Frankfurt erste Ergebnisse präsentieren. Der Erfolg einer Operation hängt u.a. von der genauen Planung ab. Je kürzer der Eingriff, desto geringer ist das Risiko von Komplikationen. Rapid-Proto-typing-Modelle der betroffenen Körperteile helfen den Chirurgen, sich optimal vorzubereiten. Falls nötig, können Implantate vorab angepasst werden. Die im Stereolithografie-Verfahren hergestellten Modelle sind transparent, so dass innere Strukturen wie Gefäße oder Nerven durch Färbung sichtbar gemacht werden können.

Im ersten Schritt werden Computertomografie-Aufnahmen (CT) des Patienten erstellt und diese zweidimensionalen "Schnittbilder" in ein dreidimensionales Computermodell umgewandelt. Das geschieht mit Hilfe der Software-Plattform Julius, die ebenfalls von einer caesar-Arbeitsgruppe entwickelt wurde. Durch Segmentierung werden verschiedene Strukturen (Knochen, Knorpel, Blutgefäße, Nerven usw.) unterschiedlich erfasst und können später farbig markiert werden. Im Anschluss wird der Datensatz für den Rapid-Prototyping-Prozess vorbereitet. Nun wird aus den Patientendaten in der Rapid-Prototyping-Anlage Schicht für Schicht ein Kunststoffmodell aufgebaut, in dem Details mit einer Genauigkeit bis zu 0,02 Millimetern dargestellt werden können. Eine Kombination mit Rapid-Prototyping-Folgeprozessen (z.B. Vakuumguss) ermöglicht es, zusätzlich Bereiche mit Weichgewebe realistisch darzustellen. Das fertige Modell kann sterilisiert und mit in den OP genommen werden.

Zur Zeit verfeinert caesar den Datentransfer und die Prozess-Vorbereitung sowie die farbige Markierung einzelner Strukturen. Unterschiedliche Gewebearten werden in variablen Farbabstufungen abgebildet. Das kann beispielsweise in der Tumorchirurgie sehr hilfreich sein: Tumorgewebe lässt sich durch Färbung im Modell deutlich von gesundem Gewebe abgrenzen. Weitere Projekte sind maßgeschneiderte Implantate aus Knochenersatz-Material sowie dreidimensionale Gerüste für Tissue-Engineering.

Das internationale Forschungszentrum caesar (center of advanced european studies and research) aus Bonn hat 1998 die Arbeit aufgenommen. Mit inzwischen über 130 Mitarbeitern forschen interdisziplinäre Teams in den Bereichen Kommunikationsergonomie/Computerunterstützte Chirurgie, Materialwissenschaften/Nanotechnologie und Biotechnologie. Forschung und industrielle Anwendung gehen Hand in Hand: caesar entwickelt innovative Produkte und Verfahren und unterstützt die Wissenschaftler bei Firmenausgründungen.

Mrs. Francis Hugenroth | contact/press

Weitere Berichte zu: Patientendaten Prototyping

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht ZUKUNFT PERSONAL EUROPE: WORK:OLUTION - SUCCEED IN PERMANT BETA
16.07.2018 | GFOS mbH

nachricht Roboter zeichnet Skizzen von Messebesuchern
22.06.2018 | Fraunhofer-Institut für Algorithmen und Wissenschaftliches Rechnen SCAI

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Future electronic components to be printed like newspapers

A new manufacturing technique uses a process similar to newspaper printing to form smoother and more flexible metals for making ultrafast electronic devices.

The low-cost process, developed by Purdue University researchers, combines tools already used in industry for manufacturing metals on a large scale, but uses...

Im Focus: Rostocker Forscher entwickeln autonom fahrende Kräne

Industriepartner kommen aus sechs Ländern

Autonom fahrende, intelligente Kräne und Hebezeuge – dieser Ingenieurs-Traum könnte in den nächsten drei Jahren zur Wirklichkeit werden. Forscher aus dem...

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Sichere Schraubverbindungen mit standardisiertem Ultraschallverfahren

23.07.2018 | Verfahrenstechnologie

Studie zu Werkstoffprüfung: Schäden in nichtmagnetischem Stahl mit Magnetismus aufspüren

23.07.2018 | Studien Analysen

Sauerstoffstabile Hydrogenasen für die Anwendung

23.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics