Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Virtuelle Produkte erleben

04.04.2008
Autos, Handys, Computer oder Möbel - die meisten Produkte entstehen heute virtuell am PC, bevor sie real gefertigt werden.

Im Projekt Functional DMU (Digital Mock-Up) erweitern Forscher aus vier Fraunhofer-Instituten die digitale Produktentwicklung um neue Funktionalitäten. Erste Ergebnisse werden vom 21. bis 25. April 2008 auf der Hannover-Messe am Fraunhofer-Gemeinschaftsstand Simulation in Halle 17, Stand D60 vorgestellt.

Sanft gleitet die Fensterscheibe im Auto auf Knopfdruck nach oben. Doch elektrische Fensterheber sind auch ein Sicherheitsrisiko: Wenn jetzt ein Kind die Hand durchs Fenster streckt, um der Freundin kurz zuzuwinken, muss die Bewegung sofort gestoppt werden. Bleibt die Scheibe bei der kleinsten Berührung mit der zarten Haut nicht stehen, kann das schlimme Folgen haben.

Schnell ist ein Finger eingeklemmt oder die Mechanik beschädigt. Im Projekt Functional DMU können Fraunhofer-Forscher erstmals das komplizierte Zusammenspiel elektrischer und mechanischer Komponenten - wie sie etwa in elektrischen Fensterhebern oder Cabriodachsystemen eingesetzt werden - im virtuellen Produkt simulieren.

... mehr zu:
»DMU »Simulation

Computergestützte Versuchsmodelle gehören heute in der Produktion zum Alltag - doch lassen sich hier längst nicht alle Komponenten der Prozesskette darstellen. "Das Digital Mock-Up DMU ist ein virtuelles Modell, das die Produktstruktur und die lagerichtige Geometrie eines Produkts repräsentiert. DMU ist heute Standard in der virtuellen Produktentwicklung", sagt Dr.-Ing André Stork vom Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD in Darmstadt. Das DMU und die dazugehörigen Softwarewerkzeuge berücksichtigen bisher allerdings nur die Geometrie der Produkte.

"Heute sind allerdings immer mehr mechatronische Komponenten im Einsatz, die noch nicht komplett in die virtuellen Versuchsmodelle einfließen. Doch genau das ist es, was die Hersteller dringend brauchen. Gespräche mit Industriepartner haben gezeigt, dass diese Funktionali-täten ganz oben auf der Wunschliste der Unternehmen stehen", erläutert Stork den Hintergrund des Projekts.

"Sowohl die softwaretechnischen als auch die elektronischen und mechanischen Komponenten eines mechatronischen Produktes werden bei Functional DMU mithilfe unterschiedlicher Softwarepakete simuliert. Wir spielen die einzelnen Komponenten in ein Gesamtmodell ein. Dann lässt sich schnell erkennen, ob sie zusammen funktionieren oder ob es Sicherheitsprobleme gibt, etwa die Scheibe zu dick und damit zu schwer oder der Motor zu schwach ist", sagt der Experte. Ganz besonders wichtig ist dabei, dass die Fachgebiete Mechanik, Elektronik und Softwareentwicklung eng zusammen arbeiten. Neben dem IGD bringen Experten aus dem Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS, Institutsteil Entwurfsautomatisierung EAS, dem Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme FOKUS und dem Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF ihr Wissen in das Projekt ein. Zusammen haben sie ein Functional-DMU-Framework entwickelt, mit dem sie die virtuellen mechatronischen Eigenschaften der Bauteile in die Simulation integrieren und diese auch evaluieren können. Hier verbinden sie unterschiedliche kommerzielle Simulatoren wie SimPack, Matlab/Simulink und Dymola. Besonders wichtig dabei ist, dass sich gleichzeitig das Verhalten der Bauteile in Echtzeit visualisieren lässt.

Inzwischen gibt es bereits einen Demonstrator, an dem sich die Arbeitsweise von Functional DMU zeigen lässt. Einer davon - der virtuelle elektrische Fensterheber - wird auf der Hannover-Messe am Fraunhofer-Gemeinschaftsstand Simulation in Halle 17, Stand D60 zu sehen sein. Als nächstes planen die Wissenschaftler die Simulation eines Lenkungsprüfstands. Auch hier greifen mechanische, elektrische und Softwarekomponenten ineinander.

Franz Miller | Fraunhofer Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.fraunhofer.de

Weitere Berichte zu: DMU Simulation

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht ZUKUNFT PERSONAL EUROPE: WORK:OLUTION - SUCCEED IN PERMANT BETA
16.07.2018 | GFOS mbH

nachricht Roboter zeichnet Skizzen von Messebesuchern
22.06.2018 | Fraunhofer-Institut für Algorithmen und Wissenschaftliches Rechnen SCAI

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Future electronic components to be printed like newspapers

A new manufacturing technique uses a process similar to newspaper printing to form smoother and more flexible metals for making ultrafast electronic devices.

The low-cost process, developed by Purdue University researchers, combines tools already used in industry for manufacturing metals on a large scale, but uses...

Im Focus: Rostocker Forscher entwickeln autonom fahrende Kräne

Industriepartner kommen aus sechs Ländern

Autonom fahrende, intelligente Kräne und Hebezeuge – dieser Ingenieurs-Traum könnte in den nächsten drei Jahren zur Wirklichkeit werden. Forscher aus dem...

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neue Anwendungen für Mikrolaser in der Quanten-Nanophotonik

20.07.2018 | Physik Astronomie

Need for speed: Warum Malaria-Parasiten schneller sind als die menschlichen Abwehrzellen

20.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Die Gene sind nicht schuld

20.07.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics