Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Weltweit modernster Hightech-Raum für Operationsplanung in Leipzig

17.02.2010
ICCAS bietet zukunftsweisende Technologie für mehr Patientensicherheit

Sachsens Wissenschaftsministerin Sabine von Schorlemer würdigte anlässlich der feierlichen Präsentation des Hightech-Raums im Innovationszentrum für computergestützte Chirurgie (ICCAS) an der Universität Leipzig die Leistungen der Wissenschaftler:

"Bei diesem Projekt haben in vorbildlicher Weise Mediziner verschiedener Fachrichtungen, Informatiker und Techniker in internationalen Arbeitsgruppen zusammengearbeitet und einen gemeinsamen Erfolg erzielt. Das ICCAS ist ein hervorragendes Beispiel für die gute Kooperation von Bund und Land im Rahmen des Bundes-Programms ‚Unternehmen Region‘. ICCAS ist eine Spitzeneinrichtung unter den Zentren für Innovationskompetenz und steht für exzellente Arbeit im Bereich der wichtigen medizinisch-biologischen Forschung in Sachsen."

Mediziner und Informatiker von ICCAS entwickelten mit Unterstützung des Sächsischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst (SMWK) und der Firma MedPlan (Schweiz) ein weltweit einmaliges Modell für die chirurgische Planung.

Hier werden zuvor erhobene Patientendaten in einem digitalen Patientenmodell zusammengeführt, das auf Großbildschirmen präsentiert wird. Anhand des digitalen Patientenmodells kann sowohl die beste Operationsmethode für das individuelle Krankheitsbild diskutiert als auch der chirurgische Eingriff virtuell oder am Gipsmodell simuliert werden.
"Das ist ein bedeutender Schritt zu mehr Sicherheit und Erfolg des chirurgischen Eingriffes", sagte Prof. Dr. Jürgen Meixensberger, Sprecher von ICCAS und Direktor der Klinik für Neurochirurgie an der Universität Leipzig.

Rektor Prof. Franz Häuser ergänzte: "Damit hat ICCAS erneut seine Spitzenklasse auf dem Gebiet der computerassistierten Chirurgie bewiesen."

Medizinisch relevante Daten, wie die Ergebnisse moderner Diagnoseverfahren von Computertomografie (CT) und Magnetresonanztomografie (MRT), Untersuchungen zu Größe und Infiltrationsgrad der Tumore, der Labor- und Funktionsdiagnostik sowie pathohistologische und zunehmend molekularbiologische Feindiagnostik können so zusammengeführt und in einem digitalen Patientenmodell auf einem überdimensionalen Bildschirm präsentiert werden. Dabei kann das individuelle Krankheitsbild eines Patienten mit Computervisualisierung und Animation leicht erfasst und beurteilt werden.

Bisher wurden chirurgische Eingriffe, insbesondere zur Entfernung von bösartigen Tumoren, im Vorfeld von einem Expertengremium in einer Konferenz, dem sogenannten Tumorboard, diskutiert und geplant. Dem Patienten soll so eine individuelle und damit optimale Behandlung nach dem aktuellen Stand der Forschung ermöglicht werden. Der Therapieentscheidung des Expertengremiums liegen vielfältige Einzeldaten von Diagnoseergebnissen zugrunde.

"Diese Daten müssen vom Experten quasi im Kopf zu einer Gesamtaussage zusammen geführt werden", erklärt Prof. Dr. Andreas Dietz, Direktor der Klinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde der Universität Leipzig. "Jetzt können wir Chirurgen uns auf die Präsentation auf einem Bildschirm konzentrieren, in der z.B. der Tumor mehrdimensional in seiner Gesamtausdehnung mit allen zuvor diagnostisch erhobenen Daten erfasst ist. Das ist nicht nur eine Erleichterung für uns Operateure, sondern eine weitaus bessere Grundlage für zielsicheres und erfolgreiches Operieren. Im OP-Saal selbst erleichtert die Datenzusammenführung im Patientenmodell dem Chirurgen die Arbeit auch beträchtlich; muss er doch nicht mehr alle Einzeldaten vor Ort persönlich intellektuell zusammenführen, um erfolgreich operieren zu können. Er kann sich jetzt voll auf das Operationsgeschehen konzentrieren."

Der Schritt in die Zukunft

Genau das war das Ziel von PD Dr. Gero Strauß und Stefan Bohn, die mit ihrem Team die neue chirurgische Planungseinheit erarbeitet haben. Dr. Strauß übernahm als Hals-, Nasen-, Ohrenchirurg den medizinischen Part des Projektes, Stefan Bohn als Medizintechnik-Ingenieur den mathematisch-technologischen Teil. Die beiden jungen Wissenschaftler haben für das Demoboard selbst den atmosphärischen Teil nicht vergessen: Das wechselnde Farbspiel bunter Neonleuchten soll zur Entspannung beitragen.

Aber damit nicht genug: Im Zusammenhang mit dem Demoboard kommt auch ein schon vor einiger Zeit von ICCAS entwickeltes Projekt zum Tragen: Das Simulieren verschiedener Varianten des chirurgischen Eingriffs virtuell oder am Modell. Damit können auch versierte Chirurgen komplizierte und neuartige Eingriffe üben bzw. den besten Zugangsweg zur Geschwulst herausfinden. "Für den betreffenden Patienten bringt jeder Schritt ein bedeutendes Plus an Sicherheit und die Gewissheit, dass er auf dem neuesten Stand der Medizin behandelt wird", freut sich Dr.

Strauß.

Im vergangenen Jahr wurde die Arbeit des ICCAS durch eine vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) beauftragte Jury erneut begutachtet und erhielt eine weitere Förderung in Höhe von acht Millionen Euro für die nächsten fünf Jahre. Der Freistaat Sachsen hat das Demoboard mit 0,7 Millionen Euro gefördert und wird ICCAS in den folgenden Jahren zusätzlich mit 1,5 Millionen Euro unterstützen.

Weitere Informationen:
PD Dr. Gero Strauß
Telefon: +49 341 97-21720 oder +49 172 - 95 85 755
E-Mail: gero.strauss@medizin.uni-leipzig.de

Dr. Manuela Rutsatz | Universität Leipzig
Weitere Informationen:
http://www.uni-leipzig.de/~hno
http://www.uni-leipzig.de/presse

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Alles unter Kontrolle: Fraunhofer LBF sorgt für mehr Zuverlässigkeit bei Medizingeräten
12.12.2018 | Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF

nachricht Prostatakrebs: Neues Computermodell erlaubt Prognose des Krankheitsverlaufs
11.12.2018 | Charité – Universitätsmedizin Berlin

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Quantenkryptographie ist bereit für das Netz

Wiener Quantenforscher der ÖAW realisierten in Zusammenarbeit mit dem AIT erstmals ein quantenphysikalisch verschlüsseltes Netzwerk zwischen vier aktiven Teilnehmern. Diesen wissenschaftlichen Durchbruch würdigt das Fachjournal „Nature“ nun mit einer Cover-Story.

Alice und Bob bekommen Gesellschaft: Bisher fand quantenkryptographisch verschlüsselte Kommunikation primär zwischen zwei aktiven Teilnehmern, zumeist Alice...

Im Focus: An energy-efficient way to stay warm: Sew high-tech heating patches to your clothes

Personal patches could reduce energy waste in buildings, Rutgers-led study says

What if, instead of turning up the thermostat, you could warm up with high-tech, flexible patches sewn into your clothes - while significantly reducing your...

Im Focus: Tödliche Kombination: Medikamenten-Cocktail dreht Krebszellen den Saft ab

Zusammen mit einem Blutdrucksenker hemmt ein häufig verwendetes Diabetes-Medikament gezielt das Krebswachstum – dies haben Forschende am Biozentrum der Universität Basel vor zwei Jahren entdeckt. In einer Folgestudie, die kürzlich in «Cell Reports» veröffentlicht wurde, berichten die Wissenschaftler nun, dass dieser Medikamenten-Cocktail die Energieversorgung von Krebszellen kappt und sie dadurch abtötet.

Das oft verschriebene Diabetes-Medikament Metformin senkt nicht nur den Blutzuckerspiegel, sondern hat auch eine krebshemmende Wirkung. Jedoch ist die gängige...

Im Focus: Lethal combination: Drug cocktail turns off the juice to cancer cells

A widely used diabetes medication combined with an antihypertensive drug specifically inhibits tumor growth – this was discovered by researchers from the University of Basel’s Biozentrum two years ago. In a follow-up study, recently published in “Cell Reports”, the scientists report that this drug cocktail induces cancer cell death by switching off their energy supply.

The widely used anti-diabetes drug metformin not only reduces blood sugar but also has an anti-cancer effect. However, the metformin dose commonly used in the...

Im Focus: New Foldable Drone Flies through Narrow Holes in Rescue Missions

A research team from the University of Zurich has developed a new drone that can retract its propeller arms in flight and make itself small to fit through narrow gaps and holes. This is particularly useful when searching for victims of natural disasters.

Inspecting a damaged building after an earthquake or during a fire is exactly the kind of job that human rescuers would like drones to do for them. A flying...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Konferenz zu Usability und künstlicher Intelligenz an der Universität Mannheim

13.12.2018 | Veranstaltungen

Show Time für digitale Medizin-Innovationen

13.12.2018 | Veranstaltungen

ICTM Conference 2019 in Aachen: Digitalisierung als Zukunftstrend für den Turbomaschinenbau

12.12.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Cohesin treibt die Alterung von Blutstammzellen voran

14.12.2018 | Biowissenschaften Chemie

Durch Biomarker wird die Bildung von Knochenmetastasen früher erkennbar

14.12.2018 | Biowissenschaften Chemie

Dreidimensionaler Herzmuskel aus Hautzellen gezüchtet

14.12.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics