Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Training für eine präzise Pränataldiagnostik

01.09.2010
Dietmar Hopp Stiftung spendet Universitäts-Frauenklinik Heidelberg innovativen Ultraschall-Simulator

Bilder einer Ultraschall-Untersuchung richtig einordnen und interpretieren zu können, erfordert viel Übung. In der Universitäts-Frauenklinik Heidelberg trainieren Ärzte nun an einem speziellen Ultraschallsimulator, Schwangere zu untersuchen und den Gesundheitszustand des ungeborenen Kindes präzise zu beurteilen.

Die Finanzierung dieses innovativen Gerätes, der damit verbundenen Schulungen und wissenschaftlichen Begleitung hat die Dietmar Hopp Stiftung mit 300.000 Euro unterstützt. Ein besonderer Vorteil des Systems: Die Gynäkologen lernen durch die authentische Simulation auch seltene Krankheitsbilder sicher zu erkennen.

Wie sicher der Frauenarzt bei der Pränataldiagnostik aus den zweidimensionalen Schnittbildern, die das Ultraschallgerät liefert, Fehlbildungen und Erkrankungen eines ungeborenen Kindes erkennt, ist eine Frage der Erfahrung und des regelmäßigen Trainings. „Der Trainingsaufwand, um auch seltene Erkrankungen sicher diagnostizieren zu können, ist sehr hoch“, erklärt Professor Dr. Christof Sohn, Ärztlicher Direktor der Universitäts-Frauenklinik Heidelberg. „Doch häufig mangelt es gerade an den praktischen Übungsmöglichkeiten für Ärzte in der Aus- und Weiterbildung.“

Ultraschall-Simulator schult Blick für seltene Erkrankungen ungeborener Kinder

Abhilfe schafft der Ultraschall-Simulator, den die Firma Sonofit GmbH auf Initiative von Professor Dr. Christof Sohn und seinem Team entwickelte: Das Gerät besteht aus einer lebensgroßen Puppe und einem Computer mit Zugriff auf eine umfangreiche Datenbank mit Bildern und Befunden aus Gynäkologie, Pränatalmedizin sowie anderen medizinischen Fachbereichen.

Die Datenbank für Gynäkologie und Pränatalmedizin stellten Professor Sohn und Professor Dr. Alexander Scharf, Universitäts-Frauenklinik Heidelberg, zusammen. Der Simulator ist in ein Schulungskonzept mit erfahrenen Tutoren und Übungseinheiten ähnlich einem Lehrbuch eingebunden. Wie im Praxisalltag weiß der Arzt bei der simulierten Untersuchung vorher nicht, welche medizinische Problematik ihn erwartet, und muss sich das richtige Vorgehen selbst erarbeiten. Dabei unterstützt ihn die Software des Systems und führt ihn schrittweise an die richtige Diagnose heran. Gleichzeitig trainiert er die Handhabung des Schallkopfes, die räumliche Umsetzung und medizinische Auswertung der Bilder.

Simulation ist Training mit realen Patienten gleichwertig

„Dieses Vorgehen erzielt einen besseren Lerneffekt als der klassische Frontalunterricht mit Dias oder Videos“, erklärt Professor Sohn. „Wissenschaftliche Studien belegen, dass die Simulation einem Training mit realen Patienten praktisch gleichwertig ist und das Wiedererkennen bestimmter Krankheitsbilder, anders als bei den konventionellen Ausbildungsmethoden, signifikant steigt.“

Nach einer sehr erfolgreichen Pilot-Studie in Mecklenburg-Vorpommern hat sich die Frauenärztliche Bundesakademie in Deutschland bereits 2003 entschieden, bundesweit Intensivkurse mit diesem System unter Anleitung durch Tutoren anzubieten. „Die Resonanz auf die Kurse war bisher durchweg positiv“, so Professor Sohn. 70 Prozent der Teilnehmer gaben in Fragebögen an, bereits im Grundkurs viel gelernt zu haben.

Weitere Informationen über die Universitäts-Frauenklinik Heidelberg im Internet:
www.klinikum.uni-heidelberg.de/Frauenklinik.106569.0.html
Ansprechpartner:
Professor Dr. Christof Sohn
Ärztlicher Direktor
Universitäts-Frauenklinik Heidelberg
Tel.: 06221 / 56 7901 (Sekretariat)
E-Mail: christof.sohn@med.uni-heidelberg.de
Über die Dietmar Hopp Stiftung
Die Dietmar Hopp Stiftung wurde 1995 gegründet, um die Umsetzung gemeinnütziger Projekte zu ermöglichen. Das Stiftungsvermögen besteht aus SAP-Aktien, die Dietmar Hopp aus seinem privaten Besitz eingebracht hat. Seit ihrer Gründung hat die Stiftung, die zu den größten Privatstiftungen Europas zählt, insgesamt rund 250 Millionen Euro ausgeschüttet (Stand: Juli 2010). Gefördert werden Projekte aus den Bereichen Sport, Medizin, Soziales und Bildung. Der Schwerpunkt der Förderaktivitäten liegt in der Metropolregion Rhein-Neckar, mit der sich der Stifter besonders verbunden fühlt. Die Dietmar Hopp Stiftung ist Mitglied im Bundesverband Deutscher Stiftungen, im Verein Zukunft Metropolregion Rhein-Neckar und in der Sportregion Rhein-Neckar e.V.
Dietmar Hopp Stiftung
Raiffeisenstraße 51
68789 St. Leon-Rot
Tel: 06227 / 86 08 550
Fax: 06227 / 86 08 571
E-Mail: info@dietmar-hopp-stiftung.de
Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät Heidelberg
Krankenversorgung, Forschung und Lehre von internationalem Rang
Das Universitätsklinikum Heidelberg ist eines der größten und renommiertesten medizinischen Zentren in Deutschland; die Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg zählt zu den international bedeutsamen biomedizinischen Forschungseinrichtungen in Europa. Gemeinsames Ziel ist die Entwicklung neuer Therapien und ihre rasche Umsetzung für den Patienten. Klinikum und Fakultät beschäftigen rund 7.600 Mitarbeiter und sind aktiv in Ausbildung und Qualifizierung. In mehr als 40 Kliniken und Fachabteilungen mit ca. 2.000 Betten werden jährlich rund 550.000 Patienten ambulant und stationär behandelt. Derzeit studieren ca. 3.400 angehende Ärzte in Heidelberg; das Heidelberger Curriculum Medicinale (HeiCuMed) steht an der Spitze der medizinischen Ausbildungsgänge in Deutschland.
Bei Rückfragen von Journalisten:
Dr. Annette Tuffs
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Universitätsklinikums Heidelberg
und der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 672
69120 Heidelberg
Tel.: 06221 / 56 45 36
Fax: 06221 / 56 45 44
E-Mail: annette.tuffs(at)med.uni-heidelberg.de

Dr. Annette Tuffs | idw
Weitere Informationen:
http://www.dietmar-hopp-stiftung.de
http://www.klinikum.uni-heidelberg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Radar statt Stethoskop?
07.08.2018 | Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

nachricht Prostatakrebs kann per Ultraschall mit künstlicher Intelligenz besonders effektiv erkannt werden
27.07.2018 | Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Eisen und Titan in der Atmosphäre eines Exoplaneten entdeckt

Forschende der Universitäten Bern und Genf haben erstmals in der Atmosphäre eines Exoplaneten Eisen und Titan nachgewiesen. Die Existenz dieser Elemente in Gasform wurde von einem Team um den Berner Astronomen Kevin Heng theoretisch vorausgesagt und konnte nun von Genfern Astronominnen und Astronomen bestätigt werden.

Planeten in anderen Sonnensystemen, sogenannte Exoplaneten, können sehr nah um ihren Stern kreisen. Wenn dieser Stern viel heisser ist als unsere Sonne, dann...

Im Focus: Magnetische Antiteilchen eröffnen neue Horizonte für die Informationstechnologie

Computersimulationen zeigen neues Verhalten von Antiskyrmionen bei zunehmenden elektrischen Strömen

Skyrmionen sind magnetische Nanopartikel, die als vielversprechende Kandidaten für neue Technologien zur Datenspeicherung und Informationsverarbeitung gelten....

Im Focus: Unraveling the nature of 'whistlers' from space in the lab

A new study sheds light on how ultralow frequency radio waves and plasmas interact

Scientists at the University of California, Los Angeles present new research on a curious cosmic phenomenon known as "whistlers" -- very low frequency packets...

Im Focus: Neue interaktive Software: Maschinelles Lernen macht Autodesigns aerodynamischer

Neue Software verwendet erstmals maschinelles Lernen um Strömungsfelder um interaktiv designbare 3D-Objekte zu berechnen. Methode wird auf der renommierten SIGGRAPH-Konferenz vorgestellt

Wollen Ingenieure oder Designer die aerodynamischen Eigenschaften eines neu gestalteten Autos, eines Flugzeugs oder anderer Objekte testen, lassen sie den...

Im Focus: New interactive machine learning tool makes car designs more aerodynamic

Scientists develop first tool to use machine learning methods to compute flow around interactively designable 3D objects. Tool will be presented at this year’s prestigious SIGGRAPH conference.

When engineers or designers want to test the aerodynamic properties of the newly designed shape of a car, airplane, or other object, they would normally model...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Aktuelles aus der Magnetischen Resonanzspektroskopie

16.08.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Oktober 2018

16.08.2018 | Veranstaltungen

Das Architekturmodell in Zeiten der Digitalen Transformation

14.08.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Schatzkammer Datenbank: Digitalisierte Schwingfestigkeitskennwerte sparen Entwicklungszeit

16.08.2018 | Informationstechnologie

Interaktive Software erleichtert Design komplexer Gussformen

16.08.2018 | Informationstechnologie

Fraunhofer HHI entwickelt Quantenkommunikation für jedermann im EU-Projekt UNIQORN

16.08.2018 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics