Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Siemens gründet neue Initiative zur Dosisreduktion in der Computertomografier

05.07.2010
Bei Siemens haben Patientensicherheit und Strahlungsreduktion in der Computertomografie höchste Priorität. Deshalb hat Siemens Healthcare kürzlich die Initiative Sierra (Siemens Radiation Reduction Alliance) gegründet und ein zugehörendes Experten-Panel etabliert, das die Dosisreduktion in der Computertomografie vorantreiben soll.

Mitglieder des neuen Low Dose Expert Panel sind fünfzehn Spezialisten für Radiologie, Kardiologie und Physik, die durch ihre Veröffentlichungen zur Dosis in der CT international anerkannt sind.

Das Gremium soll Vorschläge dazu entwickeln, was einerseits technisch auf Seiten der Hersteller und andererseits auf Seiten der Anwender getan werden kann, um die Dosis in der CT weiter zu senken.

Auf der ersten Sitzung des Low Dose Expert Panel im Mai 2010 war man sich darüber einig, dass umgehend Massnahmen zu ergreifen sind, die die Ärzte anregen, die bereits vorhandenen Technologien zur Dosisreduktion voll auszuschöpfen. „Als Innovationsführer in der Computertomografie ist es unser Ziel, die Strahlenexposition für alle typischen CT-Untersuchungen unter zwei Millisievert zu senken. Das ist der Bereich, in dem die jährliche natürliche Umgebungsstrahlung liegt. Wir sehen uns ausserdem in der Pflicht, alles uns Mögliche zu tun, um unseren Kunden zu helfen, die Dosis in der CT zu senken, ohne dass sie Kompromisse bei der diagnostischen Qualität der Bilder eingehen müssen“, sagte Dr. Sami Atiya, CEO Computertomografie bei Siemens Healthcare. „Deshalb möchten wir mit Experten konkrete Vorschläge zur Dosisreduktion für die Branche entwickeln und haben dazu die Siemens Radiation Reduction Alliance, Sierra, ins Leben gerufen.“

Exzellente Bildqualität ist eine wesentliche Anforderung in der Computertomografie (CT). Gleichzeitig soll die Strahlenexposition für den Patienten so niedrig wie möglich sein. Siemens Healthcare hat schon viele Massnahmen ergriffen, um seinen Kunden zu helfen, die Röntgendosis konsequent zu senken. Nun möchte Siemens sein Engagement für die Dosisdiskussion in der CT erweitern. „Das Low Dose Expert Panel soll unter anderem konkrete Massnahmen vorschlagen, wie bereits vorhandene Techniken zur Dosisreduktion noch besser in die klinischen Praxis integriert werden können. Ausserdem soll es Empfehlungen für die Hersteller geben, um weitere Innovationen zur Dosisreduktion zu entwickeln“, sagte Dr. Sami Atiya.

Die Experten-Gruppe hat bei ihrer ersten Diskussionsrunde im Mai 2010 bereits mehrere Massnahmen vereinbart:

Für die zehn häufigsten Indikationen in der CT sollen Dosisempfehlungen entwickelt werden. Dazu möchte das Low Dose Expert Panel ein internationales Dosisregister etablieren, in dem die Dosiswerte für die wichtigsten CT-Indikationen unter den teilnehmenden Kliniken gesammelt werden. Daraus sollen Referenzwerte abgeleitet werden, die wesentlich niedriger sein sollen, als die bisher üblichen Werte.

Die Institutionen der Sierra-Mitglieder werden ihre Scan-Protokolle der zehn häufigsten CT-Untersuchungen auf einer Webseite öffentlich zur Diskussion und Verwendung zur Verfügung stellen, um auch anderen Institutionen Anregungen zur Dosisreduktion in ihren Standardprotokollen zu geben.

In Zusammenarbeit mit den Mitgliedern von Sierra wird Siemens ein Ausbildungsprogramm zur Senkung der Dosis entwickeln. Speziell geschulte Trainer werden mit Anwendern beim Kunden zusammenarbeiten, um deren Scan-Protokolle in Hinblick auf geringst mögliche Dosis zu optimieren.

„Während Strahlung in der Medizin schon seit längerem in Europa öffentlich diskutiert wird, schenkt man ihr in vielen Teilen der Welt erst jetzt Beachtung. Unter anderem deshalb kann Siemens einen langjährigen Vorsprung an Erfahrung bei der Implementierung von Techniken zur Dosisreduktion vorweisen. Siemens hat bereits eine ganze Reihe innovativer Technologien entwickelt, mit denen sich die Dosis in der CT senken lässt, ohne dass man Abstriche an die Bildqualität machen muss. Viele technische Leistungsmerkmale zur Dosisreduktion, die Siemens-Computertomografen schon seit Jahren standardmässig bieten, hat die Regulierungsbehörde für Medizintechnik in den USA inzwischen in ihren Anforderungskatalog für CT-Scanner aufgenommen. Ich freue mich sehr, dass ich an der neuen Siemens-Initiative teilnehmen und dazu beitragen kann, dass das Leistungsvermögen dieser Werkzeuge auch wirklich ausgeschöpft wird. Wir werden der Fachwelt zeigen, dass man tatsächlich die Dosis erheblich senken kann, ohne dabei die diagnostische Qualität der Bilder zu vermindern“, sagte Dr. U. Joseph Schoepf, Arzt an der Medical University of South Carolina, USA.

„Ich beobachte immer wieder, dass in der alltäglichen Anwendung der CT nicht alle vorhandenen Funktionen voll genutzt werden, um die optimale Balance zwischen bestmöglicher Bildqualität bei gleichzeitig geringst möglicher Dosisapplikation zu erzielen. Hier sehe ich einen hohen Schulungsbedarf. Ich möchte mich in diesem Panel dafür einsetzen, die Trainingsprogramme so zu verbessern, dass das Fachpersonal an immer mehr klinischen Einrichtungen befähigt wird, alle Optionen bestmöglich zu nutzen“, sagte Dr. Cynthia McCollough, Ärztin an der Mayo Clinic in Rochester, USA.

„Die Kinderradiologie verzeichnet zwar bereits grosse Fortschritte bei der Dosisreduktion, wir müssen aber weiterhin daran arbeiten, die Werte zu senken. Denn die CT entwickelt sich technisch und damit auch hinsichtlich der Diagnosemöglichkeiten weiter. Deshalb wird es laufend neue Scan-Protokolle geben und die Anwender werden sich entsprechend fortbilden müssen. Unsere Zusammenarbeit mit der Industrie soll uns helfen, die CT für Kinder zu verbessern. Ich freue mich darauf, innerhalb der Siemens-Initiative neue Protokolle zu entwickeln und neue Technologien in die klinische Praxis zu integrieren“, sagte Dr. Marilyn Siegel vom Mallinckrodt Institute of Radiology, USA.

Das Low Dose Expert Panel wird sich zwei Mal im Jahr treffen, um neue Ideen zu diskutieren und zu prüfen, ob die beschlossenen Massnahmen bereits umgesetzt wurden. Siemens wird die Ergebnisse nutzen, um neue Leistungsmerkmale für seine CT-Scanner und Trainingsprogramme für seine Kunden zu entwickeln.

Panel-Mitglieder sind:
Dr. Hatem Alkadhi, Universitätshospital Zürich, Schweiz
Dr. Christoph Becker, Ludwig Maximilian Universität, Deutschland
Dr. Elliot Fishman, Johns Hopkins University, USA
Dr. Donald Frush, Duke University, USA
Dr. Jörg Hausleiter, Deutsches Herzzentrum München, Deutschland
Dr. Willi Kalender, Universität Erlangen, Deutschland
Dr. Harold Litt, University of Pennsylvania, USA
Dr. Cynthia McCollough, Mayo Clinic, USA
Dr. Alec Megibow, NYU-Langone Medical Center, USA
Dr. Michael Recht, NYU-Langone Medical Center, USA
Dr. Dushyant Sahani, Harvard Medical School, Massachusetts General Hospital, USA
Dr. U. Joseph Schoepf, Medical University of South Carolina, USA
Dr. Marilyn Siegel, Mallinckrodt Institute of Radiology, USA
Dr. Aaron Sodickson, Brigham and Women`s Hospital, USA
Dr. Kheng-Thye Ho, Tan Tock Seng Hospital, Singapur
Leseranfragen sind zu richten an:
Siemens Schweiz AG
Healthcare Sector
Freilagerstrasse 40
CH-8047 Zürich
Tel: +41 (0)585 581 599

| Siemens Healthcare
Weitere Informationen:
http://www.siemens.ch

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Radar statt Stethoskop?
07.08.2018 | Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

nachricht Prostatakrebs kann per Ultraschall mit künstlicher Intelligenz besonders effektiv erkannt werden
27.07.2018 | Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue interaktive Software: Maschinelles Lernen macht Autodesigns aerodynamischer

Neue Software verwendet erstmals maschinelles Lernen um Strömungsfelder um interaktiv designbare 3D-Objekte zu berechnen. Methode wird auf der renommierten SIGGRAPH-Konferenz vorgestellt

Wollen Ingenieure oder Designer die aerodynamischen Eigenschaften eines neu gestalteten Autos, eines Flugzeugs oder anderer Objekte testen, lassen sie den...

Im Focus: New interactive machine learning tool makes car designs more aerodynamic

Scientists develop first tool to use machine learning methods to compute flow around interactively designable 3D objects. Tool will be presented at this year’s prestigious SIGGRAPH conference.

When engineers or designers want to test the aerodynamic properties of the newly designed shape of a car, airplane, or other object, they would normally model...

Im Focus: Der Roboter als „Tankwart“: TU Graz entwickelt robotergesteuertes Schnellladesystem für E-Fahrzeuge

Eine Weltneuheit präsentieren Forschende der TU Graz gemeinsam mit Industriepartnern: Den Prototypen eines robotergesteuerten CCS-Schnellladesystems für Elektrofahrzeuge, das erstmals auch das serielle Laden von Fahrzeugen in unterschiedlichen Parkpositionen ermöglicht.

Für elektrisch angetriebene Fahrzeuge werden weltweit hohe Wachstumsraten prognostiziert: 2025, so die Prognosen, wird es jährlich bereits 25 Millionen...

Im Focus: Robots as 'pump attendants': TU Graz develops robot-controlled rapid charging system for e-vehicles

Researchers from TU Graz and their industry partners have unveiled a world first: the prototype of a robot-controlled, high-speed combined charging system (CCS) for electric vehicles that enables series charging of cars in various parking positions.

Global demand for electric vehicles is forecast to rise sharply: by 2025, the number of new vehicle registrations is expected to reach 25 million per year....

Im Focus: Der „TRiC” bei der Aktinfaltung

Damit Proteine ihre Aufgaben in Zellen wahrnehmen können, müssen sie richtig gefaltet sein. Molekulare Assistenten, sogenannte Chaperone, unterstützen Proteine dabei, sich in ihre funktionsfähige, dreidimensionale Struktur zu falten. Während die meisten Proteine sich bis zu einem bestimmten Grad ohne Hilfe falten können, haben Forscher am Max-Planck-Institut für Biochemie nun gezeigt, dass Aktin komplett von den Chaperonen abhängig ist. Aktin ist das am häufigsten vorkommende Protein in höher entwickelten Zellen. Das Chaperon TRiC wendet einen bislang noch nicht beschriebenen Mechanismus für die Proteinfaltung an. Die Studie wurde im Fachfachjournal Cell publiziert.

Bei Aktin handelt es sich um das am häufigsten vorkommende Protein in höher entwickelten Zellen, das bei Prozessen wie Zellstabilisation, Zellteilung und...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Das Architekturmodell in Zeiten der Digitalen Transformation

14.08.2018 | Veranstaltungen

EEA-ESEM Konferenz findet an der Uni Köln statt

13.08.2018 | Veranstaltungen

Digitalisierung in der chemischen Industrie

09.08.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Kleine Helfer bei der Zellreinigung

14.08.2018 | Biowissenschaften Chemie

Neue Oberflächeneigenschaften für holzbasierte Werkstoffe

14.08.2018 | Materialwissenschaften

Fraunhofer IPT unterstützt Zweitplatzierten bei SpaceX-Wettbewerb

14.08.2018 | Förderungen Preise

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics