Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schlüssel zur Einzelzelltomographie entdeckt

21.10.2008
Ein Forscherteam um Prof. Josef Käs von der Universität Leipzig hat in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern aus Jena und Cambridge eine Methode entwickelt, mit der biologische Proben mittels Laserstrahlen eingefangen und präzise um definierte Winkel gedreht werden können. „Das könnte der Schlüssel zur Einzelzelltomographie sein", sagt Moritz Kreysing aus der Arbeitsgruppe Käs und Erstautor der diesbezüglichen Veröffentlichung.

Obgleich schon mehr als 400 Jahre alt, stellt die optische Mikroskopie auch heute noch eine der wichtigsten Methoden in der medizinischen Forschung dar.

Ihr Potential könnte sich jedoch in Folge einer Erfindung der Leipziger Forscher in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern der Universitäten Cambridge und Jena noch bedeutend erhöht werden, "denn das neue Verfahren könnte der Schlüssel zur bereits seit Längerem erprobten, zur Zeit aber noch unpraktikablen Einzelzelltomographie sein.", sagt Moritz Kreysing aus der Arbeitsgruppe von Professor Käs und Erstautor der Veröffentlichung in der aktuellen Ausgabe des internationalen Fachblattes Optics Express drehen

(Titelstory: OpticsExpress, Volume 16, Issue 21).

Anders als in der klassischen Mikroskopie, werden biologische Zellen bei dem neuen Verfahren unter dem Mikroskop gedreht und die dabei aufgenommenen Bilder computergestützt zu einem dreidimensionalen Modell verrechnet. Die so erzielbare Auflösung in der dritten Dimension ist dabei rund 2.5 mal höher als bei den heutigen Standards mit der Konfokal- und Dekonvolutionsmikroskopie.

Von fundamentaler Bedeutung ist die neue Erfindung im Zusammenhang mit der tomographischen Mikroskopie für die Integrität der lebenden Proben. Während Zellen, um ausgerichtet zu werden, bisher starken elektrischen Feldern oder unphysiologischem Greifwerkzeug ausgesetzt werden mussten, ermöglicht der sogenannte optische Zellrotator einen weit schonenderen Umgang mit dem anspruchsvollen Material. "Dieses bekommt von den eingesetzten Infrarotlasern außer einer minimalen Temperaturerhöhung praktisch nichts mit", so Moritz Kreysing. Das wohl interessanteste Anwendungsgebiet erschließe sich für die Erfindung daher wahrscheinlich in der von Artefakten geplagten Stammzellenforschung.

Links:
Die Originalpublikation bei OpticsExpress:
Open access article:
www.opticsinfobase.org/oe/viewmedia.cfm?uri=oe-16-21-16984&seq=0
Abstract:
www.opticsinfobase.org/oe/abstract.cfm?URI=oe-16-21-16984
On the cover:
www.opticsinfobase.org/oe/issue.cfm?volume=16&issue=21
Weitere Informationen:
Prof. Dr. Josef A. Käs
Telefon: 0341 97-32470
E-Mail: jkaes@physik.uni-leipzig.de

Dr. Bärbel Adams | Universität Leipzig
Weitere Informationen:
http://www.uni-leipzig.de/~pwm

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Mit Lasertechnik die Krebstherapie verbessern
13.02.2020 | Leuphana Universität Lüneburg

nachricht Bösartige Hirntumoren: Optimierung der Diagnostik durch moderne Bildgebungsverfahren
13.02.2020 | Wilhelm Sander-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lichtpulse bewegen Spins von Atom zu Atom

Forscher des Max-Born-Instituts für Nichtlineare Optik und Kurzpulsspektroskopie (MBI) und des Max-Planck-Instituts für Mikrostrukturphysik haben durch die Kombination von Experiment und Theorie die Frage gelöst, wie Laserpulse die Magnetisierung durch ultraschnellen Elektronentransfer zwischen verschiedenen Atomen manipulieren können.

Wenige nanometerdünne Filme aus magnetischen Materialien sind ideale Testobjekte, um grundlegende Fragestellungen des Magnetismus zu untersuchen. Darüber...

Im Focus: Freiburg researcher investigate the origins of surface texture

Most natural and artificial surfaces are rough: metals and even glasses that appear smooth to the naked eye can look like jagged mountain ranges under the microscope. There is currently no uniform theory about the origin of this roughness despite it being observed on all scales, from the atomic to the tectonic. Scientists suspect that the rough surface is formed by irreversible plastic deformation that occurs in many processes of mechanical machining of components such as milling.

Prof. Dr. Lars Pastewka from the Simulation group at the Department of Microsystems Engineering at the University of Freiburg and his team have simulated such...

Im Focus: Transparente menschliche Organe ermöglichen dreidimensionale Kartierungen auf Zellebene

Erstmals gelang es Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, intakte menschliche Organe durchsichtig zu machen. Mittels mikroskopischer Bildgebung konnten sie die zugrunde liegenden komplexen Strukturen der durchsichtigen Organe auf zellulärer Ebene sichtbar machen. Solche strukturellen Kartierungen von Organen bergen das Potenzial, künftig als Vorlage für 3D-Bioprinting-Technologien zum Einsatz zu kommen. Das wäre ein wichtiger Schritt, um in Zukunft künstliche Alternativen als Ersatz für benötigte Spenderorgane erzeugen zu können. Dies sind die Ergebnisse des Helmholtz Zentrums München, der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) und der Technischen Universität München (TUM).

In der biomedizinischen Forschung gilt „seeing is believing“. Die Entschlüsselung der strukturellen Komplexität menschlicher Organe war schon immer eine große...

Im Focus: Skyrmions like it hot: Spin structures are controllable even at high temperatures

Investigation of the temperature dependence of the skyrmion Hall effect reveals further insights into possible new data storage devices

The joint research project of Johannes Gutenberg University Mainz (JGU) and the Massachusetts Institute of Technology (MIT) that had previously demonstrated...

Im Focus: Skyrmionen mögen es heiß – Spinstrukturen auch bei hohen Temperaturen steuerbar

Neue Spinstrukturen für zukünftige Magnetspeicher: Die Untersuchung der Temperaturabhängigkeit des Skyrmion-Hall-Effekts liefert weitere Einblicke in mögliche neue Datenspeichergeräte

Ein gemeinsames Forschungsprojekt der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) und des Massachusetts Institute of Technology (MIT) hat einen weiteren...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Chemnitzer Linux-Tage am 14. und 15. März 2020: „Mach es einfach!“

12.02.2020 | Veranstaltungen

4. Fachtagung Fahrzeugklimatisierung am 13.-14. Mai 2020 in Stuttgart

10.02.2020 | Veranstaltungen

Alternative Antriebskonzepte, technische Innovationen und Brandschutz im Schienenfahrzeugbau

07.02.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Höhere Treibhausgasemissionen durch schnelles Auftauen des Permafrostes

18.02.2020 | Geowissenschaften

Supermagnete aus dem 3D-Drucker

18.02.2020 | Maschinenbau

Warum Lebewesen schrumpfen

18.02.2020 | Geowissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics