Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neueste Methode zur Behandlung undichter Herzklappen am Universitätsklinikum Gießen

26.04.2018

Erstmalig in Hessen haben Kardiologen des Herz- und Gefäßzentrums am Gießener Universitätsklinikum (UKGM) eine weiterentwickelte Generation des MitraClip bei einer Patientin erfolgreich implantiert. Der MitraClip wird in einem minimal-invasivem, kathetergestützen Verfahren als Therapie bei undichten Herzklappen eingesetzt.

Den Spezialisten der Medizinischen Klinik I, Herz- und Gefäßzentrum Gießen ist damit ein weiterer Schritt zur minimal-invasiven Versorgung von Herzklappenerkrankungen gelungen. Das Team um Prof. Holger Nef konnte im April die erste Patientin erfolgreich mit einem neuen MitraClip bei hochgradiger Undichtigkeit der Mitralklappe versorgen.


Prof. Nef und sein Team bei der ersten Implantation des neuen MitraClip

UKGM

Die kathetergestützte Reparatur der Mitralklappe gehört für die Mediziner längst zur Routine. Neu ist nun, dass erstmalig in Hessen eine Weiterentwicklung des bekannten MitraClips, mit der bessere Ergebnisse erzielt werden können, am Universitätsklinikum Gießen eingesetzt werden konnte. „Das universitäre Umfeld schafft durch das Zusammenspiel aller Disziplinen der Herzmedizin ein optimales Umfeld um Patienten schnell mit diesen neusten Innovationen zu versorgen“, so Prof. Nef nach dem erfolgreichen Eingriff.

Die minimal-invasive, interventionelle Versorgung von Herzklappen stellt vor allem für die Patienten eine gute Möglichkeit da, die aufgrund von Alter oder Begleiterkrankungen ein hohes Risiko für Komplikationen im Rahmen einer herkömmlichen Herzoperation haben.

„Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie hat neue Kriterien zur interventionellen Behandlung der Mitralklappe festgelegt, die Faktoren der Qualität mit einbeziehen. Dementsprechend können heutzutage nur auf der Basis eines gut funktionierenden Herzteams und einer bestimmten Mindestmenge gute Ergebnisse für die Patienten erzielt werden“ ergänzen Prof. Christian Hamm (Klinischer Direktor Kardiologie) und Prof. Andreas Böning (Klinischer Direktor Herzchirurgie). Sie sind sich sicher, dass dies insbesondere nur an „gut aufgestellten Kompetenzzentren“ zu erzielen ist.

Im Rahmen der MitraClip-Prozedur werden die Klappenränder durch ein Clipverfahren aneinander geheftet und somit die Undichtigkeit der Mitralklappe reduziert. Auch die Nachbehandlung gestaltet sich schonender für die Patienten. Die aktuell versorgte Patientin konnte die Überwachungsstation bereits nach einer Übernachtung wieder verlassen.

"Wir freuen uns, dass es durch die Studienarbeit gelungen ist, diese Methode am Universitätsklinikum weiter zu verfeinern und damit unsere Patienten noch besser behandeln zu können“ fasst Prof. Nef seine Erfahrungen nach der Implantation zusammen.

Kontakte:

Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH (UKGM)
Rudolf-Buchheim-Straße 8
35390 Gießen

UKGM-Pressestelle:
Christine Bode
Bereich Kommunikation / Pressesprecherin
Telefon: (0641) 985-40013
E-Mail: christine.bode@uk-gm.de
Web: www.ukgm.de

Kurzinformation zum UKGM: Das Universitätsklinikum Gießen und Marburg (UKGM) mit seinen 86 Kliniken und Instituten an den beiden Standorten Gießen und Marburg ist das drittgrößte Universitätsklinikum Deutschlands. Seit Februar 2006 trägt die RHÖN-KLINIKUM AG zu 95 Prozent die Verantwortung als Betreiber dieses ersten privatisierten Universitätsklinikums in der bundesdeutschen Geschichte und hat seitdem über 614 Millionen Euro an Eigenmitteln dort investiert. Die rund 9.900 Beschäftigten versorgen jährlich rund um die Uhr über 96.500 stationäre und 402.500 ambulante, sprich insgesamt über 499.000 Patienten. In Gießen und Marburg stehen 2.395 Betten und 57 Operationssäle für modernste Diagnostik und umfassende Therapie und Behandlung auf internationalem Niveau zur Verfügung.

Mehr zu uns finden Sie im Internet unter www.ukgm.de  und www.ukgm.info 

Christine Bode | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Synapsen in 3D: Forscherteam macht Gehirnstrukturen sichtbar
08.11.2019 | Leibniz-Institut für Photonische Technologien e. V.

nachricht Die lösliche Schraube
06.11.2019 | Empa - Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: REANIMA - für ein neues Paradigma der Herzregeneration

Endogene Mechanismen der Geweberegeneration sind ein innovativer Forschungsansatz, um Herzmuskelschäden zu begegnen. Ihnen widmet sich das internationale REANIMA-Projekt, an dem zwölf europäische Forschungszentren beteiligt sind. Das am CNIC (Centro Nacional de Investigaciones Cardiovasculares) in Madrid koordinierte Projekt startet im Januar 2020 und wird von der Europäischen Kommission mit 8 Millionen Euro über fünf Jahre gefördert.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen verursachen weltweit die meisten Todesfälle. Herzinsuffizienz ist geradezu eine Epidemie, die neben der persönlichen Belastung mit...

Im Focus: Göttinger Chemiker weisen kleinstmögliche Eiskristalle nach

Temperaturabhängig gefriert Wasser zu Eis und umgekehrt. Dieser Vorgang, in der Wissenschaft als Phasenübergang bezeichnet, ist im Alltag gut bekannt. Um aber ein stabiles Gitter für Eiskristalle zu erreichen, ist eine Mindestanzahl an Molekülen nötig, ansonsten ist das Konstrukt instabil. Bisher konnte dieser Wert nur grob geschätzt werden. Einem deutsch-amerikanischen Forschungsteam unter Leitung des Chemikers Prof. Dr. Thomas Zeuch vom Institut für Physikalische Chemie der Universität Göttingen ist es nun gelungen, die Größe kleinstmöglicher Eiskristalle genau zu bestimmen. Die Forschungsergebnisse sind in der Fachzeitschrift Proceedings of the National Academy of Science erschienen.

Knapp 100 Wassermoleküle sind nötig, um einen Eiskristall in seiner kleinstmöglichen Ausprägung zu formen. Nachweisen konnten die Wissenschaftler zudem, dass...

Im Focus: Verzerrte Atome

Mit zwei Experimenten am Freie-Elektronen-Laser FLASH in Hamburg gelang es einer Forschergruppe unter Führung von Physikern des Max-Planck-Instituts für Kernphysik (MPIK) in Heidelberg, starke nichtlineare Wechselwirkungen ultrakurzer extrem-ultravioletter (XUV) Laserpulse mit Atomen und Ionen hervorzurufen. Die heftige Anregung des Elektronenpaars in einem Heliumatom konkurriert so stark mit dem ultraschnellen Zerfall des angeregten Zustands, dass vorübergehend sogar Besetzungsinversion auftreten kann. Verschiebungen der Energie elektronischer Übergänge in zweifach geladenen Neonionen beobachteten die Wissenschaftler mittels transienter Absorptionsspektroskopie (XUV-XUV Pump-Probe).

Ein internationales Team unter Leitung von Physikern des MPIK veröffentlicht seine Ergebnisse zur stark getriebenen Zwei-Elektronen-Anregung in Helium durch...

Im Focus: Distorted Atoms

In two experiments performed at the free-electron laser FLASH in Hamburg a cooperation led by physicists from the Heidelberg Max Planck Institute for Nuclear physics (MPIK) demonstrated strongly-driven nonlinear interaction of ultrashort extreme-ultraviolet (XUV) laser pulses with atoms and ions. The powerful excitation of an electron pair in helium was found to compete with the ultrafast decay, which temporarily may even lead to population inversion. Resonant transitions in doubly charged neon ions were shifted in energy, and observed by XUV-XUV pump-probe transient absorption spectroscopy.

An international team led by physicists from the MPIK reports on new results for efficient two-electron excitations in helium driven by strong and ultrashort...

Im Focus: Weltweit erster Nachweis von strominduzierten Kräften zwischen zwei Molekülen

Einem Forscherteam um Professor Jörg Kröger, Leiter des Fachgebietes Experimentalphysik der TU Ilmenau, ist es in enger Zusammenarbeit mit theoretischen Physikern der Technischen Universität Dänemark gelungen, strominduzierte Kräfte in einem Kontakt aus genau zwei C60-Molekülen nachzuweisen. Die erzielten weltweit einzigartigen Ergebnisse sind bedeutsam für das grundlegende Verständnis kleinster elektrischer Kontakte und damit ihre Anwendung in miniaturisierten elektronischen Bauelementen. Sie wurden in der jüngsten Ausgabe der renommierten Fachzeitschrift „Nano Letters“ veröffentlicht.

In ihrem Artikel „Nonequilibrium Bond Forces in Single-Molecule Junctions“ zeigen die Wissenschaftler auf, dass die strominduzierten Kräfte deutlich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Weniger Lärm in Innenstädten durch neue Gebäudekonzepte

08.11.2019 | Veranstaltungen

Automatisiertes Fahren und Recht

06.11.2019 | Veranstaltungen

Hochentropie-Legierungen für heiße Turbinen und unermüdliche Pressen

05.11.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Laser versus Unkraut: LZH zeigt Agrar 4.0 auf der Agritechnica

08.11.2019 | Messenachrichten

Forschung für den Mittelstand 4.0: Digitale Zustandsüberwachung durch Schallemmisionsverfahren

08.11.2019 | Informationstechnologie

Absinkende Luftpakete mitverantwortlich für Hitzewellen

08.11.2019 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics