Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neues Implantat hilft Patienten mit Herzklappenfehler

02.10.2012
UKL-Kardiologen setzen hochinnovative neue Technik bei Herzklappen-Erkrankungen ein

Mit einem innovativen Implantat können die Kardiologen am Universitätsklinikum Leipzig jetzt auch bisher nicht behandelbaren Patienten mit Herzklappenfehlern helfen. Dazu wird im Herzkatheter in die große Herzvene eine spezielle Spange eingeführt, die die undichten Herzklappen schließt und so die Herzfunktion verbessert. Das in den USA entwickelte neue Verfahren haben die UKL-Kardiologen jetzt weltweit als zweites Zentrum innerhalb der Routinebehandlung bei zwei Patienten erfolgreich eingesetzt.

Bisher konnte Patienten mit geschwächten Herzklappen nur mit einem chirurgischen Eingriff wirksam geholfen werden. Diese anstrengende Operation am offenen Herzen kommt nicht für alle Patienten in Frage. War das Herz durch Begleiterkrankungen, hohes Alter oder lange Krankheitsdauer zu stark geschwächt, gab es keine Behandlungsmöglichkeiten. Damit war die Lebenszeit der Patienten beschränkt, die zudem unter belastenden Symptomen wie starke Atemnot und Leistungseinschränkungen litten.

„Durch die Implantation einer Carillon-Spange zur Verengung des Herzklappenrings können wir jetzt auch den bisher nicht operierbaren Patienten helfen“, sagt Prof. Dr. Dietrich Pfeiffer, Leiter der Kardiologie am Universitätsklinikum Leipzig. Bei dem neuen Verfahren wird im Herzkatheterlabor eine sechs Zentimeter lange Spange aus Nitininol® (einem speziellen medizinischem Stahl) in die den Klappenring umschließende große Herzvene geführt und dort verankert.

Die Spange zieht den Klappenring zusammen, dadurch nähern sich die Herzklappenflügel einander wieder an und der Blutfluss und damit die Herzfunktion verbessern sich. Für den Eingriff benötigen die Kardiologen nur einen ca. 3 mm großen Zugang über die rechte Halsvene. „Das ist ein sehr schonendes Verfahren, mit dem wir auch dann noch helfen können, wenn die chirurgische Methode nicht mehr möglich ist“, so Prof. Pfeiffer.

Als weltweit Zweite haben er und sein Team jetzt das Implantat außerhalb klinischer Studien erfolgreich bei zwei Patienten, einem 60jährigen Mann und einer 75jährigen Frau, eingesetzt. „Beide haben den Eingriff sehr gut überstanden und sind nach kurzem Klinikaufenthalt inzwischen wieder zu Hause“, so der behandelnde Oberarzt Dr. Norbert Klein. Das Verfahren greift allerdings nur, wenn die Herzklappe nicht durch Infektionen geschädigt wurde oder andere Schädigungen aufweist, schränkt Klein ein. In diesen Fällen bleibt weiterhin die Operation die einzige Heilungschance.

Die Herz- oder Mitralklappeninsuffizienz gehört zu den häufigen Erkrankungen. Die Patienten verlieren an Kraft, weil durch die undichte Herzklappe der Blutfluss im Herzen nicht mehr richtig erfolgen kann. Medikamente helfen nur bedingt, in der Regel muss die Herzklappe chirurgisch korrigiert werden. Besteht das Problem in einer Überdehnung, kann das neue Verfahren der Implantation einer Carillon-Spange helfen: Die Herzklappe wird faktisch mechanisch zusammengezogen, so dass die Undichtigkeit verschwindet und die korrekte Blutflussrichtung wiederhergestellt ist.

Helena Reinhardt | idw
Weitere Informationen:
http://www.uniklinik-leipzig.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht COVID-19: TU Wien entwirft einfaches Sauerstoff-Gerät
02.04.2020 | Technische Universität Wien

nachricht Thermopiles für berührungslose Temperaturmessung beim Menschen
31.03.2020 | CiS Forschungsinstitut für Mikrosensorik GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Den Regen für Hydrovoltaik nutzen

Wassertropfen, die auf Oberflächen fallen oder über sie gleiten, können Spuren elektrischer Ladung hinterlassen, so dass sich die Tropfen selbst aufladen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Polymerforschung (MPI-P) in Mainz haben dieses Phänomen, das uns auch in unserem Alltag begleitet, nun detailliert untersucht. Sie entwickelten eine Methode zur Quantifizierung der Ladungserzeugung und entwickelten zusätzlich ein theoretisches Modell zum besseren Verständnis. Nach Ansicht der Wissenschaftler könnte der beobachtete Effekt eine Möglichkeit zur Energieerzeugung und ein wichtiger Baustein zum Verständnis der Reibungselektrizität sein.

Wassertropfen, die über nicht leitende Oberflächen gleiten, sind überall in unserem Leben zu finden: Vom Tropfen einer Kaffeemaschine über eine Dusche bis hin...

Im Focus: Harnessing the rain for hydrovoltaics

Drops of water falling on or sliding over surfaces may leave behind traces of electrical charge, causing the drops to charge themselves. Scientists at the Max Planck Institute for Polymer Research (MPI-P) in Mainz have now begun a detailed investigation into this phenomenon that accompanies us in every-day life. They developed a method to quantify the charge generation and additionally created a theoretical model to aid understanding. According to the scientists, the observed effect could be a source of generated power and an important building block for understanding frictional electricity.

Water drops sliding over non-conducting surfaces can be found everywhere in our lives: From the dripping of a coffee machine, to a rinse in the shower, to an...

Im Focus: Quantenimaging: Unsichtbares sichtbar machen

Verschränkte Lichtteilchen lassen sich nutzen, um Bildgebungs- und Messverfahren zu verbessern. Ein Forscherteam am Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik IOF in Jena hat eine Quantenimaging-Lösung entwickelt, die in extremen Spektralbereichen und mit weniger Licht genaueste Einblicke in Gewebeproben ermöglichen kann.

Optische Analyseverfahren wie Mikroskopie und Spektroskopie sind in sichtbaren Wellenlängenbereichen schon äußerst effizient. Doch im Infrarot- oder...

Im Focus: Sensationsfund: Spuren eines Regenwaldes in der Westantarktis

90 Millionen Jahre alter Waldboden belegt unerwartet warmes Südpol-Klima in der Kreidezeit

Ein internationales Forscherteam unter Leitung von Geowissenschaftlern des Alfred-Wegener-Institutes, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI)...

Im Focus: A sensational discovery: Traces of rainforests in West Antarctica

90 million-year-old forest soil provides unexpected evidence for exceptionally warm climate near the South Pole in the Cretaceous

An international team of researchers led by geoscientists from the Alfred Wegener Institute, Helmholtz Centre for Polar and Marine Research (AWI) have now...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Interdisziplinärer Austausch zum Design elektrochemischer Reaktoren

03.04.2020 | Veranstaltungen

13. »AKL – International Laser Technology Congress«: 4.–6. Mai 2022 in Aachen – Lasertechnik Live bereits früher!

02.04.2020 | Veranstaltungen

Europäischer Rheumatologenkongress EULAR 2020 wird zum Online-Kongress

30.03.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Erste SARS-CoV-2-Genome aus Österreich veröffentlicht

03.04.2020 | Biowissenschaften Chemie

Projekt »Lade-PV« gestartet: Fahrzeugintegrierte PV für Elektro-Nutzfahrzeuge

03.04.2020 | Energie und Elektrotechnik

Interdisziplinärer Austausch zum Design elektrochemischer Reaktoren

03.04.2020 | Veranstaltungsnachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics