Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue OP-Robotergeneration vereint Vorzüge der offenen und der minimal-invasiven Chirurgie

18.10.2016

Das Klinikum Nürnberg setzt seit September 2016 den modernsten OP-Roboter in Bayern ein, das Da Vinci Surgical System Xi in Kombination mit einem beweglichen OP-Tisch. Es kommt bei komplexen Operationen an Prostata, Niere und Harnblase, Dickdarm, Magen, Speiseröhre und Bauchspeicheldrüse sowie der Gebärmutter und der Eierstöcke zum Einsatz. OP-Roboter stehen seit ca. 20 Jahren zur Verfügung. "Das System der vierten Generation ist aufgereift, der Nutzen für den Patienten inzwischen wissenschaftlich untersucht", so Univ.-Prof. Dr. Dr. Günter Niklewski, Ärztlicher Direktor des Klinikums Nürnberg, bei einer Pressekonferenz am 11. Oktober 2016.

Die Chirurgie hat in den letzten 30 Jahren eine technische Revolution durchlaufen. Für viele Operationen stehen heute drei Operationsmethoden zur Verfügung:


OP-Roboter der vierten Generation

Klinikum Nürnberg

1. Traditionelle offene Chirurgie: Die Bauchhöhle oder der Brustkorb werden mit einem größeren Schnitt eröffnet und während der OP offen gehalten. Der Chirurg steht am Operationstisch, hat von oben Einblick in das Operationsfeld und operiert gemeinsam mit Assistenten. Dabei benutzt er Instrumente wie Skalpell, Klemme, Laser- und Klammergerät etc.

2. Minimal-invasive Chirurgie: Über eine kleine Öffnung in der Bauchdecke wird ein Endoskop mit einer Kamera in den Bauchraum eingeführt, die das Operationsfeld auf einen Bildschirm überträgt. In weiteren kleinen Öffnungen des Bauchraums sind fixe „Rohre“, die feine Instrumente enthalten, platziert. Der Chirurg betätigt die Instrumente manuell von außen und verfolgt seine Operation dabei am Bildschirm.

3. OP-Roboter: Der Chirurg steht nicht mehr am OP-Tisch, sondern sitzt an einer Steuerkonsole. Wenige Meter von ihm entfernt liegt der Patient auf dem Operationstisch, über ihm der bewegliche vierarmige OP-Roboter "DaVinci". Seine Greifarme mit einer endoskopischen Kamera und Operationsinstrumenten werden durch kleine Schnitte in der Bauchdecke in den Bauchraum eingeführt. Der Chirurg sieht auf dem Bildschirm das Operationsfeld im Körperinnern in 3D-Optik und in starker Vergrößerung. S

eine Handbewegungen an der Konsole werden computergestützt auf die elektronischen Roboterarme übertragen und millimetergenau im Bauch ausgeführt. Gegenüber der minimalinvasiven Chirurgie hat die Roboter-Chirurgie den Vorteil, dass die Instrumente und die Freiheitsgrade an die menschliche Hand angepasst sind. Dadurch ist die Beweglichkeit erhöht, die Sicht verbessert und die operative Präzision gesteigert. Auch rekonstruktive Eingriffe sind möglich.

Kürzere Erholungsphase und weniger Komplikationen

„Die drei Operationsformen haben ihren Platz in der Chirurgie“ sagte Prof. Dr. Hubert Stein, Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral-, und Thoraxchirurgie, Universitätsklinik der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität. “Aber wir setzen zunehmend auf die neuen schonenden Technologien, auch für komplexe Operationen, z.B. an der Speiseröhre, am Dickdarm und an der Bauchspeicheldrüse.” Die Patienten profitieren von kürzeren OP-Zeiten, geringerem Blutverlust, einer kürzeren Erholungsphase sowie besseren kosmetischen Ergebnissen. Auch die Komplikationsrate nach der Operation ist niedriger. "Der Roboter vereint die Vorteile der offenen und minimal-invasiven Chirugie", so. Prof. Stein: eine sehr gute Sicht auf das OP-Feld und eine hohe Beweglichkeit der flexiblen Instrumente, die größere Freiheitsgrade als Hände haben.

Vierte Generation des OP-Roboters mit Vorteilen

Der OP-Roboter, der im Klinikum Nürnberg zum Einsatz kommt, gehört zur mittlerweile vierten Generation des US-Herstellers Intuitive Surgical; die ersten Geräte kamen vor ca. 20 Jahren in Deutschland zum Einsatz. Das neue Gerät hat u.a. folgende Vorteile:

• Bestmögliche 3D-Bildqualität mit hoher Auflösung, bis zu zehnfacher Vergrößerung und sehr guter Sicht ins Operationsfeld
• Einfache Bedienung: Leicht führbare Instrumente, reduziertes Gewicht der Roboterarme, geringere Ermüdung des Operateurs
• „Anti-Tremorwirkung“: Unwillkürliche Bewegungen werden ausgeglichen
• Geringe „Andockzeit“: Kürzere OP-Zeit und Narkose
• Beweglicher OP-Tisch: Der Patient kann während der Operation mehrfach umgelagert werden.

„Die hohe Bildqualität des neuen Roboter-Modells ermöglicht eine präzise Zuordnung von feinen Strukturen wie Nerven und Blutgefäßen“, sagte Prof. Dr. Sascha Pahernik. Der Chefarzt der Klinik für Urologie, Universitätsklinik der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität, der bis Februar 2016 am Universitätsklinikum Heidelberg tätig war, hat viele Jahre mit den OP-Robotern der früherer Generation operiert.

Kontinenz und Potenz bei Prostata-Operation erhalten

Der neue OP-Roboter hat für ihn Vorteile, die dem Patienten zugute kommen. “Die Roboter-Arme sind einfacher zu bedienen, das Operationsfeld kann besser beurteilt werden”, so Prof. Pahernik. Die technischen Eigenschaften sind wesentlich ausgereifter und können mit anderen Geräten oder Bildgebung vernetzt werden. Dies ermögliche eine schnellere, effektivere und präzisere Chirurgie. So können wichtige anatomische Strukturen wie Nerven und Blutgefässe geschont werden, um die Funktion von Organen zu erhalten. Für den Erhalt der Kontinenz und Potenz bei der Entfernung der Prostata hat dies eine zentrale Bedeutung.

OP-Roboter wird auch in der Frauenheilkunde eingesetzt

Auch die Klinik für Frauenheilkunde am Klinikum Nürnberg setzt den Roboter ein. “Die neue Technologie soll unseren Patientinnen zugute kommen, u.a. bei der Entfernung der Gebärmutter oder der Behandlung der Endometriose”, so Prof. Dr. Cosima Brucker, Chefärztin der Klinik für Frauenheilkunde, Universitätsklinik der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität, Klinikum Nürnberg. Künftig werden auch große Eingriffe bei gynäkologischen Tumorerkrankungen sowie Senkungsoperationen mit dem Da Vinci-Roboter durchgeführt.

Ansprechpartner:

Prof. Dr. Cosima Brucker
Chefärztin der Klinik für Frauenheilkunde, Klinikum Nürnberg
Universitätsklinik der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität
Tel: 0911 / 398 - 2222
Email: gynaekologie@klinikum-nuernberg.de
Web: http://www.klinikum-nuernberg.de/DE/ueber_uns/Fachabteilungen_KN/kliniken/frauen...

Prof. Dr. Sascha Pahernik
Chefarzt der Klinik für Urologie
Universitätsklinik der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität
Tel: 0911 / 398 - 2372
Email: urologie@klinikum-nuernberg.de
Web: http://www.klinikum-nuernberg.de/DE/ueber_uns/Fachabteilungen_KN/kliniken/urolog...

Prof. Dr. Hubert Stein
Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral-, und Thoraxchirurgie, Klinikum Nürnberg
Universitätsklinik der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität
Tel: 0911 / 398 - 2979
E-Mail:allgemeinchirurgie@klinikum-nuernberg.de
Web: http://www.klinikum-nuernberg.de/DE/ueber_uns/Fachabteilungen_KN/kliniken/abdomi...

Die Paracelsus Medizinische Privatuniversität in Nürnberg wurde 2014 gegründet und ist zweiter Standort der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität in Salzburg. In Nürnberg wer-den jährlich 50 Medizinstudierende ausgebildet. Das Curriculum orientiert sich eng an der Ausbildung der amerikanischen Mayo-Medical School. Die Paracelsus Medizinische Privatuniversität kooperiert zudem mit weiteren wissenschaftlichen Einrichtungen im In- und Ausland.

Das Klinikum Nürnberg ist eines der größten kommunalen Krankenhäuser in Deutschland und bietet das gesamte Leistungsspektrum der Maximalversorgung an. Mit rund 2.370 Betten an zwei Standorten (Klinikum Nord und Klinikum Süd) und 6.200 Beschäftigten versorgt es 100.000 stationäre und knapp 100.000 ambulante Patienten im Jahr. Zum Klinikverbund gehören drei weitere Krankenhäuser im Landkreis Nürnberger Land.

Dr. Annette Tuffs
Leiterin Unternehmenskommunikation, Pressesprecherin Klinikum Nürnberg, Parcelsus Medizinische Privatuniversität in Nürnberg

Tel: 0911 / 398 - 5026
Handy: 0151 / 253 309 35
Email: Annette.Tuffs@klinikum-nuernberg.de

Weitere Informationen:

http://Klinik für Allgemeinchirurgie, Klinikum Nürnberg
http://www.klinikum-nuernberg.de/DE/ueber_uns/Fachabteilungen_KN/kliniken/abdomi...
http://Klinik für Urologie, Klinikum Nürnberg
http://www.klinikum-nuernberg.de/DE/ueber_uns/Fachabteilungen_KN/kliniken/urolog...
http://Klinik für Gynäkologie
http://www.klinikum-nuernberg.de/DE/ueber_uns/Fachabteilungen_KN/kliniken/frauen...

Dr. Annette Tuffs | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Berichte zu: Bildschirm Chirurg OP-Roboter Operationsfeld Thoraxchirurgie Urologie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht MR-kompatibles Ultraschallsystem für die therapeutische Anwendung von Ultraschall
18.10.2019 | Fraunhofer-Institut für Biomedizinische Technik IBMT

nachricht Bessere Rheuma-Früherkennung dank neuer Fußkamera
15.10.2019 | Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Die schnellste Ameise der Welt - Wüstenflitzer haben kurze Beine, aber eine perfekte Koordination

Silberameisen gelten als schnellste Ameisen der Welt - obwohl ihre Beine verhältnismäßig kurz sind. Daher haben Forschende der Universität Ulm den besonderen Laufstil dieses "Wüstenflitzers" auf einer Ameisen-Rennstrecke ergründet. Veröffentlicht wurde diese Entdeckung jüngst im „Journal of Experimental Biology“.

Sie geht auf Nahrungssuche, wenn andere Siesta halten: Die saharische Silberameise macht vor allem in der Mittagshitze der Sahara und in den Wüsten der...

Im Focus: Fraunhofer FHR zeigt kontaktlose, zerstörungsfreie Qualitätskontrolle von Kunststoffprodukten auf der K 2019

Auf der K 2019, der Weltleitmesse für die Kunststoff- und Kautschukindustrie vom 16.-23. Oktober in Düsseldorf, demonstriert das Fraunhofer-Institut für Hochfrequenzphysik und Radartechnik FHR das breite Anwendungsspektrum des von ihm entwickelten Millimeterwellen-Scanners SAMMI® im Kunststoffbereich. Im Rahmen des Messeauftritts führen die Wissenschaftler die vielseitigen Möglichkeiten der Millimeterwellentechnologie zur kontaktlosen, zerstörungsfreien Prüfung von Kunststoffprodukten vor.

Millimeterwellen sind in der Lage, nicht leitende, sogenannte dielektrische Materialien zu durchdringen. Damit eigen sie sich in besonderem Maße zum Einsatz in...

Im Focus: Solving the mystery of quantum light in thin layers

A very special kind of light is emitted by tungsten diselenide layers. The reason for this has been unclear. Now an explanation has been found at TU Wien (Vienna)

It is an exotic phenomenon that nobody was able to explain for years: when energy is supplied to a thin layer of the material tungsten diselenide, it begins to...

Im Focus: Rätsel gelöst: Das Quantenleuchten dünner Schichten

Eine ganz spezielle Art von Licht wird von Wolfram-Diselenid-Schichten ausgesandt. Warum das so ist, war bisher unklar. An der TU Wien wurde nun eine Erklärung gefunden.

Es ist ein merkwürdiges Phänomen, das jahrelang niemand erklären konnte: Wenn man einer dünnen Schicht des Materials Wolfram-Diselenid Energie zuführt, dann...

Im Focus: Wie sich Reibung bei topologischen Isolatoren kontrollieren lässt

Topologische Isolatoren sind neuartige Materialien, die elektrischen Strom an der Oberfläche leiten, sich im Innern aber wie Isolatoren verhalten. Wie sie auf Reibung reagieren, haben Physiker der Universität Basel und der Technischen Universität Istanbul nun erstmals untersucht. Ihr Experiment zeigt, dass die durch Reibung erzeugt Wärme deutlich geringer ausfällt als in herkömmlichen Materialien. Dafür verantwortlich ist ein neuartiger Quantenmechanismus, berichten die Forscher in der Fachzeitschrift «Nature Materials».

Dank ihren einzigartigen elektrischen Eigenschaften versprechen topologische Isolatoren zahlreiche Neuerungen in der Elektronik- und Computerindustrie, aber...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

VR-/AR-Technologien aus der Nische holen

18.10.2019 | Veranstaltungen

Ein Marktplatz zur digitalen Transformation

18.10.2019 | Veranstaltungen

Wenn der Mensch auf Künstliche Intelligenz trifft

17.10.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Insekten teilen den gleichen Signalweg zur dreidimensionalen Entwicklung ihres Körpers

18.10.2019 | Biowissenschaften Chemie

Volle Wertschöpfungskette in der Mikrosystemtechnik – vom Chip bis zum Prototyp

18.10.2019 | Physik Astronomie

Innovative Datenanalyse von Fraunhofer Austria

18.10.2019 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics