Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neuartiger 80Hz Laserkatheter (GlideLight™) zur Entfernung einer Defibrillator-Elektrode

21.08.2012
Erstmals in Deutschland wurde in der Kerckhoff-Klinik ein neuartiger 80Hz Laserkatheter (GlideLight™) zur Entfernung einer Defibrillator-Elektrode eingesetzt
Bundesweit erstmalig konnte an der Kerckhoff-Klinik erfolgreich eine fest im Patienten verwachsene Defibrillator-Elektrode mit Hilfe eines neuartigen 80Hz GlideLight™ Laserkatheters der Firma Spectranetics vollständig entfernt werden.

Millionen Menschen vertrauen auf die Funktion ihres implantierten Herzschrittmachers oder Defibrillators, der ihr Herz kontrolliert schlagen lässt oder lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen selbstständig behandelt.

Dr. med. Heiko Burger


Excimer Laser

Kommt es allerdings zur Infektion eines solchen Systems oder zu einem ernsten Elektrodendefekt, so kann die vollständige Entfernung des Systems inklusive der implantierten Elektroden notwendig werden. Das Belassen eines infizierten Herzschrittmacher- oder Defibrillatorsystems kann zur gefürchteten Infektion des Herzens (Endokarditis) führen oder eine funktionsgestörte Elektrode z.B. Herzrhythmusstörungen auslösen, was vermieden werden muss.

„Bereits seit 1998 verfügte die Kerckhoff-Klinik über die schonende Option der lasergestützten Entfernung (Extraktion) von Herzschrittmacher- und Defibrillatorelektroden und war eines der ersten Zentren, das diese Methode anbieten konnte. So wurde es möglich, infizierte oder funktionsgestörte Elektroden mit einer hohen Erfolgswahrscheinlichkeit zu entfernen ohne dass der Brustkorb des Patienten eröffnet und eine Herz-Lungen-Maschine eingesetzt werden musste“, berichten Oberarzt Dr. Burger, Leiter des Bereiches Schrittmacher- und Defibrillatoroperationen und Prof. Dr. Walther, Direktor der Abteilung Herzchirurgie. Die Kerckhoff-Klinik blickt somit bereits auf eine langjährige Erfahrung in dieser minimal invasiven Methode zur Sondenentfernung zurück.

„Gerade aufgrund der großen Fortschritte und deutlichen Erfolge in der Herzschrittmacher- und Defibrillator-Technologie der letzten Dekade sowie der demographischen Bevölkerungsentwicklung, wurden in den letzten Jahren immer mehr Patienten mit diesen modernen Herzschrittmacher- und Defibrillatorsystemen versorgt. Leider kommt es, trotz geringer und stabiler Komplikationsraten während der Herzschrittmacher- bzw. Defibrillatorimplantationen, zu einem rein numerischen Anstieg an Sondenproblemen“, so Dr. Burger.

Unter seiner Leitung hat sich der Kerckhoff-Klinik in den letzten Jahren zu einem deutschlandweit führenden Zentrum in der Behandlung von Sondenproblemen und zur Entfernung infizierter Schrittmacher-/Defibrillatorsystemen entwickelt. Daher wurde er wiederholt auch für Laser-Schulungen von Kollegen in mehreren anderen Kliniken aktiv.

Bereits zu Jahresbeginn wurde aufgrund der stetig steigenden Elektroden-Explantationszahlen vorausschauend ein neues Lasergerät (CVX-300 Excimer Laser, Spectranetics) in der Kerckhoff-Klinik angeschafft. Mit Hilfe dieses Lasergerätes und des dazugehörigen speziellen Laser-Katheters können Verwachsungen und Narbenzüge um Herzschrittmacher- oder Defibrillatorsonden gelöst, die Elektroden mobilisiert und anschließend zumeist vollständig aus den Gefäßen und dem Herzen entfernt werden.

Hierbei wird der Katheter wie ein Strohhalm über die zu entfernende Elektrode gestülpt, die Verwachsungen um die Sonde aufgelöst und der Laserkatheter - der Elektrode folgend - bis ins Herzen vorgeschoben. Hierbei produziert der Excimer-Laser oder auch „kalter Laser“ genannt ein gepulstes ultraviolettes (UV) Licht mit dessen Energie Narbengewebe und Verklebungen in kleinste Partikel aufgelöst und vom Blutstrom absorbiert werden.

Im Vergleich zur bisher verfügbaren 40 Hz-Technologie (SLS II®) bietet sich mit dem neuen 80Hz Laserkatheter (GlideLight®) nun ein deutlich potenteres System. Durch die darin begründete Abnahme notwendiger Zug- und Scherkräfte reduziert sich vermutlich weiterhin das Risiko gravierender Blutungskomplikationen.

Insbesondere aber verspricht die neue Technologie das leichtere und schnellere Lösen derber, ausgedehnter Verkalkungen um die älteren Elektroden. „Diese haben uns in der Vergangenheit wiederholt vor unüberwindbare Hürden gestellt und mit unter den Verbleib einer Elektrode oder den Wechsel zu einer deutlich invasiveren Extraktionsmethode bedingt“, so Dr. Burger. „Art und Ausmaß an Narbengewebe ist bei jedem Patienten und jeder implantierten Elektrode unterschiedlich. Aber mit der neuen Lasers-Technologie können wir unseren Patienten nun den modernsten Versorgungsstandard, den größtmöglich zu erwartenden Extraktionserfolg (weit über 95%) und unabhängig von der Beschaffenheit des Narben-Gewebes eine sichere Methode zur erfolgreichen Elektrodenexplantation anbieten.“

Kontakt:

Dr. med. Heiko Burger
Oberarzt Abt. Herzchirurgie / Elektrochirurgie
Kerckhoff- Klinik GmbH
Benekestr. 2-8
61231 Bad Nauheim
Abt. für Herzchirurgie
Kerckhoff-Klinik GmbH
Sekretariat Prof. Dr. T. Walther
Benekestr. 2-8
61231 Bad Nauheim
Tel.: 06032/ 996 2502

Christiane Brandt | Kerckhoff-Klinik GmbH
Weitere Informationen:
http://www.kerckhoff-klinik.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Europaweit erste Patientin mit neuem Hybridgerät zur Strahlentherapie behandelt
19.07.2018 | Universitätsklinikum Heidelberg

nachricht Schonend, schnell und präzise: Innovative Herz-Bildgebung in Freiburg
18.07.2018 | Universitätsklinikum Freiburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Future electronic components to be printed like newspapers

A new manufacturing technique uses a process similar to newspaper printing to form smoother and more flexible metals for making ultrafast electronic devices.

The low-cost process, developed by Purdue University researchers, combines tools already used in industry for manufacturing metals on a large scale, but uses...

Im Focus: Rostocker Forscher entwickeln autonom fahrende Kräne

Industriepartner kommen aus sechs Ländern

Autonom fahrende, intelligente Kräne und Hebezeuge – dieser Ingenieurs-Traum könnte in den nächsten drei Jahren zur Wirklichkeit werden. Forscher aus dem...

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Die Gene sind nicht schuld

20.07.2018 | Medizin Gesundheit

Erwiesen: Mücken können tropisches Chikungunya-Virus auch bei niedrigen Temperaturen verbreiten

20.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Staus im Gehirn: FAU-Forscher identifizieren eine Ursache für Parkinson

20.07.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics