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Magnetfelder bringen neuen Einblick ins Herz - weltweit erstes MFI- System im klinischen Einsatz

31.10.2008
Mit dem Magnetfield Imaging System (MFI) verfügt die Asklepios Klinik St. Georg in Hamburg nun als erstes Krankenhaus über diese neue Diagnosemethode. Das System soll vor allem bei der Risikoeinschätzung vor Einsatz eines implantierbaren Cardioverter Defibrillators (ICD) und in der Diagnostik von Durchblutungsstörungen im Herzen eingesetzt werden.

Das von dem Jenaer Unternehmen BMDSys GmbH entwickelte System stellt den Asklepios-Kardiologen nun Informationen zur Verfügung, die bisher ohne invasiven Eingriff nicht erkennbar waren. Dabei ist ein MFI für den Patienten mit keinerlei Nebenwirkungen verbunden, da die Untersuchung kontakt- und strahlungsfrei ist und kein Kontrastmittel benötigt.

Herzkreislauferkrankungen gehören zu den häufigsten Todesursachen in den westlichen Industrieländern. Allein in Deutschland sterben pro Jahr mehr als 110.000 Menschen an einem plötzlichen Herztod. Implantierbare Defibrillatoren können auftretendes Kammerflattern (ventrikuläre Tachykardien) und -flimmern beenden und so einen plötzlichen Herztod verhindern.

Es hat sich aber gezeigt, dass die bisherige Indikation für die Implantation eines ICD nicht spezifisch genug ist. Zum einen kommen circa 80 Prozent der implantierten Geräte nie zum Einsatz, zum anderen gibt es Patienten, die nach heutigen Kriterien keinen ICD erhalten, im Nachhinein aber womöglich davon profitiert hätten. Das MFI soll hier eine künftig eine spezifischere Auswahl ermöglichen. Das zeigen die Erfahrungen mit dem Prototyp des MFI-Systems an der Universität Jena. Für die Risikostratifizierung einer bevorstehenden ventrikulären Tachykardie wird dabei speziell der magnetisch erfasste QRS-Komplex des Herzschlages mittels eines geeigneten Filterverfahrens aufbereitet und analysiert. Bei Patienten mit erhöhtem Risiko einer VT tritt hier in der Regel eine typische Fragmentation auf.

In der Diagnostik von Durchblutungsstörungen des Herzmuskels soll die MFI-Untersuchung zeigen, ob wirklich eine Durchblutungsstörung vorliegt. Nur in diesem Fall müsste die aufwändige und für den Patienten nicht ganz ungefährliche Herzkatheteruntersuchung durchgeführt werden. "Bei den etwa 800.000 durchgeführten Herzkatheteruntersuchungen in Deutschland kommt es nur bei zirka 30-40 Prozent zu einer therapeutischen Maßnahme. Mit MFI können wir hier besser vorselektieren. Die ersten vorliegenden Ergebnisse sind sehr viel versprechend", so Prof. Dr. Karl-Heinz Kuck von der Asklepios Klinik St. Georg.

Bei der Entwicklung neuer Verfahren und deren Optimierung für den Klinikalltag sind Kooperationen zwischen Kliniken und forschenden Unternehmen von großer Bedeutung. "Nur wer auch im Bereich neuer einsetzbarer Technologien eine Vorreiterrolle übernimmt, kann sich langfristig einen Marktvorsprung erarbeiten", erläuterte Peter Oberreuter, Geschäftsführer der Asklepios Kliniken Hamburg GmbH, auf der heutigen Pressekonferenz.

Die Asklepios Klinik St. Georg investiert zirka eine Million Euro in diese Innovation und wird sich intensiv an den MFI-Studien beteiligen. Dafür werden von nun an für ein Jahr alle Patienten mit entsprechenden Fragestellungen zusätzlich zur bislang üblichen Diagnostik eine MFI-Untersuchung erhalten. Dabei soll sich zeigen, ob die dadurch gewonnenen Zusatzinformationen ausreichen, um künftig in vielen Fällen auf die invasiven Maßnahmen zu verzichten.

Jens Oliver Bonnet | idw
Weitere Informationen:
http://www.asklepios.com/sanktgeorg
http://www.bmdsys.de

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