Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gehirnimplantat sagt epileptische Anfälle voraus

02.05.2013
Studienergebnisse noch sehr uneinheitlich - Neue Therapien denkbar

Ein Gehirnimplantat könnte in der Lage sein, epileptische Anfälle durch das Identifizieren früher Warnzeichen vorherzusagen. Wissenschaftler der University of Melbourne haben die elektrische Aktivität des Gehirns genutzt, um herauszufinden, ob das Anfallsrisiko jeweils hoch, mittel oder niedrig ist. Die in Lancet Neurology http://bit.ly/16rKAtd veröffentlichte Studie zeigt, dass eine Vorhersage bei einigen Patienten möglich war.


Gehirn: Hightech im Kopf macht epileptische Anfälle vorhersagbar (Foto: SPL)

Gerät lernt Gehirnwellen

Experten wie Simon Wigglesworth von Epilepsy Action http://epilepsy.org.uk kommentieren die Ergebnisse mit vorsichtigem Optimismus. Ein derartiges Gerät könnte den Patienten bei einem drohenden Anfall helfen, für ein sicheres Umfeld zu sorgen. Zusätzlich könnte es auch für das Pflegepersonal von Epilepsie-Patienten von großem Nutzen sein. Schätzungen gehen davon aus, dass weltweit rund 50 Mio. Menschen von Epilepsie betroffen sind.

Das Team um Mark Cook sammelte Daten von der Oberfläche des Gehirns und übermittelte sie an ein weiteres Implantat im Brustkorb. Dieses Gerät übermittelte Daten an ein handgroßes Gerät, das die Wahrscheinlichkeit eines Krampfanfalls erkennt. Tests wurden an drei Spitälern in Australien durchgeführt und durch NeuroVista, den Hersteller, finanziert. Die Ergebnisse waren uneinheitlich. In den ersten vier Monaten wurde das Gehirn überwacht, damit das System die Gehirnwellen eines Patienten vor einem epileptischen Anfall kennenlernen konnte.

Warnung Stunden vorher

Nur acht Patienten erreichten das Stadium, in dem das Gerät aktiviert wurde und sie permanent Informationen über die Wahrscheinlichkeit eines Anfalls erhielten. Bei diesen Patienten lag die Effektivität der Vorhersage zwischen 56 und 100 Prozent. Wird die Wirksamkeit der Technologie bewiesen, so könnte sie laut Cook helfen, den Charakter der Unvorhersehbarkeit dieser Krankheit zu mildern. Die Vorhersage viele Minuten oder gar Stunden vor dem Eintreten könnte entscheidende Auswirkungen auf die Unabhängigkeit der Patienten haben.

"Damit könnte sich die Art und Weise verändern, wie diese Krankheit behandelt wird. Derzeit verabreichen wir permanent Medikamente, da wir nicht wissen, welche Ereignisse im Krankheitsverlauf eintreten werden. Können wir sie vorhersagen, könnte sich damit auch die Art der entwickelten Medikamente verändern. "Kurzfristig einsetzbare Therapien könnten den Patienten helfen, ohne sie den langfristigen Problemen auszusetzen, mit denen sie heute immer wieder konfrontiert sind."

Vorsichtiger Optimismus

Christian Elger und Florian Mormann von der Universitätsklinik Bonn http://www.meb.uni-bonn.de kommentieren die Studie positiv. Für die beiden Wissenschaftler handelt es sich um einen wissenschaftlichen Meilenstein, der erstmals nachweist, dass die Vorhersage eines epileptischen Anfalls grundsätzlich möglich ist. Derzeit ist jedoch nicht klar, ob die Performance dieses Geräts für einen klinischen Einsatz ausreichend ist. Das werde davon abhängen, wie gut die Patienten mit falschen Alarmen oder nicht angekündigten Anfällen umgehen können.

Michaela Monschein | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.unimelb.edu.au
http://bit.ly/16rKAtd

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Vital Signs Monitor
21.09.2018 | ALSKAR DESIGN BV

nachricht Relevante Stellen in Augenoperationsvideos maschinell erkennen
18.09.2018 | Alpen-Adria-Universität Klagenfurt

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie Magnetismus entsteht: Elektronen stärker verbunden als gedacht

Wieso sind manche Metalle magnetisch? Diese einfache Frage ist wissenschaftlich gar nicht so leicht fundiert zu beantworten. Das zeigt eine aktuelle Arbeit von Wissenschaftlern des Forschungszentrums Jülich und der Universität Halle. Den Forschern ist es zum ersten Mal gelungen, in einem magnetischen Material, in diesem Fall Kobalt, die Wechselwirkung zwischen einzelnen Elektronen sichtbar zu machen, die letztlich zur Ausbildung der magnetischen Eigenschaften führt. Damit sind erstmals genaue Einblicke in den elektronischen Ursprung des Magnetismus möglich, die vorher nur auf theoretischem Weg zugänglich waren.

Für ihre Untersuchung nutzten die Forscher ein spezielles Elektronenmikroskop, das das Forschungszentrum Jülich am Elettra-Speicherring im italienischen Triest...

Im Focus: Erstmals gemessen: Wie lange dauert ein Quantensprung?

Mit Hilfe ausgeklügelter Experimente und Berechnungen der TU Wien ist es erstmals gelungen, die Dauer des berühmten photoelektrischen Effekts zu messen.

Es war eines der entscheidenden Experimente für die Quantenphysik: Wenn Licht auf bestimmte Materialien fällt, werden Elektronen aus der Oberfläche...

Im Focus: Scientists present new observations to understand the phase transition in quantum chromodynamics

The building blocks of matter in our universe were formed in the first 10 microseconds of its existence, according to the currently accepted scientific picture. After the Big Bang about 13.7 billion years ago, matter consisted mainly of quarks and gluons, two types of elementary particles whose interactions are governed by quantum chromodynamics (QCD), the theory of strong interaction. In the early universe, these particles moved (nearly) freely in a quark-gluon plasma.

This is a joint press release of University Muenster and Heidelberg as well as the GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt.

Then, in a phase transition, they combined and formed hadrons, among them the building blocks of atomic nuclei, protons and neutrons. In the current issue of...

Im Focus: Der Truck der Zukunft

Lastkraftwagen (Lkw) sind für den Gütertransport auch in den kommenden Jahrzehnten unverzichtbar. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen der Technischen Universität München (TUM) und ihre Partner haben ein Konzept für den Truck der Zukunft erarbeitet. Dazu zählen die europaweite Zulassung für Lang-Lkw, der Diesel-Hybrid-Antrieb und eine multifunktionale Fahrerkabine.

Laut der Prognose des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur wird der Lkw-Güterverkehr bis 2030 im Vergleich zu 2010 um 39 Prozent steigen....

Im Focus: Extrem klein und schnell: Laser zündet heißes Plasma

Feuert man Lichtpulse aus einer extrem starken Laseranlage auf Materialproben, reißt das elektrische Feld des Lichts die Elektronen von den Atomkernen ab. Für Sekundenbruchteile entsteht ein Plasma. Dabei koppeln die Elektronen mit dem Laserlicht und erreichen beinahe Lichtgeschwindigkeit. Beim Herausfliegen aus der Materialprobe ziehen sie die Atomrümpfe (Ionen) hinter sich her. Um diesen komplexen Beschleunigungsprozess experimentell untersuchen zu können, haben Forscher aus dem Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) eine neuartige Diagnostik für innovative laserbasierte Teilchenbeschleuniger entwickelt. Ihre Ergebnisse erscheinen jetzt in der Fachzeitschrift „Physical Review X“.

„Unser Ziel ist ein ultrakompakter Beschleuniger für die Ionentherapie, also die Krebsbestrahlung mit geladenen Teilchen“, so der Physiker Dr. Thomas Kluge vom...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

4. BF21-Jahrestagung „Car Data – Telematik – Mobilität – Fahrerassistenzsysteme – Autonomes Fahren – eCall – Connected Car“

21.09.2018 | Veranstaltungen

Forum Additive Fertigung: So gelingt der Einstieg in den 3D-Druck

21.09.2018 | Veranstaltungen

12. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

20.09.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Tiefseebergbau: Forschung zu Risiken und ökologischen Folgen geht weiter

21.09.2018 | Geowissenschaften

4. BF21-Jahrestagung „Car Data – Telematik – Mobilität – Fahrerassistenzsysteme – Autonomes Fahren – eCall – Connected Car“

21.09.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Optimierungspotenziale bei Kaminöfen

21.09.2018 | Energie und Elektrotechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics