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Mobil gegen den Brustkrebs

31.05.2006


Digitale Mammographie jetzt auch für den mobilen Einsatz bei Brustkrebs- Reihenuntersuchungen zugelassen

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Siemens Medical Solutions hat jetzt auch für sein volldigitales Mammographiesystem Mammomat Novation die Zulassung für das mobile Screening erhalten. Erstmals können damit Reihenuntersuchungen (so genannte Screenings) mit digitalen Systemen, die in LKW-Trailern eingebaut werden, bei der Brustkrebsvorsorge eingesetzt werden. Die Trailer sind mit einem stationären Screening- Center verbunden, in dem die endgültige Diagnose erstellt wird. Diese Art des mobilen digitalen Brustkrebs-Screenings soll vor allem Frauen, die in ländlichen Gebieten leben oder die nicht mehr so mobil sind, eine frühzeitige Abklärung ermöglichen. In Deutschland haben alle Frauen im Alter zwischen 50 und 69 Jahren im Rahmen des Screening-Programms alle zwei Jahre Anspruch auf eine kostenlose Mammographie-Untersuchung.

Das Projekt „Mammo-Screening“ zur Brustkrebs-Früherkennung wird in Deutschland seit 2002 aufgebaut. Dazu finden in stationären und mobilen Einrichtungen Röntgenreihenuntersuchungen statt. Die ersten Ärzte, bei denen ein volldigitales System mobil zum Einsatz kommt, sind unter anderem Dr. Norbert Uleer und Dr. Katrin Samse, die im Raum Göttingen – Hildesheim – Hameln neben ihren Praxen auch einen mobilen Mammographie-Trailer betreiben. Beide haben im Rahmen des Projekts bereits mehr als 900 Frauen stationär oder mobil untersucht. "Ziel des Screening-Programms ist die Senkung der Brustkrebssterblichkeit um 35 Prozent. Die Europäischen Leitlinien fordern dazu eine 70-prozentige Beteiligung der eingeladenen Frauen. Das erreichen wir nur in der Kombination von stationären und mobilen Untersuchungseinheiten und durch den Einsatz schneller digitaler Technologien", erläuterte Dr. Norbert Uleer seine Entscheidung für einen Mammographie-Trailer mit volldigitaler Ausrüstung. "Durch qualitativ besonders hochwertige Aufnahmen, die sofort zur Verfügung stehen, wird zudem der neuartige Befundungsprozess mit Doppelbefundung und interdisziplinärer Konsensuskonferenz optimal unterstützt und meine Arbeit als programmverantwortlicher Arzt erleichtert."


Zum Mammographie-Screening werden Frauen im Alter von 50 bis 69 alle zwei Jahre per Brief eingeladen. Sie kommen direkt in den mobilen Trailer oder in die stationäre Screening-Praxis und werden dort geröntgt. Beim mobilen digitalen Screening sind komfortable LKW-Trailer mit einer kompletten digitalen Mammographie-Einheit ausgestattet. Dazu gehören etwa bei Siemens das digitale Mammographiesystem Mammomat Novation und eine spezielle Workstation zur Erfassung der Patientendaten und Bearbeitung der Aufnahmen. Ein Bildserver übernimmt die temporäre Datensicherung. Die mobilen Stationen sind über ein so genanntes MIS (Mammographie Screening Information System) mit einem stationären Screening- Center verbunden. Von dort aus werden die Daten aller Klientinnen an die jeweiligen Untersuchungsstellen verteilt und die Mammographien von besonders ausgebildeten Ärzten nach dem Vieraugenprinzip oder bei weiterem Abklärungsbedarf in interdisziplinären Besprechungen befundet. Europaweit standardisierte Vorgaben an Personal und Technik sichern dabei die hohe Qualität der Mammographien. Seit 2004 werden in Deutschland im Rahmen des beschlossenen Mammographie- Screening-Programms nach europäischen Leitlinien 80 regionale Einheiten eingerichtet, die auch mobile Lösungen beinhalten können. Parallel dazu werden flächendeckend zentrale Screening-Center aufgebaut, die bei positiven oder unklaren Befunden ergänzende diagnostische Untersuchungen planen. Jede Zentrale ist mit einer Anzahl mobiler, aber auch stationärer Mammographie-Einheiten verbunden. Bei einem Verdacht auf Malignität erfolgt dann separat das Patientengespräch bzw. eine noch umfangreichere Abklärungsdiagnostik.

Der Mammomat Novation von Siemens arbeitet mit der neuesten Vollfeld- Detektortechnologie auf Basis von amorphem Selen (a-Se). Ein Photoleiter, der Röntgenstrahlen ohne Zwischenstufe direkt in elektrische Signale umwandelt, vermeidet hier Streulichteffekte, die bei anderen Technologien auftreten können und zu einer Beeinträchtigung der Bildqualität führen. Eine große Detektorfläche (24 x 29 cm) gewährleistet, dass auch bei größerem Brustumfang nur eine Aufnahme notwendig ist und die gesamte Brust mit dem Pektoralmuskel dargestellt werden kann. Eine neue Kompressionsplatte ermöglicht bei allen Projektionen eine zentrale Positionierung der Brust, und dies ohne lästiges Nachjustieren des Röntgenarmes. Eine schmerzarme Untersuchung wird durch die Funktion Opcomp erreicht. Diese stellt sicher, dass beim Untersuchungsvorgang nur soviel Druck auf die Brust ausgeübt wird, wie für eine optimale digitale Bilddarstellung unbedingt erforderlich ist.

Die umfassende Systemlösung für die digitale Mammographie wird weiter ergänzt durch eine dedizierte Akquisitionsworkstation sowie die syngo MammoReport Befundungsstation. Das Aufrufen eines neuen Falles (bis zu acht Mammogramme) geschieht mit syngo MammoReport in weniger als einer Sekunde. Frühere Befunde oder Auswertungen anderer Modalitäten können ebenfalls in kürzester Zeit dargestellt werden.

„Wir freuen uns, dass die digitale Mammographie jetzt auch mobil verfügbar ist und auch Frauen in ländlichen Gegenden eine regelmäßige Brustkrebs- Vorsorgeuntersuchung mit neuer Technologie ermöglicht“, sagte Holger Schmidt, Leiter des Geschäftsgebietes Spezialprodukte bei Siemens Medical Solutions.

Die häufigste Todesursache für Frauen zwischen 40 und 60 Jahren ist nach wie vor Brustkrebs. In Deutschland erkranken jährlich 48.000 Frauen an Brustkrebs 17.000 Frauen sterben daran. Jedoch könnten nach Angaben von Karin Jöns, der Präsidentin der Europäischen Koalition gegen Brustkrebs „Europa Donna“ und Abgeordnete des Europaparlaments, 90 Prozent aller Brustkrebsfälle geheilt werden, wenn die Diagnose frühzeitig gestellt und die Patientinnen korrekt behandelt werden.

Siemens Medical Solutions (Med) ist weltweit einer der größten Anbieter im Gesundheitswesen. Der Bereich steht für innovative Produkte und Komplettlösungen sowie für ein umfangreiches Angebot von Dienst- und Beratungsleistungen. Abgedeckt wird das gesamte Spektrum von bildgebenden Systemen für Diagnose und Therapie, über die Elektromedizin und die Audiologie bis hin zu IT-Lösungen. Mithilfe dieser Lösungen ermöglicht Med seinen Kunden, sichtbare Ergebnisse sowohl im klinischen, als auch im administrativen Bereich zu erzielen – so genannte „Proven Outcomes“. Innovationen aus dem Hause Siemens optimieren Arbeitsabläufe in Kliniken und Praxen und führen zu mehr Effizienz in der Gesundheitsversorgung. Med beschäftigt weltweit rund 33 000 Mitarbeiter und ist in 120 Ländern präsent. Im Geschäftsjahr 2005 (30. September) erzielte Med einen Umsatz von 7,6 Mrd. € sowie einen Auftragseingang von 8,6 Mrd. €. Das Bereichsergebnis betrug 1 Mrd. €.

Bianca Braun | Siemens AG
Weitere Informationen:
http://www.siemens.com/medical

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