Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Beschichtete Gefäßstützen halten Adern länger offen

28.07.2005


Problem: Patienten sind verunsichert, da die Finanzierung unklar scheint

Neue Medikamenten-beschichtete Gefäßstützen (Stents) ersetzen immer mehr die herkömmlichen Metallgitter - sie senken das Risiko einer erneuten Gefäßverengung von 20 bis 30 Prozent auf bis zu vier Prozent. Der neue Stenttyp verringert die häufigen Reizungen der Gefäßwände in den ersten zwei bis drei Jahren; diese Reizungen können die Verengungen verursachen.

"Viele Patienten sind aber zurzeit verunsichert, weil für sie nicht klar ist, ob die neuen Stents überhaupt von der Krankenkasse bezahlt werden", sagt Professor Dr. Helmut Drexler, Direktor der Abteilung Kardiologie und Angiologie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Trotz des Therapieerfolgs betrage der Anteil der Medikamenten-beschichteten Stents in Deutschland nur zehn Prozent. "In unserer Abteilung erhalten hingegen 70 Prozent aller Patienten, bei denen ein Stent eingesetzt wird, den neuen Stenttyp. Die MHH folgt somit den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie und der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie", sagt Professor Drexler.

Einen Grund für die schlechte Versorgungssituation sieht der MHH-Kardiologe in den hohen Kosten: Medikamenten-beschichtete Gefäßstützen sind bis zu siebenmal teurer als eine herkömmliche. "In der MHH setzen wir die neuen Stents sowohl bei stabilen als auch bei Notfallpatienten, beispielsweise nach einem akuten Herzinfarkt, ein. Der Versicherungsstatus spielt dabei keine Rolle", sagt Professor Drexler. Dank intensiver Gespräche übernähmen die Krankenkassen diese Kosten für MHH-Patienten.

Stents sind Gefäßstützen aus feinen Metallgittern, die die Verengungen der Herzkranzgefäße aufdehnen. Die Medikamenten-beschichteten Stents geben bestimmte Wirkstoffe ab, die eine unkontrollierte Zellteilung der Gefäßwand verhindern und eine erneute Einengung deutlich reduzieren.

Weitere Informationen gibt gern Professor Dr. Helmut Drexler, Direktor der MHH-Abteilung Kardiologie und Angiologie, Telefon: (0511) 532-3840, E-Mail: Drexler.Helmut@mh-hannover.de.

Dr. Arnd Schweitzer | idw
Weitere Informationen:
http://www.mh-hannover.de

Weitere Berichte zu: Angiologie Kardiologie MHH Stent

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Radar statt Stethoskop?
07.08.2018 | Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

nachricht Prostatakrebs kann per Ultraschall mit künstlicher Intelligenz besonders effektiv erkannt werden
27.07.2018 | Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Farbeffekte durch transparente Nanostrukturen aus dem 3D-Drucker

Neues Design-Tool erstellt automatisch 3D-Druckvorlagen für Nanostrukturen zur Erzeugung benutzerdefinierter Farben | Wissenschaftler präsentieren ihre Ergebnisse diese Woche auf der angesehenen SIGGRAPH-Konferenz

Die meisten Objekte im Alltag sind mit Hilfe von Pigmenten gefärbt, doch dies hat einige Nachteile: Die Farben können verblassen, künstliche Pigmente sind oft...

Im Focus: Color effects from transparent 3D-printed nanostructures

New design tool automatically creates nanostructure 3D-print templates for user-given colors
Scientists present work at prestigious SIGGRAPH conference

Most of the objects we see are colored by pigments, but using pigments has disadvantages: such colors can fade, industrial pigments are often toxic, and...

Im Focus: Eisen und Titan in der Atmosphäre eines Exoplaneten entdeckt

Forschende der Universitäten Bern und Genf haben erstmals in der Atmosphäre eines Exoplaneten Eisen und Titan nachgewiesen. Die Existenz dieser Elemente in Gasform wurde von einem Team um den Berner Astronomen Kevin Heng theoretisch vorausgesagt und konnte nun von Genfern Astronominnen und Astronomen bestätigt werden.

Planeten in anderen Sonnensystemen, sogenannte Exoplaneten, können sehr nah um ihren Stern kreisen. Wenn dieser Stern viel heisser ist als unsere Sonne, dann...

Im Focus: Magnetische Antiteilchen eröffnen neue Horizonte für die Informationstechnologie

Computersimulationen zeigen neues Verhalten von Antiskyrmionen bei zunehmenden elektrischen Strömen

Skyrmionen sind magnetische Nanopartikel, die als vielversprechende Kandidaten für neue Technologien zur Datenspeicherung und Informationsverarbeitung gelten....

Im Focus: Unraveling the nature of 'whistlers' from space in the lab

A new study sheds light on how ultralow frequency radio waves and plasmas interact

Scientists at the University of California, Los Angeles present new research on a curious cosmic phenomenon known as "whistlers" -- very low frequency packets...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

LaserForum 2018 thematisiert die 3D-Fertigung von Komponenten

17.08.2018 | Veranstaltungen

Aktuelles aus der Magnetischen Resonanzspektroskopie

16.08.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Oktober 2018

16.08.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Bionik im Leichtbau

17.08.2018 | Verfahrenstechnologie

Klimafolgenforschung in Hannover: Kleine Pflanzen gegen große Wellen

17.08.2018 | Biowissenschaften Chemie

HAWK-Ingenieurinnen und -Ingenieure entwickeln die leichteste 9to-LKW-Achse ihrer Art

17.08.2018 | Messenachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics