Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Starker MR-Tomograph für die Krebsforschung

28.07.2008
Einer der weltweit stärksten Magnetresonanztomograph für die Krebsforschung wird im August am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg in Betrieb gehen. Herz des Geräts ist ein 32 Tonnen schwerer supraleitender Magnet, der kürzlich nach seiner Reise vom britischen Oxford in dem eigens erstellten Gebäude im DKFZ aufgestellt wurde.

Derzeit wird die Anlage um weitere Komponenten ergänzt, darunter eine Helium-Kühlung, die den Elektromagnet auf minus 269 Grad Celsius abkühlt. Dadurch fließt der Strom in der mehrere hundert Kilometer langen Drahtspule verlustfrei und erzeugt eine Magnetfeldstärke von 7 Tesla – das 140.000fache des Erdmagnetfelds. Zum Vergleich: Magnetresonanztomographen in Kliniken oder radiologischen Arztpraxen erreichen maximal drei Tesla.


Von der höheren Feldstärke erhoffen sich die Heidelberger Mediziner neue Erkenntnisse über die Entstehung von Krebs. Wo bisher auf den Bildern aus dem Körperinneren Strukturen größer als ein Millimeter sichtbar wurden, kann die neue Anlage weit kleinere Details sichtbar machen. Eine bessere Auflösung und ein höherer Kontrast sind aber nicht die einzigen Ziele der Forscher.

Für die höhere Feldstärke sprechen auch die erheblich kürzere Messzeit sowie die Möglichkeit, die chemische Zusammensetzung des Gewebes zu bestimmen und den Stoffwechsel und damit das Wachstum von Tumoren direkt zu beobachten. Dies kann für die Behandlung von Krebspatienten von entscheidender Bedeutung sein und die medizinischen Möglichkeiten weiter optimieren.

Mit dem Magnetresonanztomographen in Heidelberg baut Siemens seine führende Stellung auf dem Weltmarkt aus. Von den derzeit rund 30 installierten 7-Tesla-Anlagen stammen mehr als die Hälfte von Siemens. Neben neuen Erkenntnissen für die Krebsforschung soll die strategische Allianz mit dem DKFZ auch die Entwicklung anderer Magnetresonanztomographen sowie die Diagnostik für die klinische Praxis befruchten.

Die technischen Herausforderungen waren nicht nur für die Ingenieure von Siemens Healthcare in Erlangen groß – auch die Architekten des Büros Heinle, Wischer und Partner hatten eine schwere Aufgabe zu lösen: Sie umhüllten den Behandlungsraum mit 230 Tonnen schweren Eisenplatten, die das starke Magnetfeld abschirmen. Auch außen kann sich das Gebäude sehen lassen: Ein Vorhang aus Metall-Lamellen umhüllt das Gebäude und spreizt sich wie Metallspäne in einem Magnetfeld.

Dr. Norbert Aschenbrenner | Siemens InnovationNews
Weitere Informationen:
http://www.siemens.de/innovation

Weitere Berichte zu: Krebsforschung MR-Tomograph Magnetresonanztomograph

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizintechnik:

nachricht Europaweit erste Patientin mit neuem Hybridgerät zur Strahlentherapie behandelt
19.07.2018 | Universitätsklinikum Heidelberg

nachricht Schonend, schnell und präzise: Innovative Herz-Bildgebung in Freiburg
18.07.2018 | Universitätsklinikum Freiburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Im Focus: Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

„Wir haben jetzt ein klares Bild davon, wie das heiße Atomgitter und die kalten magnetischen Spins eines ferrimagnetischen Nichtleiters miteinander ins Gleichgewicht gelangen“, sagt Ilie Radu, Wissenschaftler am Max-Born-Institut in Berlin. Das internationale Forscherteam fand heraus, dass eine Energieübertragung sehr schnell stattfindet und zu einem neuartigen Zustand der Materie führt, in dem die Spins zwar heiß sind, aber noch nicht ihr gesamtes magnetisches Moment verringert haben. Dieser „Spinüberdruck“ wird durch wesentlich langsamere Prozesse abgebaut, die eine Abgabe von Drehimpuls an das Gitter ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in "Science Advances" erschienen.

Magnete faszinieren die Menschheit bereits seit mehreren tausend Jahren und sind im Zeitalter der digitalen Datenspeicherung von großer praktischer Bedeutung....

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Europaweit erste Patientin mit neuem Hybridgerät zur Strahlentherapie behandelt

19.07.2018 | Medizintechnik

Waldrand oder mittendrin: Das Erbgut von Mausmakis unterscheidet sich je nach Lebensraum

19.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Automatisiertes Befüllen von Regalen im Einzelhandel

19.07.2018 | Verkehr Logistik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics