Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wilhelm Sander-Therapieeinheit Multiples Myelom am Uniklinikum Würzburg wird eröffnet

17.09.2015

Am Freitag, den 16. Oktober 2015, eröffnet das Uniklinikum Würzburg offiziell seine Wilhelm Sander-Therapieeinheit Multiples Myelom. Neben einem feierlichen Festakt bietet der Nachmittag durch Expertenvorträge profunde Einblicke in aktuelle Forschungsergebnisse zu dieser bösartigen Krebserkrankung des Knochenmarks und ihren Behandlungsmöglichkeiten.

Beim Multiplen Myelom entarten im Knochenmark bestimmte Immunzellen. Sie überfluten den Körper mit fehlerhaft produzierten Antikörpern, unterdrücken durch ihr aggressives Wachstum die Blutbildung und schädigen durch verstärkten Knochenabbau das Skelett.


Prof. Hermann Einsele (rechts) und PD Dr. Stefan Knop leiten die Wilhelm Sander-Therapieeinheit Multiples Myelom am Uniklinikum Würzburg. Im Hintergrund das Knochenmarkpräparat eines Myelom-Patienten.

Bild: Uniklinikum Würzburg

In Deutschland erkranken pro Jahr etwa 3.500 Menschen an dieser bösartigen Variante des Lymphknotenkrebses, für die es noch keine Standardtherapie gibt.

„Die Heilung des Multiplen Myeloms und seiner vielen Komplikationen ist nach wie vor eine der großen Herausforderungen in der onkologischen Forschung“, unterstreicht Prof. Hermann Einsele, Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik II des Universitätsklinikums Würzburg (UKW). Das unterfränkische Krankenhaus der Maximalversorgung zählt zu den europaweit führenden Zentren in der Entwicklung der dafür erforderlichen neuen Behandlungswege.

Drei Millionen von der Wilhelm Sander-Stiftung

Neuer Kristallisationspunkt dieser Arbeiten ist die Wilhelm Sander-Therapieeinheit Multiples Myelom, die am Freitag, den 16. Oktober 2015, offiziell am UKW eröffnet wird. Die Veranstaltung ist öffentlich und kostenlos zu besuchen. Wichtig ist allerdings eine Anmeldung bis 25. September 2015 unter E-Mail: Schaefer_B@ukw.de oder Tel: 0931-20140001.

Los geht es um 14:00 Uhr im Hörsaal des Zentrums für Innere Medizin (ZIM) an der Oberdürrbacher Straße mit einem etwa einstündigen Festakt. Der Name der Therapieeinheit leitet sich ab von der Wilhelm Sander-Stiftung, die die neue Zentrumsstruktur mit rund drei Millionen Euro fördert. Dr. Jörg Koppenhöfer, Vorsitzender des Stiftungsrates und einer der Redner des Festakts, erläutert: „Die Wilhelm Sander-Stiftung widmet sich der medizinischen Forschung in Deutschland und der Schweiz, insbesondere Projekten zur Krebsbekämpfung. Bislang haben wir hierfür über 220 Millionen Euro bewilligt. Das Geld stammt aus den Nachlasserträgen des deutschen Unternehmers Wilhelm Sander, der im Jahr 1973 verstorben ist.“

Interdisziplinäre Ausrichtung zum Wohle der Patienten

Geleitet wird die Würzburger Therapieeinheit von Prof. Einsele. Bei der Eröffnungsveranstaltung wird er deren Strukturen und Ziele verdeutlichen. „Im neuen Zentrum entwickeln wir in einer weitgreifend interdisziplinären Zusammenarbeit vor allem neue Untersuchungswege der Erbsubstanz des Tumors, neue Techniken der Bildgebung und letztlich neue Immuntherapieansätze“, so Einsele.

Der anerkannte Krebsexperte fährt fort: „Für unsere Patienten besonders wichtig sind die fächerübergreifenden Sprechstunden, da die Krankheit so viele verschiedene Organsysteme umfassen kann. Durch die Einbindung von Kollegen der Hämatologie/Onkologie, der Orthopädie, der Strahlentherapie sowie der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie können wir die Betroffenen noch deutlich besser betreuen.“

Die Schirmherrschaft der Eröffnungsveranstaltung übernahm die Bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml. Der Patienten- und Pflegebeauftragte der Bayerischen Staatsregierung, Hermann Imhof MdL, wird ein Grußwort sprechen.

Der Festakt wird musikalisch gestaltet durch ein Rahmenprogramm der Geschwister Roberta und Richard Verna. Beide haben mehrfach erste Preise bei „Jugend musiziert“ auf Regional-, Landes- und Bundesebene erhalten und gehören dem Bayerischen Landesjugendorchester an.

Sechs wissenschaftliche Vorträge zum aktuellen Stand der Forschung

An den feierlichen Part der Veranstaltung schließen sich von 15:30 bis 17:00 Uhr sechs wissenschaftliche Vorträge an. Dabei schildern Experten der Würzburger Universitätsmedizin allgemeinverständlich aktuelle Forschungsbemühungen und aussichtsreiche Therapieoptionen.

Als weitere Informationsquelle präsentieren sich an Ständen im Foyer vor dem Hörsaal Selbsthilfe- und Patientengruppen sowie die Wilhelm Sander-Stiftung.

Susanne Just | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.ukw.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Gegen multiresistente Tuberkulose-Erreger: Mit künstlicher Intelligenz neuen Wirkstoffkombinationen auf der Spur
27.02.2020 | Klinikum der Universität München

nachricht Seeschnecken-Roboter erwacht durch Licht zum Leben
27.02.2020 | Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wissenschaftler beleuchten aktuellen Stand der Anwendung des Maschinenlernens bei Forschung an aktiven Materialien

Verfahren des Maschinenlernens haben durch die Verfügbarkeit von enormen Datenmengen in den vergangenen Jahren einen großen Zuwachs an Anwendungen in vielen Gebieten erfahren: vom Klassifizieren von Objekten, über die Analyse von Zeitreihen bis hin zur Kontrolle von Computerspielen und Fahrzeugen. In einem aktuellen Review in der Zeitschrift „Nature Machine Intelligence“ beleuchten Autoren der Universitäten Leipzig und Göteborg den aktuellen Stand der Anwendung und Anwendungsmöglichkeiten des Maschinenlernens im Bereich der Forschung an aktiven Materialien.

Als aktive Materialien bezeichnet man Systeme, die durch die Umwandlung von Energie angetrieben werden. Bestes Beispiel für aktive Materialien sind biologische...

Im Focus: Computersimulationen stellen bildlich dar, wie DNA erkannt wird, um Zellen in Stammzellen umzuwandeln

Forscher des Hubrecht-Instituts (KNAW - Niederlande) und des Max-Planck-Instituts in Münster haben entdeckt, wie ein essentielles Protein bei der Umwandlung von normalen adulten humanen Zellen in Stammzellen zur Aktivierung der genomischen DNA beiträgt. Ihre Ergebnisse werden im „Biophysical Journal“ veröffentlicht.

Die Identität einer Zelle wird dadurch bestimmt, ob die DNA zu einem beliebigen Zeitpunkt „gelesen“ oder „nicht gelesen“ wird. Die Signalisierung in der Zelle,...

Im Focus: Bayreuther Hochdruck-Forscher entdecken vielversprechendes Material für Informationstechnologien

Forscher der Universität Bayreuth haben ein ungewöhnliches Material entdeckt: Bei einer Abkühlung auf zwei Grad Celsius ändern sich seine Kristallstruktur und seine elektronischen Eigenschaften abrupt und signifikant. In diesem neuen Zustand lassen sich die Abstände zwischen Eisenatomen mithilfe von Lichtstrahlen gezielt verändern. Daraus ergeben sich hochinteressante Anwendungsmöglichkeiten im Bereich der Informationstechnologien. In der Zeitschrift „Angewandte Chemie – International Edition“ stellen die Wissenschaftler ihre Entdeckung vor. Die neuen Erkenntnisse sind aus einer engen Zusammenarbeit mit Partnereinrichtungen in Augsburg, Dresden, Hamburg und Moskau hervorgegangen.

Bei dem ungewöhnlichen Material handelt es sich um ein Eisenoxid mit der Zusammensetzung Fe₅O₆. In einem Hochdrucklabor des Bayerischen Geoinstituts (BGI),...

Im Focus: Von China an den Südpol: Mit vereinten Kräften dem Rätsel der Neutrinomassen auf der Spur

Studie von Mainzer Physikern zeigt: Experimente der nächsten Generation versprechen Antworten auf eine der aktuellsten Fragen der Neutrinophysik

Eine der spannendsten Herausforderungen der modernen Physik ist die Ordnung oder Hierarchie der Neutrinomassen. Eine aktuelle Studie, an der Physiker des...

Im Focus: High-pressure scientists in Bayreuth discover promising material for information technology

Researchers at the University of Bayreuth have discovered an unusual material: When cooled down to two degrees Celsius, its crystal structure and electronic properties change abruptly and significantly. In this new state, the distances between iron atoms can be tailored with the help of light beams. This opens up intriguing possibilities for application in the field of information technology. The scientists have presented their discovery in the journal "Angewandte Chemie - International Edition". The new findings are the result of close cooperation with partnering facilities in Augsburg, Dresden, Hamburg, and Moscow.

The material is an unusual form of iron oxide with the formula Fe₅O₆. The researchers produced it at a pressure of 15 gigapascals in a high-pressure laboratory...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

CLIMATE2020 – Weltweite Online-Klimakonferenz vom 23. bis 30. März 2020

26.02.2020 | Veranstaltungen

Automatisierung im Dienst des Menschen

25.02.2020 | Veranstaltungen

Genomforschung für den Artenschutz - Internationale Fachtagung in Frankfurt

25.02.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Riesiger 3D-Drucker soll tonnenschwere Getriebeteile aus Stahl fertigen

27.02.2020 | Maschinenbau

Immunologie - Rachenmandeln als Test-Labor

27.02.2020 | Biowissenschaften Chemie

Pestizide erhöhen Risiko für Tropenkrankheit Schistosomiasis / Belastete Gewässer fördern Zwischenwirt des Erregers

27.02.2020 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics